news/APA/Donnerstag, 30.07.20, 16:00:39

Ser­vice: Der 3er BMW von M GmbH und Alpi­na im Ver­gleich

Das Kräf­te­mes­sen geht in die nächs­te Run­de: Ein gutes Jahr nach dem Debüt des neu­en 3er BMW lau­fen sich jetzt die wich­tigs­ten Sport­mo­del­le warm und machen aus der dyna­mi­schen Mit­tel­klas­se-Limou­si­ne einen schar­fen Tem­po­ma­cher.
APA/APA (dpa/BMW AG/Alpina GmbH)

Einer der bei­den Kan­di­da­ten ist der M3. Doch weil sich die werks­ei­ge­ne M GmbH aus Gar­ching noch bis zum Jah­res­wech­sel mit ihm Zeit lässt, gibt es das Top-Modell mit sei­nen 353 kW/480 PS bis­her nur als getarn­ten Pro­to­ty­pen. Wer nicht war­ten will, der wird beim Ver­ed­ler Alpi­na schon jetzt fün­dig. Denn die eng mit BMW ver­ban­del­ten All­gäu­er haben den 3er zum B3 mit 340 kW/462 PS und zum 261 kW/355 PS star­ken D3S wei­ter­ent­wi­ckelt, begin­nen bereits mit dem Ver­kauf und wol­len die Aus­lie­fe­rung nach den Som­mer­fe­ri­en star­ten.

Ein Grund­mo­dell – zwei grund­ver­schie­de­ne Cha­rak­te­re

Zwar nut­zen bei­de Sport­mo­del­le einen drei Liter gro­ßen Rei­hen­sechs­zy­lin­der samt Acht­gang-Auto­ma­tik und All­rad­an­trieb, und hier wie dort geht es vor allem um mehr Kraft und mehr Tem­po, doch könn­te der Cha­rak­ter der Autos kaum unter­schied­li­cher sein. Denn auch wenn sich damit nur sel­ten jemand wirk­lich auf eine Renn­stre­cke ver­irrt, ist der M3 vor allem auf Rund­kur­se geeicht. So hat BMW M ein extrem leicht­fü­ßi­ges und prä­zi­ses Auto gebaut, das bis in den Grenz­be­reich gut kon­trol­lier­bar bleibt und durch alle Stre­cken­ab­schnit­te sicher zu füh­ren ist.

Die Alpi­na-Inge­nieu­re haben den 3er BMW für die Land­stra­ße und vor allem für die Auto­bahn opti­miert. Ohne­hin haben sie das brei­te­re, all­tags­taug­li­che­re Modell­pro­gramm: Wäh­rend bei der M GmbH neben der Limou­si­ne schon das M4 Cou­pé geplant wird, kommt aus Buch­loe auch ein Kom­bi. Und wäh­rend sie in Gar­ching einen noch schär­fe­ren Wett­strei­ter mit 375 kW/510 PS auf­le­gen, hat Alpi­na für die Lang­stre­cke lie­ber einen Die­sel ent­wi­ckelt. Der basiert auf dem M340d und wird so zum ers­ten Modell aus Buch­loe, das einen Mild-Hybrid-Antrieb nutzt. Obwohl aus­ge­spro­chen rasant unter­wegs, fährt er des­halb mit einem Norm­ver­brauch von 6,4 Litern und kommt auf einen CO2-Aus­stoß von 167 g/km.

Eige­ne Akzen­te bei Fahr­ver­hal­ten und Design

Auch das Fahr­ge­fühl ist bei den Autos aus Buch­loe anders als bei denen aus Gar­ching. Sie bie­ten bei aller Här­te und Bestimmt­heit mehr Rest­kom­fort und man steigt auch nach vie­len Kilo­me­tern ver­gleichs­wei­se gelas­sen aus. Der M3 dage­gen ist schon als Pro­to­typ so for­dernd, dass man immer vol­les Enga­ge­ment zei­gen muss und am Ziel ent­spre­chend geschafft aus den vor­neh­men Leder­ses­seln klet­tert. Wer wo sei­ne Prio­ri­tä­ten setzt, zeigt nicht zuletzt auch die Höchst­ge­schwin­dig­keit. Denn wäh­rend bei­den Ben­zi­nern der Sprint von 0 auf 100 km/h unter vier Sekun­den gelin­gen soll­te, lie­gen die Kraft­mei­er bei Voll­gas weit aus­ein­an­der: Der M3 ist pro for­ma bei 250 km/h abge­re­gelt. Der D3S schafft hin­ge­gen 273 km/h und der B3 sogar über 300 km/h. Selbst mit dem auf­preis­pflich­ti­gen M Dri­vers Packa­ge dürf­te sich der Werks­wa­gen mit die­sem Spit­zen­tem­po eher schwer­tun.

Eine unter­schied­li­che Phi­lo­so­phie gibt es eben­so beim Design: Wäh­rend der M3 auch optisch wie ein Kraft­pa­ket daher­kommt und die aus­la­den­den Kon­tu­ren selbst unter der Tarn­fo­lie der Erl­kö­ni­ge her­vor­schim­mern, spa­ren sich B3 und D3s einen vor­lau­ten Auf­tritt. Die Schür­zen und Schwel­ler sind dezent, und selbst der Motor klingt ver­hal­ten. Und egal wie über­holt die fei­nen Strei­fen auf der Flan­ke auch aus­se­hen mögen, gegen die rie­si­ge Nie­re vom M3 wir­ken sie eher dezent. Außer­dem kann man das Dekor bei Alpi­na auch abbe­stel­len, wäh­rend das M‑Modell nur eine Wahl zulässt. Innen dage­gen geben sich die bei­den unglei­chen Brü­der nicht viel und ver­wöh­nen die Kund­schaft hier wie dort mit einer Aus­stat­tung, die man von dem Preis­seg­ment auch erwar­ten kann.

Fazit: David schlägt Goli­ath

Spek­ta­ku­lä­re Sport­mo­del­le bau­en sie bei­de. Und wer mit sei­nem 3er tat­säch­lich auf die Renn­stre­cke möch­te, der bekommt dafür kein bes­se­res Auto als den neu­en M3. Doch für den eili­gen All­tag, für die Auto­bahn und für die Land­stra­ße sind der B3 und der D3S bes­ser geeig­net. Alpi­na ist zudem bil­li­ger. Damit hat die Manu­fak­tur gute Chan­cen, den Mas­sen­her­stel­ler zu schla­gen.

Der 3er BMW von M GmbH und Alpina im Vergleich

Alpina hat aus dem 3er BMW einen 300 km/h schnellen Spitzensportler gemacht

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Die Fahreigenschaften des M3 wurden für kurvige Rennstrecken optimiert

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Dem BMW M3 sieht man seine Leistungstärke schon von außen an

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Die Ausstattung des Alpina B3 erfüllt die üblichen Standards seiner Preisklasse

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