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news/APA/Dienstag, 24.01.23, 14:32:00

Kuh­mist schützt laut Gericht vor radio­ak­ti­ver Strahlung

Ein Gericht im westindischen Gujarat hat offiziell bestätigt, dass Häuser aus Kuhmist vor radioaktiver Strahlung geschützt sind. "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass selbst radioaktive Strahlung Häusern aus Kuhmist nichts anhaben kann", erklärte der Richter Samir Vinodchandra Vyas in einem Urteil gegen einen muslimischen Mann, der eine Rinderherde geschmuggelt haben soll, um die Tiere zu töten. Dies ist im Bundesstaat Gujarat illegal.
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Der Richter verurteilte den 22-Jährigen zu lebenslanger Haft, nachdem er das Schlachten von Kühen für unzählige globale Probleme verantwortlich gemacht hatte. "Jedes Problem auf der Welt wird an dem Tag gelöst sein, an dem kein einziger Tropfen Kuhblut mehr zu Boden fällt", heißt es in dem Urteil, das bereits Ende November gefällt, aber erst vergangene Woche veröffentlicht wurde.

Zugleich pries der Richter die Vorzüge der Hinterlassenschaften von Kühen. "Das Trinken von Kuhurin kann viele unheilbare Krankheiten heilen", behauptete er.

Kühe werden von Hindus als heilig verehrt und die indischen Behörden gehen seit einigen Jahren in Abstimmung mit hindu-nationalistischen Gruppen hart gegen das Schlachten von Kühen vor. Sogenannte Kuhwächter haben Schlachthöfe in muslimischem Besitz in den Ruin getrieben und Menschen gelyncht, die an Rinderschlachtungen beteiligt gewesen sein sollen.

Die Folgen dieser Politik sind unübersehbar: Statt alte und kranke Tiere zum Abdecker zu bringen, setzen viele Viehhalter ihre nicht mehr rentablen Rinder einfach aus. Streunende Kühe, die nicht mehr zum Pflügen eingesetzt werden können und keine Milch mehr geben, sind heute ein alltäglicher Anblick in indischen Dörfern und Großstädten.