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news/APA/Donnerstag, 14.10.21, 15:03:17

Viel Kri­tik am Bud­get im Nationalrat

Viel Oppo­si­ti­ons­kri­tik haben Bud­get­ent­wurf und Steu­er­re­form­plä­ne der tür­kis-grü­nen Koali­ti­on am Don­ners­tag im Natio­nal­rat aus­ge­fasst. Die SPÖ sprach in der „ers­ten Lesung” von ver­ge­be­nen Chan­cen, die FPÖ von einer Mogel­pa­ckung und die NEOS von erstaun­li­cher Ambi­ti­ons­lo­sig­keit. Gänz­lich anders sah das die Koali­ti­on, erst­mals mel­de­te sich dabei Sebas­ti­an Kurz (ÖVP) als Man­da­tar zu Wort. Das Bud­get wan­dert nun in den Bud­get­aus­schuss. Im Ple­num beschlos­sen wird es im November.
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„Die­ses Bud­get wäre eine Chan­ce gewe­sen. Die­se Chan­ce wur­de ver­ge­ben”, sag­te SPÖ-Che­fin Pame­la Ren­di-Wag­ner. Wei­chen zu stel­len oder sich den gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen der Zeit zu stel­len, sei­en in die­sem Haus­halt nicht abge­bil­det. Auch wür­den die arbei­ten­den Men­schen nicht ent­las­tet, viel­mehr müss­ten sie sich die Steu­er­re­form sel­ber zah­len. „Eine wirk­li­che Ent­las­tung sieht anders aus”, außer­dem kom­me sie zu spät.

FPÖ-Klub­chef Her­bert Kickl sprach erneut von der „größ­ten Mogel­pa­ckung der Zwei­ten Repu­blik” und einem „Schwur­bel­bud­get”. Die Erzäh­lung von Ent­las­tung und öko­lo­gi­schen Len­kungs­ef­fek­ten sei bar jeder Effi­zi­enz. Sozia­le Gerech­tig­keit gebe es nicht, die Steu­er­re­form brin­ge einer Min­dest­pen­sio­nis­tin gera­de ein­mal 50 Cent pro Tag. Den drin­gend not­wen­di­gen Teue­rungs­aus­gleich gebe es auch nicht, sol­le die Steu­er­re­form doch erst Mit­te nächs­ten Jah­res star­ten. Geld wer­de nur für „sinn­lo­se Inse­ra­te der Mar­ke Selbst­be­weih­räu­che­rung” herausgeschmissen.

NEOS-Che­fin Bea­te Meinl-Rei­sin­ger kri­ti­sier­te, dass von der viel beschwo­re­nen Zukunfts­aus­rich­tung im Bud­get nichts zu erken­nen sei. Sie dank­te den Steu­er­zah­lern, die die Steu­er­re­form erst mög­lich gemacht hät­ten. „In Wahr­heit geben Sie ja das Geld ande­rer Leu­te aus, und das mit vol­len Hän­den”, warf sie der Regie­rung vor. Die Kal­te Pro­gres­si­on hät­te längst abge­schafft wer­den können.

Auf Koali­ti­ons­sei­te sah man dies natur­ge­mäß anders. Für die ÖVP trat – erst­mals nach sei­ner Ange­lo­bung zu Sit­zungs­be­ginn – Sebas­ti­an Kurz als Man­da­tar (und neu­er Klub­ob­mann) ans Red­ner­pult, ver­tei­dig­te das Bud­get – und ver­lor kein Wort zu den Ermitt­lun­gen gegen ihn und die ÖVP oder sei­nen Rück­tritt als Bun­des­kanz­ler. Eine leich­te Spit­ze gegen das Par­la­ment konn­te er sich aber nicht ver­knei­fen: Nach zehn Jah­ren Regie­rungs­er­fah­rung wis­se er, dass die Debat­ten und Abstim­mun­gen im Hohen Haus eine kla­re Struk­tur hät­ten, die Regie­rungs­frak­tio­nen pro, die Oppo­si­ti­on con­tra. „Das schö­ne an der Steu­er­re­form ist aber, sie wird am Ende des Tages für die Men­schen spürbar.”

Sein Vize August Wögin­ger lob­te die Steu­er­re­form eben­so, und bei der Steu­er­re­form „wird jetzt Kli­ma­schutz mit Haus­ver­stand gemacht”. Nur Posi­ti­ves konn­te auch Grü­nen-Klub­che­fin Sig­rid Mau­rer erken­nen, denn: „Wir inves­tie­ren, wir moder­ni­sie­ren und wir reformieren.”