apa.at
blog / Montag 01.02.21

Ret­tungs­sa­ni­tä­ter wur­de nicht geimpft

APA/dpa/Symbolbild

Impf-Kri­ti­ker ver­wei­sen als Argu­ment gegen die Coro­na-Imp­fung immer wie­der auf Todes­fäl­le, die angeb­lich nach der Imp­fung gesche­hen sein sol­len. Die­ses Mal soll ein jun­ger Ret­tungs­sa­ni­tä­ter aus dem Bezirk Ober­pul­len­dorf im Bur­gen­land nach einer Imp­fung gestor­ben sein, so behaup­tet es zumin­dest ein Face­book-Pos­ting, das mit rund 500 Shares inner­halb eines Tages bereits eine beacht­li­che Reich­wei­te erzielt. Der Ver­stor­be­ne soll zwei Kin­der und eine Frau hin­ter­las­sen haben.

Zu über­prü­fen­de Infor­ma­ti­on: Ein 37-jäh­ri­ger Ret­tungs­sa­ni­tä­ter ist in Ober­pul­len­dorf nach einer Imp­fung gestorben.

Ein­schät­zung: Es gibt kei­ne Hin­wei­se, dass der Todes­fall eines jun­gen Ret­tungs­sa­ni­tä­ters in Ober­pul­len­dorf etwas mit einer Imp­fung zu tun hat. Laut Rotem Kreuz war der Mann gar nicht gegen das Coro­na­vi­rus geimpft worden.

Über­prü­fung: Eine Quel­le nennt die Erstel­le­rin des Postings in ihrem Bei­trag nicht. Den­noch kommt man über eine Goog­le-Suche mit den Schlag­wör­tern schnell zu Arti­keln über den Tod eines jun­gen Ret­tungs­sa­ni­tä­ters in Land­see im Bezirk Ober­pul­len­dorf. Die­se Nach­richt fand sich am 25. Jän­ner etwa in der «Kro­nen Zei­tung», der «BVZ» und auf «mein​be​zirk​.at» vom 25. Jänner.

Ein Spre­cher des Lan­des­ver­ban­des Bur­gen­land des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes erklär­te jedoch auf APA-Anfra­ge, dass der Mann gar nicht gegen das Coro­na­vi­rus geimpft wor­den ist. Dies wür­den sowohl sei­ne Dienst­stel­le als auch sei­ne Ehe­frau bestä­ti­gen. Damit kön­ne es auch kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen sei­nem Tod und einer Imp­fung geben.

Das Pos­ting sei nach Anga­ben des Spre­chers bekannt und habe beim Roten Kreuz und den Ange­hö­ri­gen Bestür­zung aus­ge­löst. Es hand­le sich um eine «unwah­re, pie­tät­lo­se Behauptung».

Nach den Infor­ma­tio­nen in den Nach­rich­ten­mel­dun­gen han­del­te es sich bei dem Ver­stor­be­nen um einen 33-Jäh­ri­gen und nicht um einen 37-Jäh­ri­gen. Auch ließ er eine drei­jäh­ri­ge Toch­ter und eine schwan­ge­re Ehe­frau zurück und nicht zwei „klei­ne Kinder”.

Wenn Sie zum Fak­ten­check-Team Kon­takt auf­neh­men oder Fak­ten­checks zu rele­van­ten The­men anre­gen möch­ten, schrei­ben Sie bit­te an faktencheck@apa.at
Flo­ri­an Schmidt/Antonia Potucek