apa.at
news/APA/Samstag, 20.11.21, 12:07:39

Tau­sen­de demons­trie­ren gegen Coro­na-Maß­nah­men in Wien

Kurz vor dem Inkraft­tre­ten des bun­des­wei­ten Lock­downs am Mon­tag haben Geg­ner der Maß­nah­men gegen die Coro­na-Pan­de­mie zu Demons­tra­tio­nen in Wien auf­ge­ru­fen. Die Exe­ku­ti­ve rech­ne­te am Sams­tag mit bis zu 15.000 Teil­neh­mern in der Wie­ner City, die FPÖ sprach gar von 100.000 Men­schen. Am Vor­mit­tag wur­den bereits zahl­rei­che Bus­se an der Stadt­gren­ze und in den Bun­des­län­dern kon­trol­liert, sag­te Poli­zei­spre­cher Mar­kus Dittrich. Die Exe­ku­ti­ve rät, die Wie­ner Innen­stadt zu meiden.
APA/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIAU

Am Hel­den­platz waren bereits vor 12.00 Uhr tau­sen­de Maß­nah­men-Geg­ner und Covid-Leug­ner ver­sam­melt. Bei Demons­tra­tio­nen mit mehr als 50 Teil­neh­mern müs­sen alle eine FFP2-Mas­ke tra­gen, sofern nicht alle Teil­neh­mer einen 2G-Nach­weis haben. Demons­tran­ten mit Mas­ken waren aller­dings die abso­lu­te Aus­nah­me, Öster­reich-Fah­nen hin­ge­gen waren zahl­rei­che zu sehen. Die Poli­zei kün­dig­te im Vor­feld Kon­trol­len der Mas­ken­pflicht bei den Demons­tran­ten an.

Die Exe­ku­ti­ve ging nicht davon aus, dass die Lage eska­lie­ren wird. Im Vor­feld hat­ten zahl­rei­che Quer­den­ker und Covid-Leug­ner ins­be­son­de­re auf Tele­gram mobi­li­siert. Auch die Teil­nah­me von Rechts­ex­tre­men (wie bei den Demos im Jän­ner bis März 2021) ist nach Ansicht des Innen­mi­nis­te­ri­ums wahr­schein­lich. Auf­ru­fe gab es auch bei den Iden­ti­tä­ren und in der Hoo­li­gan-Sze­ne. Außer­dem gab es Gerüch­te über mög­li­che Angrif­fe auf Spi­tä­ler, Medi­en­häu­ser, Minis­te­ri­en und das Par­la­ment. Die­se Ein­rich­tun­gen der kri­ti­schen Infra­struk­tur wer­den beson­ders geschützt, beton­te die Poli­zei. Mehr als 1.300 Beam­te wer­den im Ein­satz sein, sowohl aus Wien als auch aus den Bun­des­län­dern, dazu kom­men Poli­zei­dienst­hun­de. Auch bei den Impf­stra­ßen der Bun­des­haupt­stadt wur­den die Sicher­heits­mit­ar­bei­ter auf­ge­stockt und die Poli­zei­prä­senz erhöht.

Drei grö­ße­re Kund­ge­bun­gen wur­den ange­zeigt, auf der Jesui­ten­wie­se, dem Platz der Men­schen­rech­te und am Hel­den­platz. Gestar­tet wur­de um 12.00 Uhr. Die FPÖ ver­an­stal­tet die größ­ten Kund­ge­bun­gen. Ihr Obmann Her­bert Kickl wird aber nicht dabei sein, er wur­de posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet und befin­det sich in Qua­ran­tä­ne. Am Sams­tag­vor­mit­tag waren in der Innen­stadt am letz­ten Ein­kaufs­tag vor dem Lock­down zahl­rei­che Men­schen beim shoppen.

Die Poli­zei reit dazu, nicht mit dem Pkw in die inne­ren Bezir­ke zu fah­ren. Auch die Öffis kön­nen beein­träch­tigt wer­den. Es wur­de jedoch erwar­tet, dass ins­be­son­de­re die Innen­stadt, Maria­hilf und Leo­pold­stadt qua­si lahm­ge­legt wer­den. Auch „Alles Gur­gelt” wies in den inne­ren Bezir­ken bei Abga­be­stel­len via Aus­hang dar­auf hin, dass es auf­grund der Demons­tra­tio­nen zu Ver­zö­ge­run­gen bei der Abho­lung von PCR-Tests bzw. der Aus­wer­tung kom­men kann.

Auf Grund der der­zei­ti­gen epi­de­mio­lo­gi­schen Lage ersuch­te die Poli­zei im Hin­blick auf die eige­ne Gesund­heit und die Gesund­heit ande­rer, nicht bei Ver­samm­lun­gen teil­zu­neh­men. Ein klei­ner Teil der Kund­ge­bun­gen am Sams­tag war im Vor­feld von der Poli­zei unter­sagt worden.

In den Bun­des­län­dern sind am Sams­tag kei­ne grö­ße­ren Kund­ge­bun­gen zu erwar­ten. Rund 800 Per­so­nen haben bereits am Frei­tag in Inns­bruck gegen den anste­hen­den Coro­na-Lock­down und die ange­kün­dig­te Impf­pflicht demons­triert. Die Teil­neh­mer an der nicht ange­mel­de­ten Kund­ge­bung zogen nach Anga­ben der Poli­zei gegen­über der APA durch die Innen­stadt. Zwi­schen­fäl­le gab es keine.