news/APA/Freitag, 26.06.20, 20:00:12

Busi­ness: Stei­rer Georg Knill zum Prä­si­den­ten der IV gewählt

Der Bun­des­vor­stand der Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung (IV) hat am Don­ners­tag den stei­ri­schen Unter­neh­mens­ei­gen­tü­mer und ‑Mana­ger Georg Knill (Knill Grup­pe) zum neu­en Prä­si­den­ten gewählt. Sei­ne Stell­ver­tre­ter für die Funk­ti­ons­pe­ri­ode 2020 bis 2024 sind Sabi­ne Her­litsch­ka (Infi­ne­on Aus­tria) und Phil­ipp von Lat­torff (Boehrin­ger-Ingel­heim). Knill war­te­te nach sei­ner Wahl gleich mit eini­gen For­de­run­gen auf.
APA

Bis Knill gewählt war, war aller­dings erst­mals in der IV-Geschich­te eine Kampf­ab­stim­mung unter drei Kan­di­da­ten not­wen­dig gewor­den. Im Vor­feld gab es ein wochen­lan­ges Tau­zie­hen zwi­schen dem nun frisch geba­cke­nen IV-Prä­si­den­ten und den wei­te­ren Kan­di­da­ten Mar­tin Ohne­berg (Auto­zu­lie­fe­rer Henn bzw. IV-Vor­arl­berg) und Wolf­gang Eder (Ex-voest­al­pi­ne-Vor­stands­chef) um die Gunst der Wahl­be­rech­tig­ten.

Schließ­lich mach­te Knill das Ren­nen. Er ist Unter­neh­mens­ei­gen­tü­mer, was für vie­le Wahl­be­rech­tig­te des gut 120-köp­fi­gen IV-Vor­stan­des eine wich­ti­ge Rol­le spie­len dürf­te und auch Mana­ger. Dazu hat er vie­le Jah­re Erfah­rung in der stei­ri­schen IV, deren Prä­si­dent er seit 2016 auch war.

Der Stei­rer Knill löst den Wie­ner Unter­neh­mer Georg Kapsch nach acht Jah­ren ab. Am Frei­tag will er sei­ne Plä­ne vor Jour­na­lis­ten in Wien erläu­tern.

„Die Indus­trie ist wich­ti­ger Part­ner für die Men­schen in unse­rem Land”, beton­te Knill nach sei­ner Wahl. „Gemein­sam kön­nen wir die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit – Digi­ta­li­sie­rung, Kli­ma­wan­del oder Wirt­schafts­kri­se – zum Vor­teil der Men­schen bewäl­ti­gen.” Er dank­te auch sei­nem Vor­gän­ger Kapsch und des­sen Vize­prä­si­den­ten Hubert Bertsch, Axel Grei­ner und Otmar Pet­sch­nig.

Unmit­tel­bar befin­de sich Öster­reich in einer der größ­ten Kri­sen der Zwei­ten Repu­blik, beton­te Knill. Daher brau­che es ein star­kes, ent­schlos­se­nes Kri­sen­ma­nage­ment, um den Stand­ort Öster­reich wie­der stark auf­zu­stel­len. „Das umfasst die Vor­zie­hung sinn­vol­ler öffent­li­cher Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur, die Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten – und auch bei der Kör­per­schaft­steu­er müs­sen wir etwas tun”, for­der­te Knill.

„Aber wir müs­sen auch lang­fris­tig an die Zukunft den­ken”, so der Unter­neh­mer. „Öster­reich muss zu den Bes­ten gehö­ren – nicht zuletzt im Bereich Inno­va­ti­on, Tech­no­lo­gie und Digi­ta­li­sie­rung, die durch Coro­na einen gewal­ti­gen Schub erhal­ten hat. Öster­reich ist hier nur im Mit­tel­feld – wir müs­sen aber ins Spit­zen­feld kom­men. Dafür brau­chen wir Men­schen mit den rich­ti­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen.” Euro­pa müs­se auch wie­der stär­ker wer­den, „aber das geht nur mit einer star­ken, inno­va­ti­ven Indus­trie – der euro­päi­sche „Green Deal” oder das euro­päi­sche For­schungs­rah­men­pro­gramm „Hori­zon Euro­pe” sind dafür wesent­li­che Instru­men­te”.

Dass die IV eine poli­tisch ein­fluss­rei­che Orga­ni­sa­ti­on ist, zeig­te sich am Don­ners­tag auch anhand der Gra­tu­lan­ten­schar von Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz (ÖVP) abwärts. Knill habe schon als stei­ri­scher IV-Chef auf Inno­va­ti­on, Inves­ti­ti­on und Bil­dung gesetzt, nun bekom­me die bun­des­wei­te IV „einen zukunfts­ori­en­tier­ten, inno­va­ti­ven und star­ken Ver­tre­ter”, so Kurz, der sich auch bei Kapsch für des­sen Leis­tun­gen bedank­te und Knill alles Gute wünsch­te.

Gra­tu­la­tio­nen und Dank­sa­gun­gen kamen vor­erst auch von Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Mar­ga­re­te Schram­böck und dem EU-Abge­ord­ne­ten Otmar Karas (bei­de ÖVP), dem ÖVP-Wirt­schafts­bund und dem stei­ri­schen FPÖ-Chef und Ex-Minis­ter Mario Kuna­sek. Aller­ers­te Gra­tu­lan­tin war aber – schwer zu erah­nen – die Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung Stei­er­mark.