apa.at
news/APA/Freitag, 14.01.22, 13:48:02

Rech­nungs­hof kri­ti­siert Post für zu vie­le „Gel­be Zettel”

Der „Gel­be Zet­tel” der Post war von 2016 bis 2019 ein zuneh­mend wie­der­keh­ren­der Gast – unge­be­ten­er­wei­se. „Bei der Post AG ist die Zahl der aus­ge­ge­be­nen Zustell­be­nach­rich­ti­gun­gen („Gel­ber Zet­tel”) in den Jah­ren 2016 bis 2019 um 67 Pro­zent gestie­gen und lag damit um zehn Pro­zent­punk­te über dem Anstieg des Paket­vo­lu­mens”, schreibt dazu der Rech­nungs­hof in dem heu­te vor­ge­stell­ten Bericht zur Qua­li­tät der Zustel­lung der teil­staat­li­chen bör­sen­no­tier­ten Öster­rei­chi­schen Post.
APA/APA/THEMENBILD/PHILIP STOT­TER

In Befra­gun­gen hät­ten 17 Pro­zent ange­ge­ben, eine sol­che Benach­rich­ti­gung erhal­ten zu haben, obwohl zum Zeit­punkt der Zustel­lung jemand im Haus­halt anwe­send war. Der Rech­nungs­hof stellt in die­sem Zusam­men­hang „Defi­zi­te bei der lang­fris­ti­gen Sicher­stel­lung und zukunfts­wei­sen­den Aus­rich­tung der Grund­ver­sor­gung mit Post­dienst­leis­tun­gen” fest. „Der Rech­nungs­hof emp­fiehlt der Post AG, der unge­recht­fer­tig­ten Aus­ga­be der „Gel­ben Zet­tel” mehr Auf­merk­sam­keit zu wid­men”, so die staat­li­chen Prü­fer zum teil­staat­li­chen Unternehmen.

Die Beschwer­den stie­gen übri­gens auch bei der Paket­zu­stel­lung – bei zuneh­men­dem Paket­vo­lu­men: Von 2016 bis 2019 um 28 Pro­zent. Im Jahr 2019 gab es rund 100.000 Beschwer­den zu Brie­fen und mehr als 110.000 zu Paketen.

Posi­tiv beur­teilt der Rech­nungs­hof die Zustell­ge­schwin­dig­keit. „Gemäß einer euro­päi­schen Norm soll­ten 95 Pro­zent der Prio­ri­ty-Brie­fe im Inland inner­halb eines Werk­tags zuge­stellt sein, 90 Pro­zent der Pake­te inner­halb von zwei Werk­ta­gen. Die Post AG erreich­te die­se Lauf­zei­ten in den Jah­ren 2016 bis 2019 über­wie­gend oder über­traf sie sogar”, so die Prüfer.

Von der Post AG hieß es heu­te: „Wie im Prüf­be­richt fest­ge­hal­ten, liegt die Erst­zu­stell­quo­te im Prü­fungs­zeit­raum bei über 90 Pro­zent. Ser­vices wie die Post Emp­fangs­box, die Abstell­ge­neh­mi­gung oder die Paket­um­lei­tung erhö­hen die­se Quo­te und redu­zie­ren gleich­zei­tig die Benach­rich­ti­gun­gen. Die Zähl­wei­se der Erst­zu­stell­quo­te wur­de von 2017 auf 2018 ver­än­dert. Durch die­se Umstel­lung ent­steht der Ein­druck, die Anzahl der Benach­rich­ti­gun­gen sei über­pro­por­tio­nal zum Wachs­tum des Paket­vo­lu­mens gestie­gen. Gleich­zei­tig erhöh­ten sich im Unter­su­chungs­zeit­raum die Paket­men­gen um 50 Prozent.”

Der Zustell­pro­zess sei klar gere­gelt, ein Zustell­ver­such habe in jedem Fall zu erfol­gen. „Wir neh­men jeden ein­zel­nen Fall ernst und gehen sol­chen Beschwer­den unver­züg­lich nach”, so das Unter­neh­men. Das vom Rech­nungs­hof emp­foh­le­ne Moni­to­ring sei bereits im Zuge der Nach­for­schun­gen durch das Post-Kun­den­ser­vice umge­setzt. Ins­be­son­de­re bei Pake­ten sei­en Mög­lich­kei­ten geschaf­fen wor­den, die Sen­dungs­ver­läu­fe detail­lier­ter zu recherchieren.

Der Rech­nungs­hof hat auch Anre­gun­gen für den Gesetz­ge­ber. So wür­de sich der Mit­be­werb, ver­ein­facht gesagt, die Rosi­nen her­aus­pi­cken und gleich­zei­tig die abge­le­ge­nen Regio­nen der Post über­las­sen. „In die­sem Zusam­men­hang ver­weist der Rech­nungs­hof auf sei­ne Emp­feh­lung an den Gesetz­ge­ber, einen trag­fä­hi­gen finan­zi­el­len Aus­gleichs­me­cha­nis­mus zu ent­wi­ckeln”, so die Prü­fer. Zustän­dig für die Regu­lie­rung auf natio­na­ler Ebe­ne ist das Landwirtschaftsministerium.