news/APA/Mittwoch, 29.07.20, 14:26:52

Wall­fahrt Hadsch trotz Coro­na­kri­se unter stren­gen Auf­la­gen

Unter stren­gen Coro­na-Auf­la­gen und mit einer stark begrenz­ten Zahl von Pil­gern hat in Sau­di-Ara­bi­en die mus­li­mi­sche Wall­fahrt Hadsch begon­nen. Mit Mund­schutz und in deut­li­chem Abstand zuein­an­der umrun­de­ten die Gläu­bi­gen, die eine Zulas­sung erhal­ten hat­ten, am Mitt­woch die Kaa­ba im Hof der Gro­ßen Moschee von Mek­ka.
APA/APA (AFP)/STR

Für das mehr­tä­gi­ge reli­giö­se Groß­ereig­nis gel­ten wegen der Pan­de­mie die strengs­ten Vor­schrif­ten der jün­ge­ren Geschich­te des Lan­des. Um eine wei­te­re Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus zu ver­hin­dern, sind die­ses Jahr nur weni­ge Tau­send Pil­ger zuge­las­sen – ein Bruch­teil der rund 2,5 Mil­lio­nen, die 2019 teil­nah­men.

Nur Gläu­bi­ge unter 65 Jah­ren ohne chro­ni­sche Vor­er­kran­kun­gen, die sich bereits im Land auf­hiel­ten, wur­den zuge­las­sen. 70 Pro­zent von ihnen stam­men die­ses Jahr aus ande­ren Län­dern, 30 Pro­zent sind sau­di­sche Staats­bür­ger. Vor und nach der fünf­tä­gi­gen Pil­ger­fahrt müs­sen sie sich in Qua­ran­tä­ne bege­ben.

Jeder Gläu­bi­ge bekom­me eine an die Pan­de­mie ange­pass­te Pil­ge­r­aus­rüs­tung, unter ande­rem mit des­in­fi­zier­ten Kie­sel­stei­nen für ein Stei­ni­gungs-Ritu­al, Gebets­tep­pich und Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, hieß es in einem Papier des Hadsch-Minis­te­ri­ums.

Die Gesund­heit und Sicher­heit der Pil­ger habe höchs­te Prio­ri­tät, hat­te Hadsch-Minis­ter Moham­med Salih Bin­tin zum Auf­takt gesagt. Das König­reich habe Wert dar­auf gelegt, die Wall­fahrt in Mek­ka trotz der Pan­de­mie zu ermög­li­chen.

Mek­ka und die nahe gele­ge­ne Stadt Medi­na gel­ten als die Wie­ge des Islams. Der sau­di­sche König Sal­man ibn Abd al-Aziz Al Saud gewinnt einen Teil sei­ner Legi­ti­ma­ti­on aus der Hoheit über die­se Orte. Er trägt des­we­gen auch den Titel „Die­ner der bei­den Hei­li­gen Stät­ten”. Zudem beschert der Hadsch dem Land wich­ti­ge Ein­nah­men.

Pil­ger müs­sen die­ses Jahr wegen des Coro­na­vi­rus unter ande­rem einen Abstand von ein­ein­halb Metern ein­hal­ten und bei den reli­giö­sen Ritua­len Mund­schutz tra­gen. Die Kaa­ba, das wür­fel­för­mi­ge Gebäu­de in der Gro­ßen Moschee, dür­fen sie nicht berüh­ren. Nor­ma­ler­wei­se umrun­den die Gläu­bi­gen die hei­li­ge Stät­te wäh­rend der Hadsch-Ritua­le sie­ben­mal. In ver­gan­ge­nen Tagen war zu sehen, wie Arbei­ter Böden und Ober­flä­chen vor Ankunft der Pil­ger des­in­fi­zie­ren.

Für gläu­bi­ge Mus­li­me zählt die Wall­fahrt zu den fünf Grund­pflich­ten. Jeder from­me Mus­lim, der gesund ist und es sich leis­ten kann, soll­te ein­mal im Leben nach Mek­ka pil­gern. Für die wei­te Anrei­se aus Asi­en, Afri­ka oder ande­ren Tei­len der Welt spa­ren vie­le von ihnen Jah­re.

Für das Land ist der Hadsch auch eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le. Der Golf­staat nimmt jähr­lich mehr als zehn Mil­li­ar­den Euro aus sämt­li­chen Pil­ger­rei­sen ein. In Mek­ka hän­gen Hun­dert­tau­sen­de Jobs am Hadsch.