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news/APA/Donnerstag, 14.10.21, 12:27:24

Schmalz und Flor im Ren­nen um Öster­rei­chi­schen Buchpreis

Vier Autorin­nen und ein Autor ste­hen auf der Short­list für den mit 20.000 Euro dotier­ten Öster­rei­chi­schen Buch­preis 2021: Neben Fer­di­nand Schmalz” Debüt­ro­man „Mein Lieb­lings­tier heißt Win­ter” sind auch Anna Baar mit „Nil”, Danie­la Cha­na mit „Neun selt­sa­me Frau­en”, Olga Flor mit „Mori­tu­ri” sowie Raphae­la Edel­bau­er mit „DAVE” nomi­niert. Die Preis­ver­lei­hung fin­det am 8. Novem­ber statt.
APA/APA/dpa/Georg Wendt

Baars „Nil” lobt die Jury als „klei­nen, ver­spielt hin­ter­sin­ni­gen Roman über die Kraft wie die Untie­fen guter Geschich­ten, mal trau­rig, mal fröh­lich, nach­denk­lich oder sen­ti­men­tal, aber immer unvor­her­seh­bar”. Cha­na stellt laut Begrün­dung „selt­sa­me Frau­en und Fan­ta­sien, neun Musen-Asso­zia­tio­nen ins Zen­trum ihrer weib­li­chen Erkun­dungs­pro­sa und setzt dabei klug und lite­ra­risch gekonnt auf fan­tas­ti­sche Begeg­nun­gen und über­ra­schen­de Wen­dun­gen mit­ten in der moder­nen Rea­li­tät”. Edel­bau­er erzählt laut Jury „ele­gant und poin­tiert, mit gal­li­gem Witz, Lust an der Anspie­lung und immer wie­der ver­blüf­fen­den Wen­dun­gen von der Ohn­macht des ein­zel­nen in einer Dik­ta­tur der Weltverbesserer”.

„Die kunst­vol­le Spra­che von Olga Flors Roman „Mori­tu­ri” lässt den Abgrund öster­rei­chi­scher Gegen­warts­rea­li­tät, den sie auf das Korn nimmt, noch schau­ri­ger und tra­gi­ko­mi­scher schei­nen”, urteilt die Jury, die bei Fer­di­nand Schmalz „die umgangs­sprach­lich anmu­ten­den ellip­ti­schen und oft abge­ris­se­nen Sät­ze” lobt. Sein Debüt­ro­man sei „alles ande­re als ein rea­lis­ti­scher Roman, alles dar­in ist künst­lich – und dar­um umso ent­lar­ven­der, vor allem wenn es dar­um geht, die Hilf­lo­sig­keit des Indi­vi­du­ums als Par­ti­kel in einem gna­den­los igno­ran­ten gesell­schaft­li­chen Kos­mos darzustellen”.

Nicht den Sprung von der Long- auf die Short­list geschafft haben Tere­sa Präau­er („Das Glück ist eine Boh­ne”), Han­no Mil­le­si „Der Charme der lan­gen Wege”, Sophie Rey­er („1431”), Franz Schuh („Lachen und Ster­ben”) und Moni­ka Hel­fer („Vati”), die jedoch noch Chan­cen auf den Deut­schen Buch­preis hat. Auf der Short­list für den mit 10.000 Euro dotier­ten Debüt­preis ste­hen – wie bereits vor­ab bekannt gege­ben – Anna Albi­nus mit dem in der edition.fotoTAPETA erschie­ne­nen „Revol­ver Chris­ti”, Anna Feln­ho­fer mit ihrem jüngst erschie­ne­nen Epi­so­den­ro­man „Schnitt­bild” (Luft­schacht Ver­lag) sowie Cle­mens Bru­no Gatz­ma­ga mit „Jacob träumt nicht mehr”, der im Ver­lag Karl Rauch erschie­nen ist.

Der Öster­rei­chi­sche Buch­preis wird vom Kul­tur­mi­nis­te­ri­um, dem Haupt­ver­band des Öster­rei­chi­schen Buch­han­dels und der Arbei­ter­kam­mer Wien aus­ge­rich­tet. Im Vor­jahr ging die Aus­zeich­nung an Xaver Bay­er für sein Buch „Geschich­ten mit Mari­an­ne”, der Debüt­preis an Lean­der Fischer für sei­nen 780 Sei­ten schwe­ren Roman „Die Forelle”.

Die Fach-Jury für den Öster­rei­chi­schen Buch­preis setzt sich 2021 aus Til­man Eder (Buch­händ­ler, Buch­hand­lung Erl­kö­nig), Wal­ter Grond (Schrift­stel­ler, Lei­ter Euro­päi­sche Lite­ra­tur­ta­ge), Manue­la Reichart (Lite­ra­tur­kri­ti­ke­rin, WDR), Danie­la Stri­gl (Lite­ra­tur­kri­ti­ke­rin und Ger­ma­nis­tin, Uni­ver­si­tät Wien) und Peter Zim­mer­mann (Jour­na­list, ORF) zusammen.

Lis­te der Nomi­nier­ten auf der Shortlist:

(S E R V I C E – )