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news/APA/Freitag, 23.09.22, 17:42:42

Tau­sen­de Teil­neh­men­de bei Kli­ma­st­reik-Demos in Österreich

Unter dem Mot­to „#Peo­p­le­Not­Pro­fit” haben die Fri­days-For-Future-Bewe­gun­gen am Frei­tag wie­der welt­wei­te Kli­ma­de­mos abge­hal­ten. In Öster­reich for­der­ten die Akti­vis­ten eine „#Ener­gie­wen­de­FürAl­le”. In Wien ging der Demo­zug vom Bahn­hof Wien Mit­te über den Ring zum Hel­den­platz. Auch in sechs wei­te­ren Bun­des­län­dern wur­de u.a. für das aus­ste­hen­de Kli­ma­schutz­ge­setz demons­triert. Fri­days For Future spra­chen in einer Aus­sendung von 20.000 Teil­neh­men­den bun­des­weit, davon 12.000 in Wien.
APA/APA/KLAUS TITZER/KLAUS TITZER

„In Wien sind 12.000 Men­schen auf die Stra­ße gegan­gen, um laut­stark eine Ener­gie­wen­de für Alle zu for­dern. Es braucht jetzt end­lich einen sozi­al- und öko­lo­gisch-gerech­ten Plan, um die­se fos­si­le Kri­sen-Spi­ra­le zu stop­pen”, hieß es von Kla­ra König, der Pres­se­spre­che­rin von FFF Aus­tria. In Wien setz­te sich der Demo­zug um 14.00 Uhr nach einer rund ein­stün­di­gen Auf­wärm­pha­se in Bewe­gung. Der Bereich vor dem Bahn­hof Mit­te war da bereits dicht gefüllt mit Teil­neh­mern, die dazu auf­ge­ru­fen wur­den „Wir brau­chen jetzt ein Kli­ma­schutz­ge­setz” zu skan­die­ren, eine von drei Haupt­for­de­run­gen, zu denen noch die Ener­gie­wen­de und ange­sichts der stei­gen­den Prei­se eine Ener­gie­grund­si­che­rung dazu kamen.

Den Anfang des Demo-Rei­gens in Öster­reich hat­te Graz bereits um 9.00 Uhr gemacht. Hun­der­te Teil­neh­men­de setz­ten zunächst am Maria­hil­fer­platz ein Zei­chen. Zum Auf­takt sprach u.a. die Kli­ma­ak­ti­vis­tin und Orga­ni­sa­to­rin Julia Čas und monier­te, dass man seit 631 Tagen ein Kli­ma­schutz­ge­setz for­de­re, das die­sen Namen auch ver­die­ne. Gegen Mit­tag setz­te sich ein Marsch der inzwi­schen auf rund 1.500 Teil­neh­mer ange­wach­se­nen Demons­tra­ti­on zur Oper in Bewe­gung. Rund 600 Demo­teil­neh­mer zogen auch vom Inns­bru­cker Markt­platz über die Innen­stadt zum Lan­des­thea­ter-Vor­platz. Unter die Pro­tes­tie­ren­den misch­ten sich auch NEOS-Che­fin Bea­te Meinl-Rei­sin­ger und NEOS-Tirol Spit­zen­kan­di­dat Domi­nik Ober­ho­fer. In Linz gin­gen rund 500 Men­schen auf die Straße.

In Nie­der­ös­ter­reich streik­ten die Fri­days-For-Future-Bewe­gun­gen zum drit­ten Mal gemein­sam in St. Pöl­ten. 400 bis 500 Teil­neh­mer waren Poli­zei­an­ga­ben zufol­ge beim Demo­zug dabei. An die Lan­des­po­li­tik erging die Auf­for­de­rung, aus Öl und Gas aus­zu­stei­gen und einen „Wind-Solar-Tur­bo” im Bun­des­land zu star­ten. Eine klei­ne­re Grup­pe fand sich auch in Kla­gen­furt zum Fri­days-For-Future-Pro­test ein. Laut Poli­zei nah­men 60 bis 70 Per­so­nen teil. Pro­mi­nent ver­tre­ten waren die Kärnt­ner Grü­nen mit Lan­des­spre­che­rin Olga Vog­lau­er und Stell­ver­tre­ter Chris­toph Gräf­ling. Wei­te­re Demos star­te­ten in Inns­bruck, Linz und Salzburg.

Salz­burg war am Frei­tag der Nach­züg­ler beim Kli­ma­schutz – zumin­dest was die Beginn­zei­ten der öster­reich­wei­ten Fri­days-for-Future-Demons­tra­tio­nen betraf. Spä­ter als in den ande­ren Lan­des­haupt­städ­ten sind die laut APA-Zäh­lung nicht ganz 500 Teil­neh­mer am Pro­test­zug erst gegen 15.00 Uhr am Bahn­hof zusammengetroffen.

Via Twit­ter nahm auch Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len Stel­lung zu den Demos. Zu einem Foto, das ihn mit der Kli­ma­st­reik-Begrün­de­rin Gre­ta Thun­berg in der Hof­burg zeigt, pos­tet er: „Vor vier Jah­ren star­te­te Gre­ta Thun­berg welt­wei­te Kli­ma­pro­tes­te. Heu­te gehen beim #Kli­ma­st­reik wie­der Tau­sen­de für eine lebens­wer­te Zukunft auf die Stra­ße. Ihr uner­müd­li­ches Enga­ge­ment gibt mir & vie­len ande­ren Hoff­nung, dass wir gemein­sam die #Kli­ma­kri­se über­win­den können.”

Neu war die For­de­rung der Umwelt­schüt­zer nach einer Ener­gie­grund­si­che­rung. Die­se sol­le den Öster­rei­chern einen Anteil an Ener­gie kos­ten­frei zur Ver­fü­gung stel­len, der dar­über­lie­gen­de Ver­brauch soll dann zunächst mode­rat und im wei­te­ren Ver­lauf immer stär­ker stei­gen. Auf die­se Wei­se wür­den die Men­schen auch zum Ener­gie­spa­ren moti­viert, wur­de erläutert.

Natur­schutz-NGOs abseits der Fri­days-For-Future-Bewe­gung schlos­sen sich den Demos an und for­der­ten in Aus­sendun­gen am Frei­tag eben­so sozia­le Gerech­tig­keit in der Kli­ma- und Ener­gie­kri­se. „Ener­gie muss für alle leist­bar, sicher und nach­hal­tig sein. Fos­si­le Ener­gie­trä­ger machen uns abhän­gig von auto­ri­tä­ren Staa­ten und belas­ten unse­ren Pla­ne­ten. Sie haben ein­fach kei­ne Zukunft”, beton­te Lisa Reg­gen­tin vom WWF-Jugend­netz­werk Genera­ti­on Earth. Green­peace for­der­te die Bun­des­re­gie­rung auf, „end­lich die unmo­ra­lisch hohen Über­ge­win­ne der Öl- und Gas­kon­zer­ne zu besteu­ern”. Kli­ma­kri­se, Ener­gie­kri­se und Teue­rungs­wel­le las­sen sich am bes­ten mit erneu­er­ba­ren Ener­gien und einer Sen­kung des Ener­gie­ver­brauchs bekämp­fen, emp­fahl Glo­bal 2000.

Die Demons­tran­ten in Öster­reich folg­ten dem welt­wei­ten Auf­ruf der Bewe­gung Fri­days For Future. Rund um den Glo­bus fan­den am Frei­tag Kund­ge­bun­gen statt, in Deutsch­land waren in mehr als 250 Städ­ten Pro­tes­te geplant, berich­te­te die Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Auch inter­na­tio­nal unter­stütz­ten vie­le Umwelt­schutz­ver­bän­de die Anliegen.

(S E R V I C E – )