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blog / Donnerstag 24.02.22

APA Check Avatar Geschich­te über Mück­steins Impf­sta­tus ist erfunden

APA/Archiv

Weil eini­ge Men­schen an die Schäd­lich­keit von Imp­fun­gen glau­ben, wer­den auch öfter Behaup­tun­gen laut, dass Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker eigent­lich gar nicht geimpft sei­en. Ein Vor­fall in einem Hotel in Bad Wal­ters­dorf soll dies bewei­sen. Dort habe Gesund­heits­mi­nis­ter Wolf­gang Mück­stein näm­lich auf­grund eines feh­len­den 3G-Nach­wei­ses nicht ein­che­cken dür­fen, heißt es in zahl­rei­chen Social Media-Postings (1,2,3) und Kanä­len bei Mes­sen­ger­diens­ten (4) mit gro­ßer Reichweite.

Ein­schät­zung: Die Geschich­te ist frei erfun­den und ähnelt einer vira­len Behaup­tung von ver­gan­ge­nem Jahr. Mück­stein ist geimpft. Das genann­te Hotel gibt es gar nicht mehr.

Über­prü­fung:
Mück­stein ist geimpft und bereits geboos­tert. Auf sei­nen Impf­schutz wur­de bereits in einem APA-Fak­ten­check im Okto­ber 2021 (5) auf­grund einer ähn­li­chen Geschich­te um einen erfun­de­nen Lokal-Raus­wurf hin­ge­wie­sen. Eben­so wur­de auf­ge­zeigt, dass Mück­stein immer klar für die Imp­fung ein­ge­tre­ten ist (6,7).

Doch auch dar­über hin­aus gibt es eini­ge Unstim­mig­kei­ten in der vira­len Geschich­te. Das genann­te Hotel Paierl in Bad Wal­ters­dorf gibt es gar nicht mehr (12). Die­ses wur­de im Jahr 2019 ver­kauft, heu­te fin­det sich dort nur noch das „Ayur­ve­da Resort Man­di­ra”. Dort bestä­tig­te man auf Anfra­ge der APA, dass es sich bei der Geschich­te um „Fake News” hand­le. Mück­stein sei am Wochen­en­de „defi­ni­tiv nicht” im Hotel gewe­sen und auch nicht heim­ge­schickt worden.

Das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um ver­nein­te eben­so eine ent­spre­chen­de Anfra­ge. Mück­stein sei geimpft und hät­te bei ver­gan­ge­nen Hotel­auf­ent­hal­ten immer einen 3G-Nach­weis her­zei­gen kön­nen. Die aktu­el­le Behaup­tung, er hät­te nicht in einem Hotel ein­che­cken kön­nen, sei falsch.

Inter­es­sant ist auch die ver­meint­li­che Quel­le der Behaup­tung. Eines der frü­hes­ten Postings (8) ist genau­so wenig auf­zu­fin­den (9) wie die Autorin. Die­se hat­te die Behaup­tung offen­sicht­lich in meh­re­re Grup­pen und Kanä­len (10,11) geteilt, wor­auf­hin die Geschich­te meis­tens wort­gleich von ande­ren Usern über­nom­men wor­den ist.

 

Links
(1) Face­book-Bei­trag: http://​go​.apa​.at/​Y​B​k​x​W​ddI (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​V​C​M51)
(2) Face­book-Bei­trag: http://​go​.apa​.at/​o​W​p​S​f​P1a (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​V​O​NPQ)
(3) Face­book-Suche: http://​go​.apa​.at/​G​k​x​6​6​rzd (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​K​w​DvA)
(4) Bei­trag bei Tele­gram: http://​go​.apa​.at/​n​r​9​P​K​E9j (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​g​c​3ID)
(5) APA-Fak­ten­check: http://​go​.apa​.at/​w​6​9​s​b​KqP
(6) „Kurier”-Artikel zu Mück­stein: http://​go​.apa​.at/​V​K​7​j​O​OGn (archi­viert: http://​go​.apa​.at/​V​Q​d​n​F​UDx)
(7) „Presse”-Artikel zu Mück­stein: http://​go​.apa​.at/​j​C​2​W​q​Yuc (archi­viert: http://​go​.apa​.at/​Z​8​Z​8​x​fFY)
(8) Screen­shot von Pos­ting: http://​go​.apa​.at/​R​O​m​z​A​AFM (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​Q​j​P5p)
(9) Suche in Face­book-Grup­pe: http://​go​.apa​.at/​E​E​e​U​B​JAO (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​7​U​Btz)
(10) Screen­shot von Pos­ting: http://​go​.apa​.at/​A​u​e​9​q​mcb (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​j​J​eFi)
(11) Screen­shot von Pos­ting: http://​go​.apa​.at/​P​J​P​P​d​hVt (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​7​G​gR3)
(12) Hotel Paierl: http://​go​.apa​.at/​J​4​2​Y​n​Og9 (archi­viert: https://​archi​ve​.is/​G​7​em6)

 

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Flo­ri­an Schmidt / Vale­rie Schmid