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blog / Freitag 01.04.22

10 Tipps für gelun­ge­ne Gra­fi­ken: So wird Ihre Info­gra­fik zum Eyecatcher

Kom­pli­zier­te Sach­ver­hal­te auf den Punkt brin­gen: Genau dafür eig­nen sich Info­gra­fi­ken beson­ders gut. Die Erstel­lung ist ein Pro­zess, der eine agi­le Denk­wei­se und gute Vor­be­rei­tung erfor­dert. Zehn Tipps, damit die Gra­fik am Ende gelingt und zum Eye­cat­cher wird, fin­den Sie hier.

Tipp 1: Inhalt­li­che Vor­be­rei­tung ist alles

Die Vor­be­rei­tungs­pha­se darf kei­nes­falls unter­schätzt wer­den, denn hier lau­ert bereits die ers­te und größ­te Stol­per­fal­le, die gute Info­gra­fi­ken von schlech­ten unter­schei­det. Wird an Gra­fi­ken gedacht, schie­ßen einem schnell hun­der­te Ideen für die visu­el­le Umset­zung in den Kopf, und man baut gedank­lich schon ein coo­les Sun­burst-Chart, weil das gera­de ange­sagt ist. First Step muss aber immer die inhalt­li­che Über­le­gung der Gra­fik sein: Was ist die Haupt­in­for­ma­ti­on der Info­gra­fik? Wel­che Mes­sa­ge soll trans­por­tiert wer­den und wel­che Daten habe ich über­haupt? Kurz gesagt: Über­le­gen Sie sich, was die Sto­ry ist und brin­gen Sie die­se auf den Punkt, bevor Sie sich Gedan­ken über die gra­fi­sche Dar­stel­lungs­form machen. Auch wenn oft meh­re­re Wege nach Rom füh­ren, in die­sem Fall han­delt es sich bei der Vor­ge­hens­wei­se immer um eine Ein­bahn­stra­ße und die lau­tet: Von der Sto­ry zur Info­gra­fik und nicht umge­kehrt! Zeit in span­nen­de Gra­fi­ken zu inves­tie­ren, die am Ende nicht anwend­bar sind, ist frus­trie­rend und kann ein­fach ver­mie­den werden.

 

Tipp 2: Hip­pes Tool gleich hip­pe Grafik?

Mitt­ler­wei­le fin­det man online vie­le Gra­fik-Tools, die durch vor­ge­fer­tig­te Design-Tem­pla­tes „Do it yourself“-Grafiken anbie­ten. Hier ist Vor­sicht gebo­ten, denn die­se auto­ma­ti­siert erstell­ten Dia­gram­me neh­men dan­kend sämt­li­che Daten­sät­ze an – egal, ob die­se zur Visua­li­sie­rungs­form pas­sen oder nicht. Sicher ken­nen Sie Gra­fi­ken, bei denen man denkt: Was soll mir das jetzt sagen? Sol­che Gra­fi­ken gibt es lei­der im Über­fluss, und oft liegt es dar­an, dass gut­aus­se­hen­de Dar­stel­lungs­for­men gewählt wer­den, die die Inhal­te nicht adäquat wie­der­ge­ben. Hat man wenig Erfah­rung bei der Gestal­tung von Gra­fi­ken, ver­lei­ten ins­be­son­de­re die­se pro­fes­sio­nell wir­ken­den Design-Tem­pla­tes oft dazu, eine span­nen­de Sto­ry mit einer unge­eig­ne­ten Gra­fik dar­zu­stel­len, die im End­ef­fekt mehr zur Ver­wir­rung als zur Auf­klä­rung bei­trägt. Jede Gra­fik ist ein­zig­ar­tig und vor­ge­fer­tig­te Patent-Tem­pla­tes sind daher oft nicht die rich­ti­ge Lösung.

 

Tipp 3: Tes­ten, tes­ten, testen

Wer könn­te bes­ser beur­tei­len, ob Ihre Gra­fik genau das wider­spie­gelt, was Sie aus­sa­gen wol­len, als eine unbe­tei­lig­te Per­son? Beim Erstel­len einer Gra­fik beschäf­ti­gen wir uns inten­siv mit einem bestimm­ten The­ma. Oft sind wir in unse­rer eige­nen Bla­se gefan­gen und was uns logisch erscheint, ist für Außen­ste­hen­de nur schwer nach­voll­zieh­bar. Am bes­ten bit­ten Sie eine neu­tra­le Per­son, die idea­ler­wei­se nicht in Ihrem Unter­neh­men arbei­tet oder zumin­dest nichts mit dem The­ma zu tun hat, die Inhal­te Ihrer Gra­fik wie­der­zu­ge­ben. Wich­tig ist, dass Sie im Vor­hin­ein nichts dazu sagen, geben Sie die Gra­fik unkom­men­tiert wei­ter und fra­gen Sie: Was sehen Sie auf die­ser Gra­fik? Was den­ken Sie, ist die Haupt­aus­sa­ge? Was kann aus der Gra­fik noch abge­lei­tet wer­den? Stim­men die Ant­wor­ten der befrag­ten Per­son mit Ihren Vor­stel­lun­gen über­ein, haben Sie alles rich­tig gemacht. Falls nicht, wis­sen Sie, wo Sie nach­schär­fen müs­sen. Im Ide­al­fall wie­der­ho­len Sie den Vor­gang bei wei­te­ren Personen.

 

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Tipp 4: Drei-Sekunden-Regel

Gra­fi­ken sol­len Sach­ver­hal­te ein­fach dar­stel­len und schnell erfass­bar machen, wor­um es geht. Im Ide­al­fall die­nen Sie als Ein­stiegs­punkt in eine Sto­ry und machen den Lese­rin­nen und Lesern auch den Text rund um die Gra­fik schmack­haft. Sobald Sie die Gra­fik ande­ren Per­so­nen zur inhalt­li­chen Beur­tei­lung geben, ach­ten Sie auch dar­auf, wie schnell die­se Ihre Fra­gen beant­wor­ten kön­nen. Ist inner­halb von drei Sekun­den nicht klar, wor­um es geht, hat die Gra­fik ihre Auf­ga­be ver­fehlt. Immer­hin soll sie The­men die Kom­ple­xi­tät neh­men und kei­ne Quiz­auf­ga­be darstellen.

 

Tipp 5: Kom­men Sie auf den Punkt

Ver­ab­schie­den Sie sich von dem Gedan­ken sämt­li­che Infor­ma­tio­nen in eine Gra­fik packen zu kön­nen und fokus­sie­ren Sie sich auf eine Kern­bot­schaft. Was ein­fach klingt, ist wohl der schwers­te Teil beim Erstel­len einer Gra­fik. Den­noch ist es wich­tig, die Inhal­te so kurz wie mög­lich, jedoch so lang wie nötig zu gestal­ten. Prio­ri­sie­ren Sie Ihre The­men und arbei­ten Sie die wesent­li­che Sto­ry her­aus: Was inter­es­siert Ihre Ziel­grup­pe? Wel­che Bot­schaft soll im Gedächt­nis blei­ben? Wor­in besteht Ihre Kom­pe­tenz, mit wel­chen Daten und Infor­ma­tio­nen kön­nen Sie punk­ten? Eine gelun­ge­ne Info­gra­fik baut stets auf einer kon­kre­ten Bot­schaft auf.

 

Tipp 6: Wahr­heit vor Schönheit

Sie sind mit Ihrer Gra­fik unzu­frie­den, weil kei­ne Peaks erkenn­bar sind, das Dia­gramm dadurch ein­tö­nig und wenig aus­sa­ge­kräf­tig wirkt? Trotz­dem: Ver­zer­ren Sie Ihre Gra­fi­ken nicht und wäh­len Sie kei­ne über­pro­por­tio­nal gro­ßen Ein­hei­ten, nur damit Ihre Gra­fi­ken span­nen­der wir­ken. Mani­pu­la­tio­nen sind ein abso­lu­tes No-Go, gehen in der Regel nach hin­ten los und scha­den Ihrem Ruf. Info­gra­fi­ken haben die Auf­ga­be, Infor­ma­tio­nen und Zusam­men­hän­ge neu­tral abzu­bil­den – die Inter­pre­ta­ti­on bleibt jedem selbst über­las­sen und darf nicht durch visu­el­le Täu­schun­gen in eine bestimm­te Rich­tung drängen.

 

Tipp 7: Die magi­sche Fünf

Die magi­sche Zahl, was die visu­el­le Gestal­tung einer Gra­fik betrifft, ist die Fünf. Ver­wen­den Sie zum Bei­spiel maxi­mal fünf Tor­ten­stü­cke, Kur­ven­li­ni­en oder Far­ben in einem Dia­gramm. Das dient in ers­ter Linie der Über­sicht­lich­keit der Gra­fik und hilft dabei, die Bot­schaft schnell zu trans­por­tie­ren und die Drei-Sekun­den-Regel zu erfül­len (sehen Sie Tipp 4).

 

Tipp 8: Usa­bi­li­ty first

Print, Smart­pho­ne, Lap­top, Tablet: Ihre Gra­fik kann auf vie­le Wei­sen dar­ge­stellt wer­den. Wich­tig ist, schon bei der Kon­zep­ti­on zu beach­ten, dass jede Ober­flä­che eige­ne Anfor­de­run­gen mit sich bringt, die berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Nicht auf jedem End­ge­rät sind Inter­ak­ti­vi­tät, Ani­ma­tio­nen oder Live-Updates sinn­voll – über­le­gen Sie sich im Vor­hin­ein, wie die Gra­fi­ken auf ver­schie­de­nen Devices nutz­bar sein sol­len. Nur weil eine inter­ak­ti­ve Gra­fik auf einem gro­ßen Bild­schirm span­nend anzu­se­hen ist, heißt das nicht, dass sie auch auf einem Smart­pho­ne sinn­voll dar­stell­bar ist. Defi­nie­ren Sie außer­dem, wel­che Schnitt­stel­len not­wen­dig sind, ob es Aktua­li­sie­run­gen geben soll und eine Archi­vie­rung gewünscht ist. Mehr erfah­ren Sie hier.

 

Tipp 9: Spe­zi­fi­ka bei Ani­ma­tio­nen und inter­ak­ti­ven Grafiken

Eine inter­ak­ti­ve Umset­zung von Gra­fi­ken ist oft sehr beliebt, da sich meist meh­re­re Inhal­te dar­stel­len las­sen und beim User ein spie­le­ri­scher Effekt ent­steht. Beson­ders in die­sem Fall ist es wich­tig, dass Sie die ver­schie­de­nen End­ge­rä­te von Anfang an mit­den­ken, denn für Ani­ma­tio­nen muss eine soge­nann­te Funk­ti­ons­pla­nung, zusätz­lich zur inhalt­li­chen und gestal­te­ri­schen Kon­zep­ti­on, erfol­gen. Sequen­zen und Bewe­gungs­ab­läu­fe müs­sen in einem Sto­ry­board bzw. via Wire­frame skiz­ziert werden.

 

Tipp 10: Dür­fen Sie das?

Woher kom­men Ihre Daten für die Gra­fik? Bei der Ver­wen­dung von Inhal­ten Drit­ter klä­ren Sie unbe­dingt vor­ab alle Nut­zungs­rech­te. Wenn Sie Ihre Gra­fik-Gestal­tung aus­la­gern, legen Sie fest, in wes­sen Besitz sich ein­zel­ne Inhal­te nach Fer­tig­stel­lung befinden.

 

Jetzt wis­sen Sie alles, was Sie bei der Erstel­lung einer Info­gra­fik beach­ten müs­sen. Neh­men Sie sich aus­rei­chend Zeit für die Vor­be­rei­tung und defi­nie­ren Sie Ihre Kern­bot­schaft, bevor sie sich ans Design machen. Wenn Sie nicht wis­sen, wel­che Dar­stel­lungs­form zu Ihrer Sto­ry passt, las­sen Sie sich von Exper­tin­nen und Exper­ten bera­ten. Wei­te­re Tipps zur Tech­nik und kon­kre­ten Umset­zung erfah­ren Sie in unse­rem White­pa­per „Abso­lute­ly Visual“.

 

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