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news/APA/Montag, 14.09.20, 11:40:07

WHO warnt vor Anstieg der euro­päi­schen Covid-Todes­fall­zah­len

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO rech­net mit einer Zunah­me der täg­li­chen Coro­na-Todes­fäl­le in Euro­pa im Okto­ber und Novem­ber. „Es wird här­ter wer­den”, sag­te der WHO-Regio­nal­di­rek­tor für Euro­pa, Hans Klu­ge, am Mon­tag. Der­zeit steigt die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen mit dem Virus in Euro­pa an, die Zahl der täg­li­chen Todes­fäl­le ist hin­ge­gen bis­her rela­tiv sta­bil geblie­ben.
APA/APA (AFP)/IDA GULD­BAEK ARENT­SEN

Die Welt wol­le der­zeit sol­che schlech­ten Nach­rich­ten nicht hören, „und ich ver­ste­he das”, sag­te Klu­ge. Doch im Okto­ber und Novem­ber „wer­den wir einen Anstieg der Sterb­lich­keit beob­ach­ten”.

Der in Kopen­ha­gen ansäs­si­ge WHO-Funk­tio­när warn­te davor, zu gro­ße Erwar­tun­gen in Impf­stof­fe zu set­zen. „Ich höre die gan­ze Zeit: „Der Impf­stoff wird das Ende der Pan­de­mie sein”. Natür­lich nicht!”, sag­te der Bel­gi­er.

Bis­her sei unklar, ob ein Impf­stoff allen Bevöl­ke­rungs­grup­pen hel­fen kön­ne. Es gebe Anzei­chen dafür, dass ein Impf­stoff eini­gen Grup­pen hel­fen kön­ne, ande­ren wie­der­um nicht. „Wenn wir dann auch noch ver­schie­de­ne Impf­stof­fe bestel­len müs­sen, was für ein logis­ti­scher Alp­traum!”, sag­te Klu­ge.

Die Zahl der Coro­na-Infek­ti­ons­fäl­le in Euro­pa ist in den ver­gan­ge­nen Wochen stark gestie­gen, vor allem in Spa­ni­en und Frank­reich. Allein am Frei­tag wur­den in den 55 Län­dern der WHO in Euro­pa mehr als 51.000 neue Fäl­le gemel­det – mehr als auf dem bis­he­ri­gen Höhe­punkt der Infek­ti­ons­zah­len im April.

Zugleich wür­dig­te das WHO-Euro­pa-Büro die Arbeit von Kran­ken­schwes­tern, Ärz­ten und wei­te­ren Mit­ar­bei­tern des Gesund­heits­sek­tors im Coro­na-Kampf. „Wie in jeder Kata­stro­phe haben wir Opfer und Hel­den”, sag­te Klu­ge am Mon­tag zum Auf­takt der dies­jäh­ri­gen Haupt­ver­samm­lung der in Kopen­ha­gen ansäs­si­gen WHO Euro­pa.

Wäh­rend er den Betrof­fe­nen sowie hart getrof­fe­nen Gemein­den und Län­dern sei­ne Anteil­nah­me aus­spre­che, wol­le er auch die Leis­tun­gen vie­ler Kämp­fer an vor­ders­ter Front unter­strei­chen, sag­te Klu­ge. „Die Hel­den sind ohne Zwei­fel die Gesund­heits- und Sozi­al­ar­bei­ter, die ihr eige­nes Leben geop­fert haben, um die Gesell­schaft zu schüt­zen”, sag­te Klu­ge. Auch ande­re wie etwa Leh­rer ver­dien­ten sei­nen tiefs­ten Respekt dafür, die Gesell­schaft trotz der Pan­de­mie am Lau­fen gehal­ten zu haben.