news/APA/Dienstag, 23.06.20, 10:33:48

Ser­vice: Sie­ben sehens­wer­te Orte in Kroa­ti­en

Kroa­ti­en hat viel mehr zu bie­ten als Strand und Meer. Die Natur ist abwechs­lungs­reich, die Mas­sen las­sen sich auf Abstand hal­ten. Sie­ben Rei­se­tipps.
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Gor­ski kotar: Braun­bä­ren-Watching in den Ber­gen

Die Hoch­ebe­ne von Gor­ski kotar im Nord­wes­ten Kroa­ti­ens ist eines der letz­ten Wild­nis-Gebie­te Euro­pas. Hier haben Braun­bä­ren, Wöl­fe und Luch­se ihre Ruhe. Damit das so bleibt, wird ein eher sanf­ter Tou­ris­mus ermög­licht. Im Schutz­ge­biet des Natio­nal­parks Risnjak blei­ben Urlau­ber am bes­ten auf den Wegen. Oder sie fol­gen mit dem Moun­tain­bike der Gor­ski kotar Bike Rou­te.

An die 600 Bären strei­fen in der Berg­re­gi­on her­um – aber es unwahr­schein­lich zufäl­lig auf einen zu tref­fen. Foto­gra­fen aus der Regi­on ken­nen gute Ver­ste­cke und legen sich mit Tele­ob­jek­ti­ven auf die Lau­er. Auch Natio­nal­park-Ran­ger orga­ni­sie­ren Bären­be­ob­ach­tun­gen – wegen beschä­dig­ter Wege ist in die­sem Jahr aller­dings Pau­se.

Wer den­noch Bären sehen will, macht einen Abste­cher ins wei­ter süd­lich gele­ge­ne Dorf Kute­re­vo. Tier­freun­de haben dort eine Schutz­sta­ti­on für ver­wais­te Braun­bä­ren­kin­der errich­tet.

 

Parenzana: Bahn­tras­sen-Radeln durch das grü­ne Hin­ter­land

Ein Abste­cher ins Künst­ler­dorf Groznjan hat es in sich. Wo sich von 1902 bis 1935 die Schmal­spur­bahn Parenzana über die grü­nen Hügel des Hin­ter­lan­des zur Küs­te quäl­te, schnau­fen heu­te die Rad­fah­rer. Denn aus der alten Bahn­tras­se von Tri­est nach Porec wur­de einer der schöns­ten Rad­we­ge Kroa­ti­ens. 78 Kilo­me­ter füh­ren quer über die Halb­in­sel Istri­en vor­bei an mit­tel­al­ter­li­chen Berg­dör­fern, tos­ka­nisch anmu­ten­den Land­schaf­ten, rus­ti­ka­len Kono­bas – das sind klei­ne Restau­rants – und ehe­ma­li­gen K.u.K.-Bahnhöfen.

 

Natio­nal­park Krka: Baden bei den Win­ne­tou-Was­ser­fäl­len

Vom Lager der Apa­chen auf den See mit der Klos­ter­in­sel bli­cken, bei den Fisch­grün­den der Osa­gen sit­zen und wie Palo­ma im Film „Old Shat­ter­hand” beim Was­ser­fall schwim­men – im Natio­nal­park Krka wur­den ein paar der belieb­ten Win­ne­tou-Fil­me gedreht. Wer will, kann im Natio­nal­park auf den Spu­ren von Karl Mays Geschich­ten wan­deln oder ein­fach die Natur für sich spre­chen las­sen.

Für Dol­by-Sur­round-Sound sorgt das Rau­schen der Flüs­se Krka und Ciko­la an vie­len Stel­len des Natio­nal­parks. Ganz lei­se ist es beim Aus­sichts­punkt hoch über dem Was­ser­fall Roski slap, tosend laut wie­der­um beim Skradin­ski buk – der 45 Meter hohe Was­ser­fall mit 17 Kas­ka­den ist der Star unter den sie­ben Fäl­len des Parks.

Am Haupt­ein­gang des Natio­nal­parks führt ein zwei­ein­halb Kilo­me­ter lan­ger Rund­weg auf Holz­ste­gen bis zur Bade­stel­le, wo im Som­mer ein Sprung ins küh­le Fluss­was­ser erlaubt ist.

 

Trüf­fel­su­che im Mirna­tal: Ein Eichen­wald mit Geschmack

Ein Kilo der edlen wei­ßen Win­ter­trüf­fel (tuber magna­tum pico) ist ab rund 1.000 Euro zu haben. Der Preis hat sei­ne Grün­de. Zum einen lässt sich die­se Trüf­fel­art nicht züch­ten, zum ande­ren wächst sie aus­schließ­lich an zwei Orten auf der Welt – im Nor­den Ita­li­ens und in Kroa­ti­en. Der kroa­ti­sche Trüf­fel­su­cher Gian­car­lo Zigan­te fand mit sei­ner Such­hün­din Dia­na 1999 eine 1,31 Kilo schwe­re Knol­le und schaff­te damit den Ein­trag ins Guin­ness­buch der Rekor­de. 2018 folg­te ein schwar­zer Som­mer­trüf­fel mit statt­li­chen 4,87 Kilo.

Sol­che her­aus­ra­gen­den Exem­pla­re erschnüf­feln die sen­si­blen Hun­de­na­sen häu­fig rund um Moto­vun im beschau­li­chen Mirna­tal. Der Wald des Städt­chens ist einer der letz­ten drei medi­ter­ra­nen Auwäl­der Euro­pas und steht unter Natur­schutz. Wer selbst ein­mal sein Knol­len­glück ver­su­chen möch­te, darf die lizen­zier­ten Trüf­fel­jä­ger in den Wald beglei­ten. In den Trüf­fel­ma­nu­fak­tu­ren kön­nen die Fund­stü­cke dann ver­kos­tet und für Zuhau­se erwor­ben wer­den.

 

Pro­mi-Insel Hvar: Aus­flug ins ver­las­se­ne Berg­dorf

Im Hafen von Hvar rei­hen sich Luxus­jach­ten anein­an­der. Seit der Anti­ke hat die dal­ma­ti­sche Insel eine stra­te­gi­sche Bedeu­tung für die See­fah­rer, was Macht und Reich­tum brach­te. Aber die Insel hat auch eine ande­re Sei­te. Etwa zwölf Kilo­me­ter von der Alt­stadt ent­fernt, liegt ober­halb der Bucht Mil­na das ver­las­se­ne Berg­dorf Malo Grablje.

Lan­ge leb­ten die Fami­li­en dort in den Ber­gen vom Laven­del- und Wein­an­bau. Doch im 19. Jahr­hun­dert ver­nich­te­ten Feu­er die Pflan­zen und Schäd­lin­ge die Reben. Die Exis­tenz­grund­la­ge brach weg. 180 Men­schen pack­ten ihre Sachen und zogen an die Küs­te, wo mit Tou­ris­mus leich­ter Geld zu ver­die­nen war. Stein­häu­ser, Kir­che und Oli­ven­öl­müh­le sind ver­las­sen. Trep­pen füh­ren ins Nichts, Bäu­me wach­sen aus Räu­men empor. Ein Ort der Ein­kehr und Ent­schleu­ni­gung.

 

Via Adria­ti­ca: Fern­wan­dern mit Meer­blick

Wan­dern mit Aus­bli­cken auf das Meer: Dar­auf setzt der jüngs­te kroa­ti­sche Fern­wan­der­weg Via Adria­ti­ca, der von Istri­en im Nor­den ent­lang der Küs­te bis ins Tou­ris­ten­zen­trum Dubrov­nik im Süden führt. Bis jetzt haben erst eine Hand­voll Wan­de­rer die gesam­te Stre­cke von 1.100 Kilo­me­tern beschrit­ten. Wer ihnen fol­gen möch­te, braucht 50 Tage Zeit. Die meis­ten Wan­de­rer ent­schei­den sich für ein­zel­ne, kür­ze­re Etap­pen mit einem orts­kun­di­gen Gui­de. Hüt­ten gibt es unter­wegs weni­ge. Daher emp­fiehlt es sich, die Ver­pfle­gung selbst mit­zu­neh­men oder die Über­nach­tung in einem nahe­lie­gen­den Dorf zu pla­nen.

 

Eine Nacht im Leucht­turm: Turm­wär­ter und Legen­den

Kroa­ti­ens Küs­te misst mehr als 6.000 Kilo­me­ter. Damit Seg­ler und Fischer zwi­schen den Fel­sen und Rif­fen sicher in den Hafen fin­den, wur­den schon früh zahl­rei­che Leucht­tür­me gebaut. Obwohl es mitt­ler­wei­le moder­ne Navi­ga­ti­ons­sa­tel­li­ten gibt, geben die Signa­le den See­fah­rern noch immer Ori­en­tie­rung.

Eini­ge die­ser Unter­künf­te sind nach wie vor bewohnt, ande­re wur­den zur Feri­en­woh­nung umge­baut – zum Bei­spiel in Savu­dri­ja. Als eines der ältes­ten und nörd­lichs­ten Leucht­feu­er an der Adria, ist die­ser Turm nach wie vor in Betrieb. Wäh­rend Urlau­ber am Strand lie­gen, küm­mert sich der Leucht­turm­wär­ter um die Tech­nik und erzählt Legen­den.

In Savu­dri­ja ließ Graf Met­ter­nich, Staats­kanz­ler des ehe­ma­li­gen öster­rei­chi­schen Kai­ser­tums, 1818 den Turm für sich und ein kroa­ti­sches Fräu­lein bau­en, in wel­ches er sich beim Opern­ball in Wien ver­liebt hat­te. Doch bevor der Leucht­turm fer­tig wur­de, ver­starb die Ange­be­te­te. Der Graf setz­te nie einen Fuß in das Gebäu­de. Sein Geist soll den­noch umher spu­ken. Wie dem auch sei – die Über­nach­tung in einem Leucht­turm bleibt ein roman­ti­sches Erleb­nis.

Impressionen aus Kroatien

Typisch kroatisch sind die Leuchttürme - in einigen kann man auch übernachten

Credit: APA (dpa/gms/Anita Arneitz)/Anita Arneitz

Im Hafen von Hvar reihen sich die Luxusjachten aneinander

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Unterhalb der Wasserfälle im Krka Nationalpark baden gerne Touristen

Credit: APA (dpa/gms/Uwe Zucchi)/Uwe Zucchi

Die Hochebene von Gorski kotar ist eines der letzten Wildnis-Gebiete Europas

Credit: APA (dpa/gms/Promotiv Turizam)/Bojan