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news/APA/Freitag, 23.09.22, 09:40:19

Schein­re­fe­ren­den in besetz­ten Gebie­ten in Ukrai­ne begonnen

In den von Mos­kau besetz­ten Gebie­ten im Osten und Süden der Ukrai­ne haben am Frei­tag die Schein­re­fe­ren­den über einen Bei­tritt der Regio­nen zur Rus­si­schen Föde­ra­ti­on begon­nen. Von einem his­to­ri­schen Tag sprach Sepa­ra­tis­ten­chef Denis Puschi­lin in der von Russ­land aner­kann­ten „Volks­re­pu­blik Donezk”. „Die­ses Refe­ren­dum ist ent­schei­dend, es ist der Durch­bruch in eine neue Rea­li­tät”, sag­te er in einem Video auf Tele­gram. Inter­na­tio­nal wer­den die Schein­re­fe­ren­den nicht anerkannt.
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Auch die Regio­nen Luhansk und Sapo­rischsch­ja infor­mier­ten über den Start der Abstim­mun­gen. „Wir kom­men nach Hau­se! Viel Erfolg, Freun­de”, sag­te Wla­di­mir Rogow, ein von Russ­land in Sapo­rischsch­ja ein­ge­setz­ter Ver­tre­ter der Regi­on, zur Eröff­nung der Wahl­lo­ka­le am in der Früh. Ange­setzt ist zudem ein Schein­re­fe­ren­dum in der süd­ukrai­ni­schen Regi­on Cherson.

Hun­dert­tau­sen­de Men­schen haben bis zum 27. Sep­tem­ber Zeit, ihre Stim­men abzu­ge­ben. Das Gebiet Luhansk teil­te mit, dass auch nach Russ­land geflo­he­ne Bür­ger dort abstim­men könnten.

Der genaue Ablauf der vom Wes­ten und der ukrai­ni­schen Regie­rung als Schein­re­fe­ren­den bezeich­ne­ten Abstim­mun­gen ist unklar, da die Gebie­te nicht voll­stän­dig von rus­si­schen Trup­pen besetzt sind. Der ukrai­ni­sche Gou­ver­neur der Regi­on Luhansk, Ser­hij Gaj­daj, berich­te­te, in der rus­sisch besetz­ten Ort­schaft Bilo­wodsk habe ein Ver­ant­wort­li­cher gesagt, das Refe­ren­dum sei ver­pflich­tend. Wer sei­ne Stim­me nicht abge­be, ver­lie­re sei­ne Arbeit und wer­de bei den Sicher­heits­be­hör­den gemel­det. In Sta­ro­bilsk hät­ten die rus­si­schen Behör­den ange­ord­net, dass die Men­schen die Stadt bis Diens­tag nicht ver­las­sen dürf­ten. Bewaff­ne­te Grup­pen wür­den Woh­nun­gen durch­su­chen und die Bewoh­ner dazu zwin­gen, ihre Stim­me abzugeben.

Ange­sichts die­ser Umstän­de wird damit gerech­net, dass alle vier Regio­nen für einen Bei­tritt zu Russ­land stim­men. Prä­si­dent Wlad­mi­mir Putin hat erklärt, er wer­de rus­si­sches Ter­ri­to­ri­um bis auf das Letz­te ver­tei­di­gen, ein­schließ­lich der Nut­zung ato­ma­rer Waf­fen. West­li­che Regie­run­gen haben den Schritt aller­dings eher als Ver­zweif­lungs­tat Putins gewer­tet, der ange­sichts der bis­her rela­tiv erfolg­rei­chen Gegen­of­fen­si­ve der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te jetzt auch innen­po­li­tisch zuneh­mend unter Druck gerät.

Russ­land will sich mit Hil­fe des Ergeb­nis­ses die Gebie­te ein­ver­lei­ben und beruft sich auf das „Selbst­be­stim­mungs­recht der Völ­ker”. Weder die Ukrai­ne noch die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft erken­nen die Abstim­mung unter der Besat­zungs­macht Russ­land an. Es han­delt sich um Schein­re­fe­ren­den, weil sie ohne Zustim­mung der Ukrai­ne, unter Kriegs­recht und nicht nach demo­kra­ti­schen Prin­zi­pi­en ablau­fen. Auch eine freie Arbeit inter­na­tio­na­ler unab­hän­gi­ger Beob­ach­ter ist nicht möglich.