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news/APA/Donnerstag, 08.04.21, 11:19:34

Sal­va­tor Mun­di: Doku sät Zwei­fel an da Vin­cis Urheberschaft

Eine fran­zö­si­sche Doku sät neue Zwei­fel dar­an, dass das Leo­nar­do da Vin­ci zuge­schrie­be­ne Ölge­mäl­de „Sal­va­tor Mun­di” als ein von dem Groß­meis­ter geschaf­fe­nes Werk gel­ten kann. Laut Fil­me­ma­cher Antoi­ne Vit­ki­ne kamen Ana­ly­sen des Pari­ser Muse­ums Lou­vre zu dem Schluss, dass das Gemäl­de zwar in einem Ate­lier da Vin­cis ent­stan­den sei – der Meis­ter selbst dazu aber ledig­lich „bei­getra­gen” habe. „Sal­va­tor Mun­di” gilt als das teu­ers­te Gemäl­de der Welt.
APA/APA/AFP/FRANCOIS GUIL­LOT

Das Werk, des­sen latei­ni­scher Titel „Erlö­ser (oder Ret­ter) der Welt” bedeu­tet, war im Jahr 2017 vom Auk­ti­ons­haus Christie’s in New York für 450 Mil­lio­nen Dol­lar (nach heu­ti­gem Wert: 373 Mil­lio­nen Euro) ver­stei­gert wor­den. Seit der Auk­ti­on wur­de es nicht mehr öffent­lich aus­ge­stellt. Der gehei­me Käu­fer soll der sau­di-ara­bi­sche Kron­prinz Moham­med bin Sal­man gewe­sen sein – was Riad aller­dings bis heu­te dementiert.

Aller­dings gibt es seit lan­gem Zwei­fel dar­an, dass das Gemäl­de allein oder haupt­säch­lich von da Vin­ci (1452–1519) geschaf­fen wur­de. Das The­ma der Urhe­ber­schaft des Gemäl­des kam neu auf, als das Gemäl­de nicht bei einer gro­ßen Da-Vin­ci-Aus­stel­lung im Lou­vre 2019 gezeigt wurde.

Wie in dem Doku­men­tar­film unter Beru­fung auf anony­me hoch­ran­gi­ge Mit­ar­bei­ter der fran­zö­si­schen Regie­rung berich­tet wird, erreg­ten damals die wis­sen­schaft­li­chen Ana­ly­se­er­geb­nis­se des Lou­vre zur Urhe­ber­schaft des Gemäl­des den Unmut sau­di-ara­bi­scher Ver­tre­ter. Bin Sal­man habe ver­langt, dass „Sal­va­tor Mun­di” bei der Aus­stel­lung als „ein hun­dert­pro­zen­ti­ger da Vin­ci prä­sen­tiert” und neben des­sen noch berühm­te­rer „Mona Lisa” auf­ge­hängt werde.

Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron sperr­te sich damals dem Film zufol­ge jedoch gegen die For­de­run­gen bin Sal­mans. Macron habe es dem Lou­vre über­las­sen, mit den Ver­tre­tern Sau­di-Ara­bi­ens aus­zu­han­deln, wie das Gemäl­de bei der Aus­stel­lung prä­sen­tiert wer­den soll­te. Die­se Ver­hand­lun­gen hät­ten dann zu kei­nem Ergeb­nis geführt, wes­halb das Gemäl­de letzt­lich nicht gezeigt wor­den sei. Das Bild zeigt Jesus Chris­tus, der sei­ne rech­te Hand zum Segens­gruß erho­ben hat und in der lin­ken Hand eine Kris­tall­ku­gel hält.