apa.at

Alfred-Geiringer-Stipendium

Förderung des Qualitätsjournalismus

Das Alfred-Geiringer-Stipendium ist ein von der Nachrichtenagentur gestifteter Fonds zur journalistischen Weiterbildung.

Credit: Antonio Gravante / ChromOrange / picturedesk.com

Das Stipendium

 

Die APA – Austria Presse Agentur schreibt jährlich das Alfred-Geiringer-Stipendium aus. Dieser von der Nachrichtenagentur gestiftete Fonds zur journalistischen Weiterbildung dient der Förderung des Qualitätsjournalismus in Österreich und ermöglicht einem ausgezeichnet qualifizierten Journalisten bzw. einer Journalistin einen dreimonatigen Studienaufenthalt am Green College der britischen Universität Oxford und dort die Teilnahme am exklusiven „Journalism Training Program“ der Reuters Foundation.

 

Der Namensgeber des Stipendiums, Alfred Geiringer, legte den Grundstein für den Weg zur Unabhängigkeit, den die APA seit 1946 gegangen ist. Das Stipendium wird abwechselnd an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von APA-Genossenschaftsmedien sowie der APA selbst vergeben.

 

Bewerbung

Für die Bewerbung nötige Unterlagen sind das ausgefüllte Einreichformular, eine mindestens einseitige Begründung der Bewerbung samt Exposé zur geplanten Forschungsarbeit bei der Thomson Reuters Foundation sowie ein Lebenslauf.
Die Unterlagen sind in englischer Sprache abzugeben. Chefredakteur und Geschäftsführer der APA treffen eine Vorauswahl, danach erfolgt die endgültige Entscheidung durch ein Komitee der Thomson Reuters Foundation. Die Kosten für den Studienaufenthalt trägt die APA. Einsendungen der Unterlagen an chefredaktion@apa.at.

Bisherige Stipendiatinnen und Stipendiaten:

Hier finden Sie einen Überblick über die bisherigen Alfred-Geiringer-Stipendiatinnen und -Stipendiaten sowie ihre jeweiligen Forschungsarbeiten als PDF zum Download.

 

*Medium, für das die Journalistinnen und Journalisten zum Zeitpunkt ihres Stipendiums tätig waren.

2021: Klaus Knittelfelder (Kronen Zeitung*)
News from a different league: the rise of the digital party press in Austria
2019: Philipp Wilhelmer (Kurier*)
Bringing the reader into the newsroom
2018: Michael Leitner (futurezone.at/Kurier*)
How media companies use data to sign up digital subscribers (and keep them)
2017: Bettina Figl (Wiener Zeitung*)
Bigger is not always better: What we can learn about data journalism from small newsrooms
2016: Christoph Schlemmer (APA*)
Speed is not everything: How News Agencies use Audience Metrics
2015: Anja Kröll (Salzburger Nachrichten*)
The role of Journalism in the Digital Age Being a superhero or Clark Kent: Do journalists think that Networked Journalism is an appropriate tool to work with (in the future)?
2014: Sonja Gruber (APA*)
News Embargoes - Under threat, but not extinct
2013: Anna-Maria Wallner (Die Presse*)
The Writing is on the paywall: How media companies in small European Countries find ways and solutions to monetize their digital content.
2012: Christoph Griessner (APA*)
News Agencies and Social Media: A Relationship with a Future?
2011: Monika Kalcsics (ORF/Ö1*)
A REPORTING DISASTER? The interdependence of media and aid agencies in a competitive compassion market
2010: Judith Högerl (APA*)
An agency full of citizens? How news agencies cope with citizen journalism: Their concerns and strategies
2008/2009: Eva Weissenberger (Kleine Zeitung*)
2007/2008: Alexandra Angell (vormals Frech) (APA*)
‘Mass Migration’, Crime and ‘Decent People’: The Portrayal of Polish Migrants in British Newspapers
2006: Gianluca Wallisch (APA*)
2005: Alexandra Föderl-Schmid (Der Standard*)
2004: Monika Graf (APA*)
News agencies in countries in transition
2003: Hedwig Kainberger (Salzburger Nachrichten*)
Corruption in EU candidate countries
Bild von Alfred Geiringer
Über Alfred Geiringer

Alfred Geiringer gilt als der eigentliche „Gründungsvater" der APA als unabhängiges, privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen im Besitz der österreichischen Medien. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges im November 1945 von Reuters nach Österreich entsandt, legte er in seiner Funktion als Reuters-Manager 1946 den entscheidenden Grundstein für die Schaffung der vom Staat unabhängigen Austria Presse Agentur.

 

Im Jahr 1942 hatten die beiden angelsächsischen Weltagenturen AP - Associated Press (New York) und Reuters (London) eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, nach Kriegsende keine Verträge mehr mit staatlichen Agenturen abzuschließen. Dies war für Reuters der Anlass, ihren European Editor, den 1938 aus Österreich emigrierten Alfred Geiringer, nach Österreich zu entsenden.

 

Mit politischer Unterstützung der amerikanischen Besatzungsmacht gelang es ihm Mitte 1946, gegen den anfänglichen Widerstand der österreichischen Regierung bei den vier Alliierten die Gründung der genossenschaftlichen, im Besitz der Zeitungen befindlichen APA durchzusetzen. Er handelte dabei im Sinne des 1942 vereinbarten zentralen Wertesystems von Reuters und AP. Dieses umfasste das Bekenntnis zu "Pressefreiheit und freiem Zugang zu den Nachrichtenquellen sowie wahrheitsgetreuer und unparteiischer Berichterstattung als Leitlinie für die Arbeit von Nachrichtenagenturen". Die APA verdankt Alfred Geiringer somit maßgeblichst die Loslösung aus fast einem Jahrhundert staatlicher Bindung und die Transformation zum heutigen, der Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit verpflichteten „Schlüsselunternehmen des österreichischen Informationswesens".

 

Auf Geiringer geht auch der Unternehmensname "Austria Presse Agentur" und das daraus abgeleitete Agenturkürzel "APA" zurück. Diese Bezeichnung wurde von ihm gewählt, weil sie an das Kürzel der bis dahin tätigen "ANA" ("Amtliche Nachrichtenstelle") angelehnt war und sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch und Französisch verwendet werden kann. Nach der Gründung der APA wurde die Tätigkeit der nach Kriegsende wiedererrichteten ANA eingestellt und ihre Agenden, ihr Personal und ihre Infrastruktur von der APA übernommen.

 

Alfred Geiringer wurde im Jahr 1989 von der APA in Wien im Rahmen eines großen Festaktes in Anwesenheit der Bundesregierung geehrt. Als Dank für seine Verdienste um die Gründung der APA wurde ihm die höchste Auszeichnung des Unternehmens, der nach ihm benannte Alfred-Geiringer-Ehrenring, verliehen.

 

Der im Jahre 1911 in Wien geborene Alfred Geiringer starb 1996 in London.