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blog / Mittwoch 01.07.26
PRVA/APA-Fotoservice/Schedl Klemens Ganner, APA-Comm-CEO, und Johannes Angerer, PRVA-Vizepräsident, eröffneten den KomKon 26.

Neuer Mut und große Möglichkeiten am KomKon 26

Am 7. Mai ging die zweite Auflage des KomKon im Wiener Tech Gate über die Bühne. APA-Comm und PRVA Public Relations Verband Austria hatten erneut zum größten Kommunikationskongress Österreichs geladen.

Mit einer stimmungsvollen Pre-Opening-Party über den Dächern Wiens startete am Vorabend des Kongresses das Programm unter dem Motto „Mut.Macht.Momente.“ Der Abend stand ganz im Zeichen von Mut, persönlichen Erfahrungen und neuen Perspektiven. Die Singer-Songwriterin Sofia Reyna und Medienmanager Stefan Lassnig gewährten persönliche Einblicke in Momente ihres Lebens, in denen Mut den entscheidenden Unterschied gemacht hat. Besonders Sofia Reynas Worte blieben in Erinnerung: „Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Mut heißt, es trotzdem zu machen.“

Bewusst divers war das Programm des anschließenden Kongresstages gestaltet, um dem umfassenden Wandel der Kommunikationsbranche in zahlreichen Aspekten Rechnung zu tragen. Eröffnet wurde der Branchenkongress von APA-Comm-CEO Klemens Ganner und PRVA-Vizepräsident Johannes Angerer, die unter dem Kongressmotto „Neuer Mut und große Möglichkeiten“ die Rolle der Veränderung als bestimmendes Thema der Branche hervorhoben.

Doris Schmidauer am Podium des KomKon 26 Eröffnungs-Keynote  „Zwei Minuten für die Zukunft“ von „First Volunteer“ Doris Schmidauer
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In der ersten Keynote des Tages „Zwei Minuten für die Zukunft“ verwies Beraterin, Motivatorin und „First Volunteer“ Doris Schmidauer auf die große Tragweite unbewusster Entscheidungen. „Wir alle gestalten die Welt und das Land, in dem wir morgen leben wollen, mit“, sprach Schmidauer die Kommunikationsbranche an.

In der darauffolgenden Keynote erklärte Stefanie Rupp-Menedetter, Chief Communications Officer bei ProSiebenSat1 Media SE, was es mit der Kraft von Narrativen auf sich hat, und warum unsichere Zeiten eine gute Gelegenheit dafür sind, sie gezielt einzusetzen: „In der Krise ist alles sehr fragmentiert und die Leute suchen Orientierung, wollen Antworten haben. Genau das ist die Möglichkeit, wo wir als Kommunikatorinnen und Kommunikatoren einsteigen können.“ Die Branche solle versuchen, so Rupp-Menedetter, keine Angst vor Krisen und Veränderungen zu haben: „Lassen Sie uns Mut zur Haltung haben, Kraft zur Positivität und lassen Sie uns gemeinsam Geschichten entwickeln, die es wert sind, gelebt zu werden!“

Ein Foto des ersten Panels des KomKon 26 Das erste Diskussions-Panel des Tages „Think big! Neuer Mut und große Möglichkeiten“, im Bild v.l.n.r.: Monika Fiala (EWP Recycling Pfand Österreich), Catharina Fendt (Ikea), Christian Kneil (APA), Marcel Friedrich (Keynote Speaker, Mutmacher-Weg), Brigitte Uitz-Dallinger (Eurovision Song Contest)
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Mut und Vertrauen im Fokus

Im ersten Diskussions-Panel des Tages wurde unter dem Titel „Think big! Neuer Mut und große Möglichkeiten“ von Catharina Fendt, Communication Managerin bei Ikea Österreich, Monika Fiala, Geschäftsführerin EWP Recycling Pfand Österreich, Marcel Friederich, Keynote Speaker, Journalist & Initiator des Mutmacher-Wegs sowie Brigitte Uitz-Dallinger, Kommunikation und Krisenkommunikation beim Eurovision Song Contest, unter Moderation des stellvertretenden APA-Chefredakteurs Christian Kneil daraufhin beleuchtet, wie es gelingt, mutig Veränderungsprozesse anzustoßen.

„Das Laster von uns allen, das dem Mut entgegensteht, ist die Gewohnheit“, meinte etwa Monika Fiala. Bei sämtlichen mutigen Entscheidungen, so ein gemeinsamer Tenor des Panels, sind verankerte Strukturen entscheidend. „Mutige Entscheidungen können getroffen werden, wenn das Umfeld dafür geschaffen ist. Dafür braucht es klare Werte, die nicht nur am Papier stehen, sondern auch wirklich gelebt werden“, so Catharina Fendt, die abschließend festhielt, dass gerade Kommunikatorinnen und Kommunikatoren mittels Storytellings starke Impulse und Zeichen setzen, die wirklich etwas verändern können.

In der zweiten Paneldiskussion wurden Trust, Propaganda, Fake News und Informationsqualität thematisiert – moderiert von der stellvertretenden Standard-Chefredakteurin Nana Siebert diskutierten Peter Klimek, Komplexitätsforscher bei Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), Verena Krawarik, Leiterin des APA-medialab, Andreas Seling, Partner bei Dorda Rechtsanwälte GmbH, Helene Voglreiter, Leiterin des ORF-Newsteams TV-Nachrichten, Videoproduktion und Verifikation und Jens Seiffert-Brockmann, Leiter des internationalen Masterstudiengangs Business Communication an der WU sowie Mitglied des PRVA-Ethikrats.

Darüber, welche Strategien bei Faktenchecks besonders vielversprechend sind, meinte Helene Voglreiter: „Wir versuchen, die Mechanismen hinter Falschinformationen zu zeigen, und suchen uns vor allem Themen heraus, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.“ Es brauche sogenannte „Newsfluencer“, die Glaubwürdigkeit und Vertrauen vermitteln und denen Userinnen und User glauben. Weiters wurden etwa Regulierungen angesprochen, unter anderem die neue Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte. Verena Krawarik erläuterte: „Wir haben in der Kommunikationswelt ein sehr genaues Bild davon, dass ein Deep Fake mit einer gezielten, manipulativen Täuschung einhergeht.“ Gesetzlich sei die Kennzeichnungspflicht aber weiter gefasst worden, was nun viele vor die Frage stelle, was alles ausgewiesen werden muss.

Neben den Panels im Auditorium wurden in mehreren Breakout-Sessions etwa Markenkommunikation, Qualität als Must-have in der PR und die auch künftige Rolle von Presseaussendungen thematisiert. Zu letzterem Thema moderierte Carina Engel von APA-Comm das Panel „Zwischen Prompts und Posts: Warum Presseaussendungen unverzichtbar bleiben“, auf dem unter anderem der anhaltende Bedarf nach gesicherten Informationen gerade im Maschinen-Kommunikationszeitalter betont wurde.

Johannes Kopf hält eine Keynote am KOMKON AMS-Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf leitete mit einer humorvollen Keynote den Nachmittag ein.
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Arbeitswelt, Europa und KI-Transformation 

Den Nachmittag eröffnete AMS-Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf mit einer unterhaltsamen Keynote über den österreichischen Arbeitsmarkt. Bei der Kommunikation gehe es ihm, so Kopf, vor allem um drei Dinge: Komplexe Dinge einfach zu erklären, Sachlichkeit in die Debatte zu bringen und dabei mutig und klar zu sein.

Beim darauffolgenden Panel zum Thema Employer Branding nahmen neben Kopf noch Michaela Buttazzoni, Director, Prokuristin, New Placement & Trennungsmanagement bei BDO Austria, Karin Hermann-Arnold, Geschäftsleitung Vollpension Generationendialog GmbH, Eva Mandl, Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKW und Gründerin der PR-Agentur Himmelhoch sowie Petra Mödlhammer-Prantner, Leitung Konzernkommunikation und Marketing & Pressesprecherin des Vorstandes der Asfinag Platz. Moderiert wurde die Diskussion von Jörg Spreitzer, Managing Director bei Great Place To Work Österreich. Werte und Purpose könnten noch so oft proklamiert werden, „glaubhaft ist es erst, wenn Unternehmen auch zu ihren Werten stehen, wenn es schwierig wird“, betonte Michaela Buttazzoni. Diese Werte und diese Kultur zu definieren, sei die große Aufgabe im Employer Branding. „Kultur kann nicht verordnet werden, es kann aber definiert werden, für welche Themen ein Unternehmen steht“, so Petra Mödlhammer-Prantner.

Die folgende Diskussionsrunde widmete sich dem Thema, wie Europa im globalen Wettlauf kommunikativ bestehen könne. Am Podium nahmen Karl-Heinz Grundböck, Kommunikationsleiter der österreichischen Parlamentsdirektion, Wencke Hertzsch, Büro für Mitwirkung der Stadt Wien, Othmar Karas, Präsident European Forum Alpbach, APA-Chefredakteurin Maria Scholl, Alexander Soucek, Head of External Relations bei der ESA und Kommunikationswissenschaftlerin Nana Walzer Platz. Moderiert wurde die Diskussion von Politik-Influencer, Journalist und Sportkommentator Andreas Grassl.

Für Maria Scholl liegt eine der Herausforderungen in der Tatsache, dass europäische Geschichte häufig von anderen erzählt werde: „Die prägendsten Figuren der europäischen Erzählung sind momentan keine Europäer, das sind Donald Trump und Vladimir Putin, würde ich sagen.“ Dazu komme, so Scholl weiter, dass die europäischen Demokratien gegenüber Autokratien im Nachteil seien, wenn es darum geht, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Othmar Karas brachte ein Problem auf den Punkt: „Wir feiern in der europäischen Union keine Erfolge, wir reden auch nicht über unsere Geschichten, die jeder und jede Einzelne erlebt. Statt über Mitwirkung zu reden, schieben wir Schuld zu. Europa ist aber nicht Brüssel, Europa sind immer wir alle.“

Ein Foto von Maria Scholl mit Mikrofon in der Hand APA-Chefredakteurin Maria Scholl am Panel „Europa und Resilienz. Wie erzählt Europa seine Zukunft?“
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Technologischer Change und Mut zu Innovation

Technologisch wurde es im vorletzten Panel des diesjährigen KomKon. Von Automatisierung bis hin zu KI-Ethik diskutierte ein Expert:innen-Panel, das aus Vlad Gozman, Co-Founder & CEO von involve.me, Stefan Kollinger, Leiter der ORF-Stabsstelle für Innovation und Smart Producing, Gerhard Kürner, Technologe und Unternehmer, Stephanie Meisl, Mitbegründerin des Medienkunstkollektivs D#AVANTGARDE, und Katharina Schell, stellvertretende Chefredakteurin der APA, bestand und von Alexander Oswald, Mitgründer der Futura GmbH, moderiert wurde.

„Worüber wir bisher gesprochen haben, sind wir aus den letzten 30 Jahren Digitalisierung und Automatisierung gewohnt. Was jetzt aber passiert, mit Chatbots oder KI-Agents, sind völlig neue Produktkategorien, die das Herstellen von Öffentlichkeit verändern werden“, führte Stefan Kollinger aus. Wie Menschen zu Informationen gelangen und wie sie mit diesen interagieren, werde sich durch diese Technologien grundlegend verändern. Beleuchtet wurde unter anderem auch, in welcher Weise KI-Tools auch im Journalismus dabei helfen, verschiedenste Aufgaben zu übernehmen und effizienter zu gestalten – wobei Katharina Schell Wert darauf legte, vom Tool-Begriff Abstand zu nehmen: „Mir geht es am Anfang immer darum, welches Problem ich habe, und ob es hilft, dabei bestimmte Tech-Produkte einzusetzen. Das Thema hat mehr Dimensionen als nur Tools.“

Den Abschluss des Konferenztages bildete die Runde der Chefredakteurinnen mit Marlene Auer, Kurier Freizeit, Katharina Schmidt, Wiener Zeitung, Lisa Staltner, Niederösterreicherin, und Karin Zauner, Salzburger Nachrichten. Moderiert wurde das Gespräch von Elke Ziegler, ORF Wissenschaftsredaktion, die die Debatte mit der Frage eröffnete, wie der Zustand der Medienbranche ohne das Wort „Krise“ beschrieben werden könne. „Ich glaube, es ist wichtig, Krisen anzusprechen, es ist aber auch entscheidend, Lösungen aufzuzeigen und mögliche Auswege zu bieten, um den Alltag in irgendeiner Form zu verbessern“, meinte Katharina Schmidt.

Raum für Innovationen zu schaffen war hier insbesondere bei der Frage nach der Erschließung neuer Zielgruppen ein zentraler Aspekt. Wie das gelingen kann, beantwortete etwa Karin Zauner, Chefredakteurin der Salzburger Nachrichten, so: „Wir haben bei uns begonnen, Innovationsrunden zu machen, aus denen viele Projekte entstanden sind. Ideen müssen dafür auch nicht immer zu hundert Prozent ausgereift sein.“ Das sei auch ein Kulturwandel gewesen, so die Chefredakteurin der Salzburger Nachrichten weiter, den man auch selbst anstoßen, vorleben und dabei Mut zeigen müsse – womit der Kreis zum Meta-Thema des heurigen KomKon geschlossen wurde.

Foto des Panels Runde der Chefredakteurinnen auf der Bühne Die Runde der Chefredakteur:innen mit Katharina Schmidt (Wiener Zeitung), Karin Zauner (Salzburger Nachrichten), Marlene Auer (KURIER Freizeit) und Lisa Staltner (Die Niederösterreicherin), unter der Moderation von Elke Ziegler (ORF)
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Eventvideo

KomKon verpasst oder Schwelgen in Erinnerungen? In diesem kurzen Video haben wir Impressionen des KomKon 26 eingefangen.

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2 Männer und eine Frau machen ein Selfie
Fotogalerie

Hier finden Sie die Foto-Highlights des KomKon 26.

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