apa.at
news/APA/Dienstag, 15.09.20, 22:40:20

Rapid ver­passt mit 1:2 in Gent die Cham­pions League

Rapids Anlauf zur drit­ten Teil­nah­me an der Fuß­ball-Cham­pions-League ist geschei­tert. Die Wie­ner muss­ten sich am Diens­tag in der 3. Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de aus­wärts KAA Gent 1:2 (0:1) geschla­gen geben. Nach dem Aus in der vor­letz­ten Run­de vor der „Königs­klas­se” bleibt Rapid das Ticket für die Euro­pa-League-Grup­pen­pha­se als Trost.
APA/APA (AFP)/KURT DES­PLE­N­TER

Niklas Dorsch (36.) und Roman Jarem­tschuk (59.) per Foul­elf­me­ter schos­sen die in der Liga schwä­cheln­den Bel­gi­er 2:0 in Füh­rung. Der Anschluss­tref­fer von „Joker” Yus­uf Demir (93.) kam zu spät. Öster­reichs Rekord­meis­ter war unter Zuschau­er­aus­schluss in der Ghel­am­co Are­na von Gent nicht unbe­dingt die schlech­te­re Mann­schaft, erspiel­te sich aber zu weni­ge Top­chan­cen. Zwei Unbe­dacht­hei­ten besie­gel­ten das K.o.

Gent streicht für den Sieg, der ein Duell mit Dyna­mo Kiew bereit hält, fünf Mil­lio­nen Euro ein. Die Hüt­tel­dor­fer erhal­ten drei Mil­lio­nen Euro Start­geld für die Euro­pa League (Aus­lo­sung am 2. Okto­ber), wo sie zum ach­ten Mal in der Haupt­run­de ste­hen. Zwei­mal (2015÷16, 2018/19) gelang dann auch der Auf­stieg.

Rapid-Trai­ner Diet­mar Küh­bau­er setz­te auf die Start­elf vom 1:0‑Sieg in der 2. Run­de bei Lok Zagreb. Im Ver­gleich zum 4:1‑Auftaktsieg in der Liga gegen Admi­ra rutsch­te der wie­der fit­te Kel­vin Ara­se anstel­le von Demir in die Auf­stel­lung. Für Gent, das sich nach Kri­tik aus den Spiel­er­rei­hen am Tag vor dem Spiel von Kurz­zeit­trai­ner Laszlo Bölö­ni getrennt hat­te, stand der im Som­mer gekom­me­ne Co-Trai­ner Wim de Decker (38) an der Sei­ten­li­nie. Der ukrai­ni­sche Star­stür­mer Jarem­tschuk, der als Revo­lu­ten­füh­rer bei Bölö­ni in Ungna­de gefal­len war, durf­te von Beginn an stür­men.

Rapid star­te­te ambi­tio­niert und hat­te nach sechs Minu­ten drei gute Offen­siv­sze­nen gelie­fert. In der 17. Minu­te schnup­per­te Grün-Weiß am 1:0, Tho­mas Murg ziel­te nach einem 40-m-Lauf und Haken knapp am Tor vor­bei (17.). Der bel­gi­sche Vor­jah­res­zwei­te hat­te die mun­te­re Par­tie zu die­sem Zeit­punkt bereits mit kör­per­li­cher Prä­senz unter Kon­trol­le gebracht. Und ver­wer­te­te sei­ne ers­te Groß­chan­ce zur Füh­rung: Der ein­lau­fen­de Dorsch wur­de bei einer Maß­flan­ke von der rech­ten Sei­te sträf­lich allein gelas­sen und köp­fel­te im Fünf­me­ter­raum ein (36.).

Rapid rück­te auf. Das räch­te sich bei­na­he nach einem Ball­ver­lust in der 45. Minu­te: Jarem­tschuk leg­te sich nach einem Solo über das hal­be Feld im ent­schei­den­den Moment den Ball zu weit vor. Rapid-Goa­lie Richard Stre­bin­ger war recht­zei­tig drau­ßen. Im Gegen­zug zwang Taxi­ar­chis Foun­tas mit einem Fern­schuss Goa­lie Davy Roef zur ers­ten wirk­li­chen Para­de.

Nach dem Sei­ten­wech­sel mel­de­te sich Rapid-Stür­mer Ercan Kara: Ein Ver­such aus spit­zem Win­kel (51.) und einer aus zen­tra­ler Posi­ti­on (53.) segel­ten jeweils über die Lat­te. Wenig spä­ter leg­te Leo Greiml sei­nem Gegen­spie­ler Gior­gi Chak­ve­tad­ze mit einer unge­schick­ten Akti­on ein Bein im Straf­raum. Der ins Eck abtau­chen­de Stre­bin­ger war beim zen­tral geschos­se­nen Elfer von Jarem­tschuk zwar mit dem Bein, aber nicht mehr ent­schei­dend dran (59.).

Küh­bau­er reagier­te mit einer Sys­tem­um­stel­lung und brach­te Demir für den schwa­chen Ara­se. Die Rapid-Angrif­fe häuf­ten sich, Gent ver­wal­te­te die Füh­rung aber anstän­dig. Bis zur 93. Minu­te, als Demir aus 18 Metern zum 1:2 abzog. Die Ret­tung in die Ver­län­ge­rung war mög­lich: Greiml ver­gab das mög­li­che 2:2 per Kopf (95.). Rapid muss wei­ter auf die drit­te CL-Teil­nah­me nach 1996/97 und 2005/06 war­ten.

Kiew setz­te sich zuvor im Heim­du­ell mit AZ Alk­maar mit 2:0 durch. Für die Tore sorg­ten Gerson Rodri­gues (49.) und Myko­la Scha­pa­ren­ko (86.).