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news/APA/Mittwoch, 16.09.20, 18:53:20

Rog­lic bau­te Tour-Füh­rung aus – Lopez gewann Königs­etap­pe

Pri­moz Rog­lic fährt unauf­halt­sam sei­nem ers­ten Gesamt­sieg bei der Tour de Fran­ce ent­ge­gen. Auf der Königs­etap­pe bau­te der slo­we­ni­sche Ex-Ski­sprin­ger als Zwei­ter sei­nen Vor­sprung auf den engs­ten Ver­fol­ger Tadej Poga­car aus. Den Tages­sieg auf dem 17. Teil­stück hin­auf auf das Dach der Tour hol­te sich solo der Kolum­bia­ner Miguel Angel Lopez.
APA/APA (AFP)/KENZO TRI­BOUIL­LARD

Vor den Augen von Frank­reichs Staats­chef Emma­nu­el Macron leuch­te das Gel­be Tri­kot von Rog­lic nach dem Mitt­woch noch etwas gel­ber. Der 30-jäh­ri­ge Jum­bo-Pro­fi bewäl­tig­te die bru­ta­len Ram­pen hin­auf auf den 2.304 Meter hohen Col de la Loze als bes­ter aller Anwär­ter auf den Gesamt­sieg. „Ich bin rich­tig zufrie­den. Ich habe zwar nicht gewon­nen, aber Sekun­den her­aus­ge­holt. Alles läuft gut”, resü­mier­te der Slo­we­ne. „Wenn man eine Minu­te Vor­sprung hat, will man fünf. Man ist nie zufrie­den. Aber das ist eine gute Aus­gangs­po­si­ti­on.”

Der Vor­sprung von Rog­lic auf den neun Jah­re jün­ge­ren Lands­mann Poga­car, der mit einer hal­ben Minu­te Rück­stand Tages-Drit­ter wur­de, wuchs um 17 auf nun 57 Sekun­den an. Dabei leg­te die­ser erneut eine Talent­pro­be ab. Der 21-Jäh­ri­ge muss­te erst beim steils­ten Stück des 21,5 km lan­gen Schluss­auf­stiegs (durch­schnitt­lich 7,8 Pro­zent Stei­gung) abrei­ßen las­sen. Poga­car will aber noch nicht auf­ge­ben. „Ich bin immer noch unter einer Minu­te. Mal schau­en, ob ich noch etwas bewe­gen kann”, sag­te er.

Die Vor­ent­schei­dung um den Gesamt­sieg scheint den­noch fast gefal­len, die letz­ten Prü­fun­gen auf dem Weg nach Paris sind über­schau­bar. Es ist unwahr­schein­lich, dass sich Rog­lic beim Berg­zeit­fah­ren am vor­letz­ten Tag noch düpie­ren lässt. Neu­er Gesamt­drit­ter ist Lopez, er ist 1:26 Minu­ten zurück.

Gar nicht mehr am Start war der von Rücken­schmer­zen geplag­te Titel­ver­tei­di­ger Egan Ber­nal. Der Kolum­bia­ner stieg noch vor der Etap­pe aus und mach­te damit das Deba­kel sei­nes Renn­stalls Ine­os Gre­na­diers per­fekt. „Natür­lich woll­te ich nicht, dass mei­ne Tour de Fran­ce so endet, aber ich stim­me zu, dass es unter den gege­be­nen Umstän­den die rich­ti­ge Ent­schei­dung für mich ist”, sag­te Ber­nal, der am Vor­tag fast eine hal­be Stun­de auf den Sie­ger ver­lo­ren hat­te.

Die Klet­ter­par­tie ent­wi­ckel­te sich zu einem Aus­schei­dungs­fah­ren, in dem die slo­we­ni­schen Stars ihre Mit­kon­kur­ren­ten wie läs­ti­ge Flie­gen abschüt­tel­ten. Rigo­ber­to Uran, Mikel Lan­da, Richie Por­te – nichts ging mehr bei Stei­gun­gen von bis zu 24 Pro­zent. 2,9 Kilo­me­ter vor dem Ziel war in Giro-Sie­ger Richard Cara­paz auch der letz­te Aus­rei­ßer gestellt. Micha­el Gogl kam als bes­ter Öster­rei­cher mit 19 Minu­ten Rück­stand als 29. ins Ziel.