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blog / Montag 07.03.22

Ange­wand­te Impro­vi­sa­ti­on: Das Uner­war­te­te erwar­ten mit Lukas Zenk

Mit dem Ursprung in Kunst und Musik spielt angewandte Improvisation nicht nur für Kulturorganisationen eine große Rolle, sondern ist heutzutage in nahezu jeder Branche gefragt. Was das genau bedeutet und welche Vorteile professionelles Improvisieren mit sich zieht, schildert uns Lukas Zenk in der neuen Folge von Always On mit APA-Tech-Chef Clemens Prerovsky. Die wichtigsten Punkte des Interviews haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Was bedeutet „improvisieren“?

Lukas Zenk erklärt, dass der Begriff grundsätzlich dazu verwendet wird, um den Umgang mit dem Unvorhersehbaren zu beschreiben und auch, wie man damit umgehen kann.

Geschichtlich gesehen wird dieses Konzept bereits seit Hunderten von Jahren besonders im Theater und der Musik angewandt. In Österreich waren sogenannte „Stegreiftheater“ die Vorreiter der Improvisation: Dabei mussten sich Ensembles auf der Bühne mit Hilfe von Zurufen aus dem Publikum neue Theaterstücke und Storylines ausdenken und diese „on the spot“ performen. Durch das ständige Üben und mit Hilfe spezieller Techniken konnten sich die SchauspielerInnen „professionelles Improvisieren“ antrainieren.

Hier stellt sich die Frage: Kann man Improvisieren tatsächlich lernen?

Dies beantwortet Lukas Zenk klar mit einem „ja“. Besonders Blaulicht-Organisationen wie Krankenhäuser, die Polizei oder Elite-SoldatInnen sind ständig mit unerwarteten Situationen konfrontiert, die sie lösen müssen. Bereits im Studium lernen Medizin-StudentInnen, wie man mit solchen Situationen am besten umgeht: Um Improvisation zu lernen, muss man zuerst Grundmuster verstehen. Wichtig ist dabei, ein sehr intensives Zuhören („Deep Listening“), bei dem man gleichzeitig zuhört und antizipiert, in welche Richtung sich die Information ausrichten wird.

Neben dem Zuhören sind auch kognitive Skills und Flexibilität wichtig: Wenn man einen Plan hat, etwas aber in der Zwischenzeit passiert, muss man diesen jederzeit fallen lassen beziehungsweise ändern können. Gerade im Leadership, findet Lukas Zenk, sollte man immer das Unerwartete erwarten und ein offenes Mindset haben, um beispielsweise Ressourcen adaptieren zu können.

Was ist für ein Unternehmen wichtiger: Planen oder Improvisieren?

Lukas Zenk beantwortet dies mit „beides“. Alles, was man planen kann, sollte auch langfristig geplant werden – wie zum Beispiel der Purpose eines Unternehmens. Doch agil und adaptionsfähig zu bleiben ist gerade in Zeiten von COVID-19 mit Lockdowns und Quarantäne-Regeln unumgänglich geworden. Die Frage, die man sich hier stellen sollte, ist: „Wie schaffe ich es, aus unerwarteten Situationen einen Vorteil für meine Organisation zu schaffen?“.

In einer volatilen Welt wie unserer, können wir nicht mehr alles vorausplanen, sondern müssen immer das Unerwartete antizipieren – nur dann können wir auch schnell reagieren und damit umgehen.

Always On mit Clemens Prerovsky
Always On mit Clemens Prerovsky

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