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news/APA/Dienstag, 06.04.21, 11:46:13

Ser­vice: Pfle­ge­tipps für Polsterstauden

Sie ver­wan­deln den Gar­ten in ein Meer aus bun­ten Pols­tern: Pols­ter­stau­den wach­sen kom­pakt und blü­hen präch­tig. Tipps zur Aus­wahl, Pfle­ge und zum opti­ma­len Standort.
APA/APA (dpa/gms/Andrea Warnecke)/Andrea Warnecke

Üppi­ge Farb­tup­fer erschei­nen im Gar­ten, wenn die Pols­ter­stau­den blü­hen. Durch ihren kom­pak­ten Wuchs erin­nern sie an Pols­ter oder gan­ze Blu­men­tep­pi­che – dank ihrer vie­len, klei­nen Blü­ten, die ab April zum Teil bis in den Som­mer erstrahlen.

Ursprüng­lich stam­men die­se Stau­den aus alpi­nen Gebirgs­re­gio­nen – daher eig­nen sie sich gut, um Hang­gär­ten oder Ein­frie­dun­gen zu gestal­ten. Kar­ge Stein­mau­ern ver­wan­deln sie in präch­ti­ge Blütenwände.

Pfle­ge und Stand­ort: Wenig Dün­ger und kei­ne nas­sen Füße

Ihre Her­kunft spie­gelt sich auch bei der Pfle­ge wider. Der Nähr­stoff­ge­halt ist in alpi­nen Gebirgs­re­gio­nen oft viel gerin­ger als die Böden in hei­mi­schen Gär­ten – das gilt beson­ders für Stickstoff.

Bei zu viel Nähr­stof­fen im Boden wer­den die Pols­ter mas­sig und groß­blätt­rig. Dann fal­len die kom­pak­ten Pols­ter aus­ein­an­der. Stau­den­gärt­ner und Buch­au­tor Till Hof­mann rät daher, die Pols­ter nur vor­sich­tig zu dün­gen – mit Flüs­sig­dün­ger für Blüten.

Die Pflan­zen dür­fen nicht zu nass ste­hen, damit sich an der Basis kei­ne Fäul­nis aus­brei­tet. „Direkt nach der Blü­te kann man die Blü­ten­stän­de und Spit­zen run­ter­schnei­den”, sagt Hof­mann. So ent­wi­ckelt sich ein Neu­aus­trieb. Das Pols­ter baut sich wie­der kom­pakt auf.

Ist der Stand­ort nicht opti­mal, wird die Pfle­ge auf­wen­di­ger. „Dann muss man die Pols­ter immer wie­der mit Sand ver­sor­gen sowie die Pols­ter auf­neh­men, tei­len und neu pflan­zen”, sagt die Stau­den­gärt­ne­rin und Gar­ten­ge­stal­te­rin Anja Maubach.

Viel­fäl­ti­ge Blü­ten­pracht und immer­grü­ne Sträucher

Eine weit ver­brei­te­te Gat­tung sind die Blau­kis­sen. „Der Name ist Pro­gramm zur Blü­te­zeit”, erklärt Hof­mann. Er beschreibt die Pflan­ze als kom­pak­tes Pols­ter, des­sen Blät­ter im Früh­ling je nach Sor­te voll­stän­dig von wei­ßen, blau­en oder vio­let­ten Blü­ten bedeckt sind.

„Ein schö­ner Hin­gu­cker ist auch das Stein­kraut”, erklärt Mau­bach. Die Pflan­ze wächst in Fugen, an Mau­ern und son­ni­gen Eck­chen. Je nach Sor­te sind die Blü­ten dot­ter- oder schwe­fel­gelb. „Sie sind ein frü­her Magnet für Wild- und Honig­bie­nen”, erklärt Hofmann.

Ein Klas­si­ker ist auch die Schlei­fen­blu­me (Ibe­ris). „Die ungleich­mä­ßig gro­ßen Blü­ten­blät­ter erin­nern an eine Schlei­fe”, erklärt Hof­mann. Der Strauch wird kaum höher als zehn Zen­ti­me­ter und ist immer­grün – also auch nach der Blü­te noch schön: „Das mar­kan­te dun­kel­grü­ne Pols­ter kaschiert ele­gant Mau­ern”, so Hofmann.

Der Blü­ten­zau­ber geht im Som­mer weiter

Auch für tro­cke­ne Böden gibt es deko­ra­ti­ve Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. „Die Polster­nel­ken sind bei­spiels­wei­se Arten, die sehr alt wer­den kön­nen und mit ihrem grau­grü­nen bis blau­grü­nem Laub sehr klar wir­ken”, beschreibt Hofmann.

Für halb­schat­ti­ge Plät­ze sind Glo­cken­blu­men ein Gewinn. Zuver­läs­si­ge Dau­er­blü­her sei­en vor allem die Tep­pich-Glo­cken­blu­me (Cam­pa­nu­la posch­ars­kya­na). „Sie wächst aus­ge­dehnt und ist ein guter Boden­de­cker”, sagt der Staudengärtner.

Wenn Blau­kis­sen und Stein­kraut lang­sam ver­blü­hen, folgt im Mai und Juni der Pols­ter­phlox. „In fast schon aggres­siv leuch­ten­den Far­ben macht er sich im Gar­ten breit”, beschreibt Hof­mann die Stau­den. Die Palet­te reicht von Blau, über Rosa und Weiß, bis zu knal­li­gem Pink.

Phlox dou­gla­sii und Phlox sub­u­la­ta unter­schei­den sich vor allem im Wuchs. Wäh­rend die erst­ge­nann­te Art kom­pak­te Kis­sen bil­det, ent­wi­ckelt sich die zwei­te zu einem aus­ge­dehn­ten Tep­pich. Phlox sub­u­la­ta sieht nach der Blü­te recht strup­pig aus, warnt Maubach.

Es folgt im Blü­ten­ka­len­der das Son­nen­rös­chen. „Das Schö­ne an die­ser Stau­de ist die Resis­tenz gegen­über Tro­cken­heit”, erklärt Hof­mann. Es gibt zahl­rei­che Hybri­den – in Weiß über Gelb, Oran­ge, Rosa bis hin zu tie­fem Rot. „Die fei­nen Nuan­cen und leuch­ten­den Töne geben die Mög­lich­keit tat­säch­lich mit den Far­ben zu malen”, sagt der Buchautor.

Pflegetipps für Polsterstauden

Blaukissen blühen üppig und gehören zu den weit verbreiteten Gattungen

Credit: APA/APA (dpa/gms/Candy Welz)/Candy Welz

Polsterstauden stammen aus alpinen Gebirgsregionen, daher brauchen sie kaum Dünger

Credit: APA/APA (dpa/gms/Jens Kalaene)/Jens Kalaene

Knalliges Pink und würziger Duft sind Merkmale des Phlox

Credit: APA/APA (dpa/gms/Hilke Segbers)/Hilke Segbers

Diese Pracht hält lange: Die Gänsekresse produziert immer wieder neue Blüten nach

Credit: APA/APA (dpa/gms/Andrea Warnecke)/Andrea Warnecke