news/APA/Freitag, 26.06.20, 20:00:12

Busi­ness: Bil­li­ge­re Treib­stof­fe drü­cken Infla­ti­on auf 0,7 Pro­zent

Der welt­wei­te Kon­junk­tur­ein­bruch infol­ge der Coro­na-Pan­de­mie hat den Ölpreis in den ver­gan­ge­nen Wochen kräf­tig gedrückt. Das hat auch in Öster­reich zu einer der nied­rigs­ten Infla­ti­ons­ra­ten seit Jah­ren geführt. Die Ver­brau­cher­prei­se stie­gen im Mai nur noch um 0,7 Pro­zent, wie die Sta­tis­tik Aus­tria am Mitt­woch mit­teil­te. Im April hat­te die Teue­rung noch 1,5 Pro­zent aus­ge­macht.
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Die Infla­ti­ons­ra­te war zuletzt im August 2016 mit 0,6 Pro­zent nied­ri­ger als der­zeit im Mai. Sowohl Die­sel als auch Super­ben­zin ver­bil­lig­ten sich im Mai im Jah­res­ab­stand um rund ein Fünf­tel. Ohne bil­li­ge­re Treib­stof­fe wäre die Infla­ti­on dop­pelt so hoch gewe­sen. Stärks­ter Preis­trei­ber war erneut der Bereich Woh­nen. Die Prei­se für Woh­nung, Was­ser und Ener­gie erhöh­ten sich im Schnitt um 2,2 Pro­zent, die Mie­ten stie­gen um 3,2 Pro­zent. Haus­halts­ener­gie kos­te­te durch­schnitt­lich um 0,4 Pro­zent weni­ger, wozu vor allem mas­si­ve Ver­bil­li­gun­gen für Heiz­öl von fast 29 Pro­zent bei­tru­gen.

Wie schon im April muss­te die Berech­nung der Infla­ti­ons­ra­te wegen der Coro­na­kri­se adap­tiert wer­den. „Eini­ge Prei­se konn­ten nicht wie gewohnt erho­ben wer­den und wur­den daher ersetzt bzw. fort­ge­schrie­ben”, so die Behör­de. Anfang Mai mach­ten alle Geschäf­te, Ein­kaufs­zen­tren und Fri­seu­re wie­der auf, Mit­te Mai folg­ten Gas­tro­no­mie­be­trie­be.

Die Online-Preis­erhe­bung sei stark zurück­ge­gan­gen, da Beklei­dung und Schu­he wie­der in den Geschäf­ten erho­ben wer­den konn­ten, erläu­ter­te die Sta­tis­tik. Eine Fort­schrei­bung mit der Gesamt­in­fla­ti­ons­ra­te sei im Gas­tro­no­mie­sek­tor oder bei Flü­gen und Rei­sen erfolgt. Ins­ge­samt waren im Mai, gemes­sen an ihrer Gewich­tung, etwa 17,5 Pro­zent der zu erhe­ben­den Prei­se für Waren und Dienst­leis­tun­gen von nicht zu erset­zen­den Erhe­bungs­aus­fäl­len betrof­fen und muss­ten fort­ge­schrie­ben wer­den.

Bei Nah­rungs­mit­teln und alko­hol­frei­en Geträn­ken schwäch­te sich die Preis­ent­wick­lung deut­lich ab. Betrug die Teue­rung hier im April noch 2,6 Pro­zent, so waren es im Mai nur noch 1,3 Pro­zent. Ins­be­son­de­re die Fleisch­prei­se fie­len im Mai mar­kant. Die Prei­se für Milch, Käse und Eier stie­gen um 2,4 Pro­zent, jene für Obst um 3,4 Pro­zent. Brot und Getrei­de­er­zeug­nis­se kos­te­ten um 1,0 Pro­zent mehr, Gemü­se hin­ge­gen um 1,8 Pro­zent weni­ger.

Der täg­li­che Ein­kauf ver­teu­er­te sich im Mai durch­schnitt­lich um 2,1 Pro­zent, der wöchent­li­che Ein­kauf, der auch Sprit mit­ein­be­rech­net, ver­bil­lig­te sich im Jah­res­ab­stand um 3,1 Pro­zent. Güns­ti­ger wur­de auch alles rund um das The­ma Kom­mu­ni­ka­ti­on: Tele­fon-und Tele­fax­diens­te ver­bil­lig­ten sich um 3,3 Pro­zent, Mobil­te­le­fo­ne um 11,4 Pro­zent. Beklei­dung und Schu­he kos­te­ten durch­schnitt­lich um 2,7 Pro­zent weni­ger.

Die für Euro­zo­nen-Ver­glei­che ermit­tel­te Har­mo­ni­sier­te Infla­ti­ons­ra­te (HVPI) für Öster­reich betrug 0,6 Pro­zent. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) sieht einen Infla­ti­ons­wert von knapp 2 Pro­zent als ide­al für die Kon­junk­tur an, ver­fehlt die­ses Ziel aber für den Euro­raum seit Jah­ren.

Gegen­über dem Vor­mo­nat April sank das durch­schnitt­li­che Preis­ni­veau um 0,6 Pro­zent. Preis­dämp­fend wirk­ten vor allem die Prei­se für Treib­stof­fe (-5,3 Pro­zent), Nah­rungs­mit­tel (-1,1 Pro­zent) und Beklei­dungs­ar­ti­kel (-3,0 Pro­zent). Haupt­preis­trei­ber im Monats­ab­stand waren um durch­schnitt­lich 0,6 Pro­zent höhe­re Mie­ten.