apa.at
news/APA/Sonntag, 18.10.20, 11:15:25

Wild­schwein-Fami­lie in römi­schem Park erlegt

In Rom ist eine hef­ti­ge Debat­te wegen der Tötung einer Wild­schwein-Fami­lie aus­ge­bro­chen. Die sie­ben Tie­re wur­den in einem städ­ti­schen Park erlegt. Die Wild­schwein-Mut­ter und ihre sechs Jun­gen waren zunächst in die Grün­an­la­ge nahe dem Vati­kan ein­ge­drun­gen. Sie wur­de dar­auf­hin vor­erst in einem Teil des Gelän­des ein­ge­sperrt. Schließ­lich wur­den sie aber vor den Augen pro­tes­tie­ren­der Anrai­ner getö­tet.
APA/APA (AFP/Symbolbild)/MENAHEM KAHA­NA

Denn noch wäh­rend sich die Gemein­de nach einer Lösung such­te, um die Schwei­ne in einer Oase für wil­de Tie­re unter­zu­brin­gen, beschloss die Regi­on Lati­um, zu der Rom gehört, die Erle­gung. Der Grund: Es sei­en kei­ne Käfi­ge für den Trans­port in einen Natur­schutz­park vor­han­den. Die Tie­re wur­den am Sams­tag vor den Augen der Anrai­ner, dar­un­ter eini­ge Kin­der, und Tier­schüt­zer mit Sprit­zen getö­tet. Das lös­te hef­ti­ge Pro­test aus, berich­te­ten ita­lie­ni­sche Medi­en.

Die Par­la­men­ta­rie­rin und Tier­schutz­ak­ti­vis­tin Miche­la Vit­to­ria Brambil­la kün­dig­te eine Kla­ge gegen die regio­na­len Behör­den an. Sie sprach von einem „sinn­lo­sen Blut­bad”.

In der Umge­bung von Rom haben sich Wild­schwei­ne in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ver­mehrt. Vie­le von ihnen ernäh­ren sich vom Müll auf den Stra­ßen. Die Regi­on Lati­um beschloss daher, dass Wild­schwei­ne im städ­ti­schen Raum getö­tet wer­den dür­fen.

In Ita­li­en macht man sich zuneh­mend Gedan­ken über die gestie­ge­ne Zahl von Wild­schwei­nen. Die Tie­re sind immer häu­fi­ger in schwe­re Ver­kehrs­un­fäl­le ver­wi­ckelt. Zwei Fuß­bal­ler sind Anfang Okto­ber auf der Auto­bahn A26 in Car­pi­gna­no in der nord­ita­lie­ni­schen Pro­vinz Nova­ra bei einem Unfall ums Leben gekom­men. Ihr Auto war mit einer Grup­pe von Wild­schwei­nen kol­li­diert. 2019 wur­den 164 Unfäl­le mit 15 Todes­op­fern und 221 Ver­letz­ten gemel­det, die auf Tie­re zurück­zu­füh­ren sind.