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news/APA/Freitag, 11.06.21, 13:06:19

Staats­an­walt­schaft Linz prüft ÖVP-Anzei­ge zu Schmid-Chats

Eine Anzei­ge der ÖVP im Zusam­men­hang mit den an den Ibi­za-U-Aus­schuss gelie­fer­ten Chats von Ex-ÖBAG-Chef Tho­mas Schmid wird von der Staats­an­walt­schaft Linz geprüft. Ein­ge­bracht wur­de sie von den Abge­ord­ne­ten Andre­as Han­ger und Ernst Gödl am 7. Mai bei der StA Wien. Weil neben der WKS­tA auch die OStA Wien an der Lie­fe­rung der Chats betei­ligt war, wur­de die Sach­ver­halts­dar­stel­lung wegen Ver­let­zung des Amts­ge­heim­nis­ses nach Linz dele­giert. Dort bestä­tigt man deren Einlangen.
APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER

Die die­se Woche von Han­ger über­dies ange­kün­dig­te Anzei­ge wegen Amts­miss­brauchs gegen WKS­tA-Ober­staats­an­walt Mat­thi­as Pur­kart, dem der tür­ki­se Frak­ti­ons­füh­rer „poli­ti­sche Befan­gen­heit” vor­wirft, wer­de wei­ter gemein­sam mit Exper­ten geprüft. Mög­lich sei, dass kom­men­de Woche die nächs­ten Schrit­te fol­gen, hieß es am Frei­tag auf APA-Anfra­ge. Han­ger hat­te dar­über hin­aus ange­kün­digt, dass man wei­te­re Anzei­gen gegen ein­zel­ne Sach­be­ar­bei­ter der WKS­tA in Erwä­gung ziehe.

Bei der nun in Linz lie­gen­den Sach­ver­halts­dar­stel­lung gegen die an der Lie­fe­rung betei­lig­ten Behör­den WKS­tA und OStA Wien moniert die ÖVP, dass es sich bei den Chats zum Teil um „höchst­per­sön­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on” zwi­schen Schmid und des­sen Mit­ar­bei­te­rin Mela­nie Lau­re hand­le, die rein pri­va­te Besu­che oder Rei­sen sowie Gesund­heits­zu­stän­de unter­schied­li­cher Per­so­nen zum Inhalt habe. Die­se Chats wur­den durch die Sicher­stel­lung erlangt und unter­lä­gen somit der Amts­ver­schwie­gen­heit, sei­en aber trotz­dem an den U‑Ausschuss gelie­fert wor­den, obwohl „offen­sicht­lich abso­lut aus­zu­schlie­ßen” sei, dass sie inhalt­lich auch nur abs­trak­te Rele­vanz für den U‑Ausschuss haben könn­ten, so die Argu­men­ta­ti­on der ÖVP. Daher wären sie auch nicht von der Vor­la­ge­pflicht erfasst gewesen.

Die Ein­set­zung einer Unter­su­chungs­kom­mis­si­on im Jus­tiz­res­sort, um zu über­prü­fen, in wel­che Akten der sus­pen­dier­te Sek­ti­ons­chef Chris­ti­an Pil­nacek in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Ein­sicht genom­men, wel­che Wei­sun­gen er dar­auf­hin gege­ben hat und wel­che Ver­fah­ren von Pil­nacek „dasch­lo­gn” wur­den, for­der­te am Frei­tag erneut die FPÖ. Jus­tiz­mi­nis­te­rin Alma Zadic (Grü­ne) ist gefor­dert, hier für „Offen­heit und Trans­pa­renz” zu sor­gen, so der Frei­heit­li­che Frak­ti­ons­füh­rer im U‑Ausschuss, Chris­ti­an Hafenecker.