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news/APA/Samstag, 06.08.22, 08:50:13

Die Ältes­te bei den Spi­ce Girls: Geri Hal­li­well wird 50

Am 24. Febru­ar 1997 sicher­te sich Geri Hal­li­well einen fes­ten Platz in der Geschich­te bri­ti­scher Pop­kul­tur. Und das nicht etwa mit ihrer Musik. An die­sem Tag trat die damals 25-Jäh­ri­ge mit den Spi­ce Girls bei der Ver­lei­hung der Brit Awards auf – und trug dabei ein Kleid im Uni­on-Jack-Design, das unten rum sehr kurz war. Am 6. August wird sie 50 Jah­re alt.
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Dass die Spi­ce Girls damals Prei­se für die Sin­gle des Jah­res und das Video des Jah­res mit nach Hau­se nah­men, geriet zur Neben­sa­che. An Geri Hal­li­well und ihr iko­ni­sche Kleid erin­nert man sich bis heu­te. Mitt­ler­wei­le ist das 25 Jah­re her und die Sän­ge­rin, die seit 2015 mit Chris­ti­an Hor­ner, dem Team­chef von Red Bull Racing, ver­hei­ra­tet ist, wird jetzt 50 Jah­re alt. „Anstatt zu sagen, dass ich 50 bin, sage ich, dass ich 50 wer­den darf”, sag­te sie anläss­lich ihres run­den Geburts­tags dem bri­ti­schen Maga­zin „Ama­zing”. „Ich habe ein hal­bes Jahr­hun­dert auf dem Buckel.”

Zu ihrer Geburts­tags­fei­er soll Geri Hal­li­well bereits ihre jün­ge­ren Band­kol­le­gin­nen ein­ge­la­den haben. Laut einem Bericht der Bou­le­vard­zei­tung „The Sun” sol­len die Spi­ce Girls bei der für den 17. Sep­tem­ber geplan­ten Sau­se sogar erst­mals seit der Eröff­nungs­fei­er der Olym­pi­schen Spie­le 2012 in Lon­don wie­der zu fünft auf der Büh­ne ste­hen. Dem­nach will Geri gemein­sam mit Emma Bun­ton, Mela­nie Chis­holm, Mela­nie Brown und Vic­to­ria Beck­ham für ihre Gäs­te ein paar Spi­ce-Girls-Hits zum Bes­ten geben. Das Blatt beruft sich auf einen Insider.

Mit den Spi­ce Girls wur­de Geral­di­ne Estel­le Hal­li­well, die am 6. August 1972 in Wat­ford, nord­west­lich von Lon­don gebo­ren wur­de, Ende der 1990er Jah­re welt­be­rühmt. Als Boy­groups wie New Kids On The Block, Take That und East 17 die euro­päi­schen Hit­pa­ra­den stürm­ten, hat­te ein fin­di­ges Mana­ger­duo die Idee, ein weib­li­ches Gegen­stück zu grün­den – eine Girl­group. Unter rund 400 Bewer­be­rin­nen konn­te sich die jun­ge Geri 1994 als eine von fünf jun­gen Frau­en beim Cas­ting durch­set­zen. Es war die Geburts­stun­de eines Popphänomens.

Zuvor hat­te die Toch­ter einer Spa­nie­rin und eines Bri­ten unter ande­rem als Tän­ze­rin in Nacht­clubs auf Mal­lor­ca und als Model gear­bei­tet. So posier­te sie hül­len­los auf der berüch­tig­ten Sei­te 3 der „Sun”. Als der Erfolg ein­setz­te, tauch­ten die Nackt­bil­der natür­lich wie­der auf. Neben der Bou­le­vard­pres­se druck­ten nun auch Maga­zi­ne wie Play­boy und Pent­house die alten Fotos.

Denn die Debüt­sin­gle „Wan­na­be”, ver­öf­fent­licht im Juni 1996, mach­te die Spi­ce Girls zu Super­stars. Zuvor waren sie zu Mana­ger Simon Ful­ler gewech­selt, der spä­ter das Cas­ting­show-For­mat „Idol” („Deutsch­land sucht den Super­star”) erfand. Ful­ler besorg­te ihnen einen Ver­trag bei Vir­gin Records. Und bald topp­te „Wan­na­be” die Charts in 37 Län­dern. Es folg­ten neun wei­te­re Num­mer-Eins-Hits in Groß­bri­tan­ni­en, dar­un­ter „Say You’ll Be The­re”, „Too Much” und „Viva Fore­ver”. Vor allem Hal­li­well, die wegen ihrer leuch­tend roten Haa­re den Spitz­na­men „Gin­ger Spi­ce” bekam, pro­kla­mier­te die „Girl Power”.

Doch 1998, auf dem Höhe­punkt des Erfolgs, der in dem alber­nen Kino­film „Spi­ce­world” gip­fel­te, ließ sie über einen Spre­cher ihren Aus­stieg aus der Band mit­tei­len. „Ich hat­te das Gefühl, dass ich nicht mehr dazu gehör­te”, berich­te­te sie Jah­re spä­ter in der BBC-Doku­men­ta­ti­on „Giving You Ever­ything”. „Sie brauch­ten mich wirk­lich nicht mehr – und ich fühl­te mich defi­ni­tiv überflüssig.”

Danach begann sie eine Solo­kar­rie­re und hat­te Erfolg mit Sin­gles wie „Mi Chi­co Lati­no” oder der Cover­ver­si­on des Wea­ther-Girls-Klas­si­kers „It’s Rai­ning Men”. 2007 kehr­te sie für eine Grea­test-Hits-Tour zu den Spi­ce Girls zurück. Es folg­ten wei­te­re Reuni­ons, zuletzt 2019 mit einer gro­ßen Sta­di­on­tour durch Groß­bri­tan­ni­en und Irland.

Ihren heu­ti­gen Ehe­mann Chris­ti­an Hor­ner lern­te sie 2014 bei einem For­mel-1-Ren­nen ken­nen. Aus der Ehe mit dem Red-Bull-Team­chef ging 2016 Sohn Mon­ta­gue Geor­ge Hec­tor her­vor. Aus einer frü­he­ren Bezie­hung mit dem Film­jour­na­lis­ten Sacha Ger­va­si stammt ihre Toch­ter Blu­e­bell Madon­na, die 2006 zur Welt kam. Inzwi­schen nennt sich Geri mal Hal­li­well, mal Hor­ner – und manch­mal Halliwell-Horner.

Dass die frü­hen Spi­ce-Girls-Jah­re nicht ganz spur­los an ihr vor­bei­ge­gan­gen sind, konn­te man ange­sichts ihres dras­ti­schen Gewichts­ver­lusts damals ahnen. Die Sän­ge­rin bestä­tig­te es auch vor eini­gen Jah­ren in einem Inter­view mit US-Talk­mas­te­rin Oprah Win­phrey. „In mei­nen 20ern hat­te ich Buli­mie”, erzähl­te sie. „Selbst als ich mich davon erholt hat­te, hat­te ich ein schwie­ri­ges Ver­hält­nis zum Essen.” Erst nach der Geburt ihrer Toch­ter habe sie die rich­ti­ge Balan­ce gefun­den, so Halliwell.

Neben ihrer Musik­kar­rie­re ist „Gin­ger Spi­ce” viel­sei­tig aktiv. Sie taucht regel­mä­ßig an der Sei­te ihres Man­nes auf der Renn­stre­cke auf. Sie enga­giert sich für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke und ist als Bot­schaf­te­rin des Bevöl­ke­rungs­fonds der Ver­ein­ten Natio­nen unter­wegs. Außer­dem ver­öf­fent­lich­te sie zwei Yoga-DVDs, zwei Auto­bio­gra­fien und eine Kin­der­buch­rei­he. Und gele­gent­lich designt sie auch Mode.

Das berühm­te, iko­ni­sche und inzwi­schen unzäh­li­ge Male kopier­te Uni­on-Jack-Kleid, mit dem Geri Hal­li­well vor 25 Jah­ren bei den Brits für Furo­re sorg­te, war übri­gens eine kurio­se Eigen­krea­ti­on von ihr, wie die Sän­ge­rin im ver­gan­ge­nen Jahr bei Insta­gram ver­riet: „Ein Geschirr­tuch für fünf Pfund auf einem Gucci-Kleid.”