news/APA/Freitag, 28.03.25, 12:19:39

Tote und Schäden in Myanmar und Thailand durch Erdbeben

In Myanmar hat sich am Freitag ein Erdbeben der Stärke 7,7 ereignet. Aus dem südostasiatischen Land wurden zunächst mindestens 20 Tote gemeldet. In der Hauptstadt Naypyidaw gab es laut Behörden zahlreiche weitere Opfer. Im Nachbarland Thailand stürzte in Bangkok ein im Bau befindliches Hochhaus ein. Unter den Trümmern des Wolkenkratzers wurden Dutzende Arbeiter eingeschlossen, mindestens drei starben. In mehreren Regionen Myanmars und in Bangkok wurde der Notstand ausgerufen.
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Mindestens zehn Menschen kamen laut jüngsten Berichten beim Einsturz einer Moschee in Myanmar ums Leben. Das meldete die Nachrichtenagentur Khit Thit Media unter Berufung auf Rettungskräfte. Die Moschee stand den Angaben zufolge in der Stadt Mandalay. Der Einsturz passierte während eines Gottesdienstes. In Taungoo stürzte ein Kloster ein, in dem Vertriebene untergebracht waren. Fünf Menschen starben demnach, darunter auch Kinder. Mehrere Menschen sollen noch eingeschlossen sein, hieß es unter Berufung auf Augenzeugen.

Wie Behördenvertreter in Myanmar mitteilten, waren in der Nähe eines der wichtigsten Krankenhäuser der Hauptstadt Naypyidaw zahlreiche Straßen beschädigt, es kam zu Staus und Verzögerungen bei Krankentransporten. Verletzte wurden teilweise auf den Straßen versorgt. In dem Ort Aung Ban im Landesinneren kollabierte ein Hotel, viele Menschen sollen dort eingeschlossen sein, wie Rettungsteams in sozialen Medien berichteten.

Das Epizentrum des Hauptbebens lag den Angaben zufolge 17 Kilometer vor der Millionenstadt Mandalay. Nur wenige Minuten später ereignete sich ein weiteres Beben der Stärke 6,4. In der zweitgrößten Stadt Myanmars stürzten Gebäude ein, in Sagaing brach eine alte Brücke ein. Die Erde habe teils minutenlang gezittert, hieß es. In sozialen Medien waren einstürzende Gebäude in Mandalay zu sehen und auf den Straßen liegende Trümmer. In einem außergewöhnlichen Schritt bat die Militärjunta wegen der Katastrophe um internationale Hilfe, wie ihr Sprecher mitteilte. Im von der Junta autoritär regierten Krisenland Myanmar dringen Informationen oft nur schwer nach außen.

In Bangkok wurden Geschäfte evakuiert, Menschen flohen aus ihren Häusern. Die thailändische Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra brach eine Reise ab, um eine Dringlichkeitssitzung abzuhalten, wie sie bei X bekannt gab. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei dem eingestürzten Gebäude in Bangkok um ein 30-stöckiges im Bau befindliches Hochhaus. Einsatzkräfte suchten unter Bergen aus Beton und Stahl nach den Verschütteten.

Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, war das Beben auch in der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan in Südwestchina deutlich zu spüren. Betroffen waren unter anderem die Großstadt Kunming oder die bei Touristen beliebten Orte Lijiang und Dali. Der Katastrophenschutz in der Stadt Ruili sprach von Schäden an Häusern und Verletzten, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten. Auch in den chinesischen Provinzen Guizhou und Guangxi waren die Erdstöße zu spüren.

Nach dem schweren Erdbeben bietet Indien seine Hilfe an. Sein Land sei besorgt über die Situation in den beiden betroffenen Ländern, schrieb der indische Ministerpräsident Narendra Modi auf der Plattform X. „Indien ist bereit, alle mögliche Unterstützung anzubieten.“ Das Erdbeben war nach Medienberichten auch in Teilen Bangladeschs und Indiens zu spüren. Es hätten jedoch keine Angaben über Schäden vorgelegen.

Erdbeben sind in Myanmar relativ häufig. Laut USGS ereigneten sich zwischen 1930 und 1956 sechs starke Beben mit einer Stärke von mindestens 7,0 in der Nähe der sogenannten Sagaing-Verwerfung, die sich vom Norden in den Süden durch das Land zieht.

Die österreichische Botschaft in Bangkok steht mit den Auslandsösterreicherinnen und Auslandsösterreichern und Reisenden aus Österreich sowie mit den Behörden vor Ort in engem Kontakt, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Außenministerium in Wien. Es werde jedem Hinweis auf betroffene Österreicher nachgegangen. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand befinden sich keine österreichischen Staatsbürgerinnen oder Staatsbürger unter den Opfern.“

„Insgesamt gehen wir von rund 6.000 Österreichern aus, die sich in Thailand aufhalten. In Bangkok und in den vom Erdbeben betroffenen Regionen nördlich von Bangkok befinden sich derzeit über 1.000 Österreicher.“ In Myanmar seien rund zehn Auslandsösterreicher registriert, keine in den am schlimmsten betroffenen Regionen. Über österreichische Reisende in Myanmar liegen dem Außenministerium aktuell keine Informationen vor.

Anordnungen der Einsatzkräfte vor Ort sollten unbedingt befolgt werden, wurde geraten. Betroffene können sich jederzeit bei der Botschaft in Bangkok oder beim österreichischen Außenministerium melden.