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news/APA/Dienstag, 02.08.22, 10:33:41

Ser­vice: Die rich­ti­ge Part­ner­wahl für die Katze

Wer meh­re­re Kat­zen zu Hau­se haben möch­te, soll­te mit Bedacht aus­wäh­len. Denn auch Kat­zen wol­len den ande­ren wenigs­tens sym­pa­thisch fin­den. Sonst wird es anstren­gend – auch für Herr­chen und Frauchen. 
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Das Sprich­wort „Gleich und gleich gesellt sich gern” gilt auch für Kat­zen. „All­zu gro­ße Unter­schie­de bezüg­lich Selbst­si­cher­heit und Tem­pe­ra­ment erwei­sen sich oft als pro­ble­ma­tisch”, sagt die Tier­schüt­ze­rin Hes­ter Pom­me­re­ning. Beim Zusam­men­stel­len einer Kat­zen-WG soll­te daher auf ähn­li­che Per­sön­lich­kei­ten geach­tet werden.

Auch das Alter muss pas­sen: – Ein tem­pe­ra­ment­vol­ler Jung­spund kön­ne einem Senio­ren eher schnell auf die Ner­ven gehen als ihn zu ani­mie­ren. Eine Aus­nah­me von der Regel kön­nen ängst­li­che Kat­zen sein, die schau­en sich manch­mal von einem selbst­be­wuss­ten Art­ge­nos­sen etwas ab.

Zuerst müs­sen Herr­chen und Frau­chen ein­mal wis­sen, wel­chen Cha­rak­ter die eige­ne Kat­ze hat, sagt die Haus­tier­trai­ne­rin Michae­la Asmuß aus dem hes­si­schen Bad Hom­burg. Ist das Tier gesel­lig oder lie­ber für sich? Hat es einen stren­gen Tages­rhyth­mus und besteht auf pünkt­li­che Essens- sowie Spiel­zei­ten oder sind ihm Ritua­le egal? Ist die Kat­ze mutig und neu­gie­rig oder eher scheu und schreck­haft? Die Neue soll­te ähn­lich ticken.

Einen ers­ten Anhalts­punkt kann die Ras­se geben. Wer zu Hau­se bereits einen Drauf­gän­ger hat, soll­te sich zum Bei­spiel kei­ne Bri­tisch Kurz­haar, Per­ser oder Mai­ne-Coon-Kat­ze ins Haus holen. „Das sind in der Regel ruhi­ge, gechill­te Tie­re”, erklärt Asmuß. Dage­gen sind zum Bei­spiel Siam­kat­zen oder die Abes­si­ner­kat­ze über­wie­gend temperamentvoll.

Bei nor­ma­len Haus­kat­zen, also der Euro­pä­isch Kurz­haar, sind alle Tem­pe­ra­ments­klas­sen mög­lich. Ob sie ruhig oder tem­pe­ra­ment­voll, scheu oder zutrau­lich, ängst­lich oder mutig sind, hängt von den Genen, dem Ver­hal­ten ihrer Mut­ter und ihren Erleb­nis­sen in den ers­ten Mona­ten ab.

Ob das Geschlecht für den Cha­rak­ter eine Rol­le spielt, ist bei den Exper­ten umstrit­ten. So sind laut Pom­me­re­ning Kater oft selbst­be­wuss­ter als Kat­zen­da­men und pfle­gen mit ihrem Gegen­über einen eher hart­ge­sot­te­nen Umgang. Daher sind ihrer Mei­nung nach rei­ne Kater- oder Kät­zin­nen-WGs am besten.

Asmuß ist da ande­rer Mei­nung, die jewei­li­ge Per­sön­lich­keit sei wich­ti­ger als das Geschlecht, sagt sie. Klar ist jedoch: Die Tie­re soll­ten mög­lichst kas­triert sein.

Ist die Ent­schei­dung gefal­len, soll­ten die Tie­re ganz behut­sam anein­an­der gewöhnt wer­den. „Man soll­te sie erst den Geruch der jeweils ande­ren Kat­ze auf­neh­men las­sen, bevor es dann Sicht­kon­takt und spä­ter eine direk­te Begeg­nung gibt”, sagt Pom­me­re­ning. Die ers­te Begeg­nung soll­te laut Asmuß am bes­ten an einer Git­ter­tür statt­fin­den, der Besit­zer soll­te auf jeden Fall „mode­rie­ren”. Dazu gehört das Füt­tern von Lecker­lies, Spie­len oder – wenn die Kat­zen es ken­nen – Clickertraining.

So ler­nen die Tie­re: Immer, wenn die ande­re Kat­ze da ist, pas­siert was Tol­les. So stu­fen sie den ande­ren nicht als Feind ein, der sie viel­leicht sogar aus dem Revier ver­trei­ben will. Soll­ten die Tie­re mit dem ande­ren Bewoh­ner über­haupt nicht ein­ver­stan­den sein, zei­gen sie das deut­lich. Sol­che Kat­zen grol­len oder jau­len, wer­den groß und steif, das Fell plus­tert sich auf, das ande­re Tier wird fixiert – eine unmiss­ver­ständ­li­che Drohung.

„Wenn sie nach vor­ne gegen das Git­ter sprin­gen, ist das kein Spiel, son­dern der Ver­such, den ande­ren zu ver­trei­ben”, weiß Asmuß. Bei einem sol­chen Ver­hal­ten soll­te die ande­re Kat­ze bes­ser doch nicht einziehen.

Läuft schon das Ken­nen­ler­nen gut, ist ein ange­neh­mes Zusam­men­le­ben in Sicht. Dann stup­sen die Kat­zen ihre Näs­chen anein­an­der und selbst ein biss­chen Fau­chen ist nor­mal. Blin­zeln die Tie­re, wen­den sich ab oder legen sich gar hin, ist das ein gutes Omen für künf­ti­ge Harmonie.

Die richtige Partnerwahl für die Katze

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