apa.at
blog / Mittwoch 13.01.21

APA Check Avatar Kei­ne Pati­en­ten mit Impf­schä­den in Pri­vat­kli­nik Döbling

Bild: APA/Archiv

Impf­kri­ti­sche Bei­trä­ge sind in den Sozia­len Medi­en kei­ne Sel­ten­heit. Oft ver­brei­tet wer­den auch Behaup­tun­gen, wonach Men­schen mit Impf­schä­den oder Neben­wir­kun­gen in Kran­ken­häu­sern behan­delt wer­den wür­den. So heißt es etwa in Face­book-Postings (Bei­spiel 1Bei­spiel 2), dass in der Pri­vat­kli­nik Döb­ling bereits „die ers­ten Impf­schä­den bei Pri­vat­pa­ti­en­ten ein­ge­lie­fert” wor­den sei­en. Ärz­te hät­ten ihre Ange­stell­ten infor­miert, dass sie auf kei­ne Imp­fung des Per­so­nals bestehen wür­den. „Zu vie­le Neben­wir­kun­gen”, heißt es. Auch im Spi­tal in Tulln wür­de es Pati­en­ten mit „mas­si­ven Neben­wir­kun­gen” geben.

Zu über­prü­fen­de Infor­ma­ti­on: In die Pri­vat­kli­nik Döb­ling und ins Spi­tal in Tulln wur­den Men­schen mit Impf­schä­den bzw. mas­si­ven Impf-Neben­wir­kun­gen ein­ge­lie­fert. In Döb­ling haben Ärz­te ihre Ange­stell­ten infor­miert, dass sie auf­grund der vie­len Neben­wir­kun­gen auf kei­ne Imp­fung des Per­so­nals bestehen.

Ein­schät­zung: Das ist falsch. In der Pri­vat­kli­nik Döb­ling wur­den kei­ne Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Impf­schä­den der Coro­na-Imp­fung oder einer ande­ren Imp­fung ein­ge­lie­fert. Sei­tens der Kli­nik gibt es eine kla­re Emp­feh­lung für die zuge­las­se­ne Coro­na-Imp­fung. Auch im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Tulln gibt es kei­ne Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, die wegen Neben­wir­kun­gen der Covid-19-Imp­fung behan­delt werden.

Über­prü­fung: Wie die Wie­ner Pri­vat­kli­nik Döb­ling Anfang Jän­ner 2021 auf Face­book mit­teil­te, sei­en Mel­dun­gen, wonach Pati­en­ten mit Impf­schä­den ver­ur­sacht durch Covid-19 Imp­fun­gen in der Kli­nik behan­delt wer­den wür­den, „zu 100% unwahr und ent­beh­ren jeg­li­cher Grund­la­ge”. Auch dass Ärz­te der Kli­nik ihre Ange­stell­ten infor­miert hät­ten, dass sie auf kei­ne Imp­fung des Per­so­nals bestehen, weil es zu vie­le Neben­wir­kun­gen gebe, ist dem­nach falsch.

Die Kli­nik infor­mier­te zusätz­lich in einer Pres­se­aus­sen­dung über die Falsch­mel­dung in sozia­len Medi­en. Laut dem Ärzt­li­chen Direk­tor der Kli­nik, Dr. Chris­ti­an Kainz, wür­den sie sich „mit aller Ent­schie­den­heit gegen die­se ver­such­te Instru­men­ta­li­sie­rung durch Impf­geg­ner und Leu­te, deren ein­zi­ges Ziel es ist, Men­schen durch geziel­te Falsch­in­for­ma­tio­nen zu ängs­ti­gen” verwehren.

Basie­rend auf den Emp­feh­lun­gen von Exper­tin­nen und Exper­ten sowie Gesund­heits­be­hör­den gebe es von­sei­ten der Kli­nik eine kla­re Emp­feh­lung für die zuge­las­se­ne Coro­na-Imp­fung. Auf Anfra­ge der APA sag­te zudem eine Pres­se­spre­che­rin, dass auch kei­ne Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Impf­schä­den irgend­ei­ner ande­ren Imp­fung in die Pri­vat­kli­nik Döb­ling ein­ge­lie­fert wor­den seien.

Auch das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Tulln teil­te der APA am 11. Jän­ner 2021 via Mail auf Anfra­ge mit, dass bis­her kei­ne Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten auf­grund von Impf­schä­den oder mas­si­ven Neben­wir­kun­gen ver­ur­sacht durch die SARS-CoV-2-Imp­fung im Kli­ni­kum behan­delt wer­den muss­ten. Im Kran­ken­haus wür­den der­zeit gar kei­ne Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, son­dern nur Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter geimpft werden.

168 von ihnen hät­ten bis dato die 1. Teil­imp­fung erhal­ten. Kei­ne der Geimpf­ten hät­ten eine nega­ti­ve Impf­re­ak­ti­on oder eine Neben­wir­kung gezeigt. Die Imp­fung beru­he auf Frei­wil­lig­keit. „Wir ver­weh­ren uns ent­schie­den gegen jed­we­de Falsch­in­for­ma­tio­nen aus den sozia­len Medi­en”, hieß es weiter.

Wenn Sie zum Fak­ten­check-Team Kon­takt auf­neh­men oder Fak­ten­checks zu rele­van­ten The­men anre­gen möch­ten, schrei­ben Sie bit­te an faktencheck@apa.at

Vale­rie Schmid/Florian Schmidt