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news/APA/Dienstag, 20.09.22, 16:08:27

Ser­vice: Frau­en­mo­de im Herbst und Win­ter: Am Tag bequem, abends chic

In die­sem Herbst und Win­ter zeigt die Frau­en­mo­de zwei Trends: einen für den Tag und einen für den Abend. „Es gibt eine ganz star­ke Pola­ri­sie­rung zwi­schen unse­rer Klei­dung für den All­tag und unse­rer Klei­dung für beson­de­re Anläs­se”, sagt der Trend­ana­lyst Carl Til­les­sen. „Alles dazwi­schen ist im Moment eigent­lich uninteressant.”
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„Wir neh­men sehr viel mit aus dem Home­of­fice, aus dem Lock­down in unse­ren post-pan­de­mi­schen All­tag”, erklärt Carl Til­les­sen den Grund für die­se modi­sche Ent­wick­lung. „Näm­lich die­se Bequem­lich­keit, die­se Läs­sig­keit, an die wir uns gewöhnt haben.” Daher fin­det man auch wei­ter­hin beque­me Hosen im Han­del, wei­te Schnit­te und gemüt­li­che Stoffe.

Und das wird auch erst mal so blei­ben. Denn zu den modi­schen Ver­än­de­run­gen durch das Home­of­fice gehör­te für vie­le auch, dass sie ihren beruf­li­chen Dress­code able­gen konn­ten – weg mit den Bla­zern, den fein säu­ber­lich gebü­gel­ten Blu­sen und engen Kostümen.

Sol­che Annehm­lich­kei­ten gebe man „nicht kampf­los wie­der auf”, sagt Mode­ana­lyst Til­les­sen. Zumal sich ihre Ent­wick­lung schon vor­her abzeich­ne­te, nun aber beschleu­nigt hat. „Was unter nor­ma­len Umstän­den zehn Jah­re gedau­ert hät­te, ist jetzt in zwei Jah­ren über die Büh­ne gegangen.”

Wer mit der tren­di­gen Jog­ging­ho­se aus­geht, trägt eine ande­re als die zum Seri­en­schau­en oder Abhän­gen auf der Couch, so Carl Til­les­sen. Die Aus­geh-Jog­ging­ho­se ist schi­cker, „von einer fast schon über­ra­schen­den Eleganz”.

Das geht über Stof­fe und Schnit­te. Oder über Far­ben, in denen etwa auch schi­cke Män­tel oder Anzug- und Bla­zer­kom­bi­na­tio­nen ger­ne geschnei­dert wer­den. Sie geben der Jog­ging­ho­se Schick und Wer­tig­keit. Camel, schö­nes Schwarz und Dun­kel­blau zum Beispiel.

Wenn der­zeit ein Stoff gera­de­zu als Trend auf der Hand liegt, dann die­ser: Der Ted­dy­plüsch. Man sieht ihn vor allem am Man­tel. Und dort übri­gens auch auf­fal­lend häu­fig in aus­geh­taug­li­chen Far­ben – star­kes Pink, strah­len­des Blau zum Beispiel.

Übri­gens noch so eine Sache, die ein­fach zu kusche­lig-warm ist, um sie nicht in einem wei­te­ren Kri­sen­win­ter zu tra­gen: Puff­ja­cken. Sie sieht man eben­falls oft in star­ken Far­ben und in Über­grö­ße wie auch „crop­ped”, also superkurz.

Far­ben­froh, star­ke Mus­ter, wenn nicht gar eine gan­ze Land­schaft auf der Front: Die Strick­pull­over in die­ser Sai­son fal­len auf.

Wer wir sind, wofür wir ste­hen – das zei­gen jetzt die Klei­dungs­stü­cke sehr pla­ka­tiv: Mit gro­ßen Buch­sta­ben, ger­ne mal im Graf­fi­ti­s­til, vor allem an beque­men Swea­tern und Hoo­dies. Manch­mal gibt’s auch ein paar net­te Bot­schaf­ten fürs Gegenüber.

Und dann gibt es da die Aus­geh-Mode als star­ken Kon­trast zum Gemüt­lich­keits­look. Vie­le Men­schen haben Nach­hol­be­darf, sagt Mode­ana­lyst Carl Til­les­sen. „Sie wol­len sich wie­der chic machen, sich wie­der zei­gen, wie­der gla­mou­rös sein. Das wird dann aber nur abends oder zu beson­de­ren Anläs­sen ausgelebt.”

Tags­über trägt man zum Bei­spiel wei­ter­hin den beque­men Snea­ker. Aber: „Wenn man aus­ge­hen will, dann zieht man den 15-Zen­ti­me­ter-Absatz für die paar Schrit­te vom Taxi zur Bar an”, führt Til­les­sen aus. Man stö­ckelt also nicht mehr vor­her schon den gan­zen Tag auf mit­tel­ho­hen, schlich­ten schwar­zen Pumps her­um, die man dann auch zum Aus­ge­hen anlässt. „Zum Aus­ge­hen zieht man sich um und steht nicht mehr im Pull­over im Club her­um, wie man das vor ein paar Jah­ren gemacht hät­te”, so der Modeexperte.

Die­se Mode ver­sprüht Lebens­hun­ger, sie ist extro­ver­tiert und auf­fal­lend. Sie ist sexy, teils hül­len­los. „Durch den enor­men Nach­hol­be­darf nach Kör­per­lich­keit kehrt mit Wucht eine Sexy­ness in die Mode zurück, von der wir eigent­lich geglaubt hat­ten, dass wir sie gera­de hin­ter uns gelas­sen hät­ten”, schreibt das Fach­ma­ga­zin „Tex­ti­le Net­work” (online) über den Trend.

Die Klei­dung zeigt also, dass man Spaß haben möch­te am Leben. Aber auch, dass man Spaß hat an der Mode. Das geht aller­dings nur, wenn man sich wohl fühlt in den knap­pen, kur­zen und wenig ver­hül­len­den Out­fits. Und wenn nicht, es gibt auch sonst vie­le Loo­ks, die Spaß machen – mit mehr Stoff.

Klei­dungs­stü­cke, die glit­zern und star­ke Far­ben tra­gen. „Das geht oft ein­her mit gera­de­zu über­mü­ti­ger, kin­di­scher Fröh­lich­keit, die als infan­ti­le Comic-Moti­ve auf der Klei­dung zu sehen ist”, so Trend­ana­lyst Carl Tillessen.

Die Zeit­schrift „Vogue” nennt ihn „das über­ra­schends­te Debut” in ihren Top Ten für die Sai­son: Den Win­ter-Mini. An kal­ten Tagen gel­ten nun Mini-Röcke, Mini-Klei­der und Mini-Shorts, als ange­sagt. Von knapp über den Po bis knapp über das Knie, alle kur­zen Län­ge sind dabei.

Das lässt viel Raum für einen schö­nen hohen und oft gera­de geschnit­te­nen Stie­fel. „Je klo­bi­ger oder wei­ter der Schaft, des­to schlan­ker wirkt das Bein”, so das Mot­to. Außer­dem gibt der Mini noch einem Klei­dungs­stück Raum für ein Come­back: auf­fäl­li­ge Strumpfhosen.

Das Deut­sche Mode-Insti­tut über­schreibt es das „Power Sui­t­ing”. Die Rede ist von aus­ge­fal­le­nen Bla­zer-Kom­bi­na­tio­nen mit expres­si­ven Far­ben oder star­ken Mus­tern. Auch die Schnit­te dür­fen auf­fal­len, zum Bei­spiel als beson­ders wei­te Hosen­bei­ne, kas­ti­ge Schul­ter­pols­ter und über­lan­ge Blazer.

Ihr Kleid ist in die­sem Herbst modisch ange­sagt, wenn es irgend­was hat, das auf­fällt: Puff-Ärmel, Raf­fun­gen, Schlup­pen, beson­de­re Mus­ter. Und laut DMI soll­te es dann mini­kurz oder midi­lang sein. Dage­gen setzt die Zeit­schrift „Vogue” in ihrem Trend­aus­blick auf Maxi­klei­der. Zumin­dest bei den Mode­schau­en für die­se Sai­son hät­ten sie eine „wirk­lich über­ge­ord­ne­te Rol­le” gespielt.

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