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blog / Mittwoch 04.11.20

APA Check Avatar Eif­fel­turm leuch­te­te nicht rot-weiß-rot

Nach dem Ter­ror­an­schlag mit vier Toten und meh­re­ren Ver­letz­ten am Mon­tag­abend in Wien tra­fen aus vie­len Tei­len der Welt Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen ein. Zahl­rei­che Staats- und Regie­rungs­chefs spra­chen Öster­reich ihr Mit­ge­fühl aus und auch die eine oder ande­re Sehens­wür­dig­keit erstrahl­te aus Soli­da­ri­tät in den Far­ben Öster­reichs: rot-weiß-rot. Auch der Pari­ser Eif­fel­turm, behaup­ten eini­ge Face­book-User (Bei­spiel 1Bei­spiel 2Bei­spiel 3).

Zu über­prü­fen­de Behaup­tung: Der Eif­fel­turm in Paris erstrahl­te nach dem Ter­ror­an­schlag in Wien rot-weiß-rot.

Ein­schät­zung: Das ist falsch.

Über­prü­fung: Die fran­zö­si­sche Bot­schaft in Wien teil­te der APA am 4. Novem­ber 2020 via Mail mit, dass es sich bei dem Bild vom rot-weiß-roten Eif­fel­turm, das der­zeit in Sozia­len Netz­wer­ken kur­siert, um eine alte Auf­nah­me hand­le und nicht von ges­tern sei.

Auch der öster­rei­chi­sche Bot­schaf­ter in Frank­reich, Micha­el Lin­hart, teil­te der APA am 3. Novem­ber 2020 via Mail mit: „Das ist eine Falsch­mel­dung, der Eif­fel­turm war heu­te NICHT rot­weiß­rot ange­strahlt. Dies wur­de mir von der Eif­fel­turm­ge­sell­schaft bestätigt.“

Eti­en­ne Berch­told, ein Pres­se­spre­cher von Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz (ÖVP), bestä­tig­te auf Twit­ter eben­falls, dass es sich bei dem Bild um einen Fake handelt.

Der Ursprung des Bil­des ist unklar. Die Bil­der-Rück­wärts­su­che zeigt kei­ne wei­te­ren Tref­fer an. Mög­li­cher­wei­se geht das Foto aber auch auf das Jahr 2016 zurück, als die Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft in Frank­reich statt­fand und man die Mög­lich­keit hat­te, mit aus­rei­chend Enga­ge­ment in den Sozia­len Netz­wer­ken, also zB. vie­len Hash­tags, den Eif­fel­turm in der Far­be des eige­nen Lan­des erstrah­len zu las­sen. Dar­über berich­te­ten 2016 etwa die „Klei­ne Zei­tung“ und „Radio Ara­bel­la“ auf Facebook.

Der­zeit leuch­tet der Pari­ser Eif­fel­turm aber auf alle Fäl­le nicht in irgend­wel­chen Far­ben, da die obe­re Hälf­te sogar ein­ge­hüllt ist, wie Web­cam-Bil­der zeigen.

In meh­re­ren ande­ren Städ­ten erstrahl­ten aber nach dem Anschlag in Wien tat­säch­lich wich­ti­ge Gebäu­de oder Brü­cken in den Far­ben rot-weiß-rot, etwa in Sara­je­vo, Bel­grad, Bra­tis­la­va oder Ljub­l­ja­na, wie die „Sara­je­vo Times”, „oe24″, die „Klei­ne Zei­tung” und „vien​na​.at” berich­te­te.

Der Präsidentenpalast in Bratislava

Der Prä­si­den­ten­pa­last in Bra­tis­la­va Bild: APA/AFP

 

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Vale­rie Schmid/Florian Schmidt

 

AKTUA­LI­SIERT AM 5. NOV. 2020 09:19