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news/APA/Donnerstag, 10.06.21, 10:34:50

Pro­dukt­haf­tungs­richt­li­nie greift nicht bei „Krone”-Kräuterpfarrer

Gegen einen feh­ler­haf­ten Gesund­heits­tipp des „Krone”-Kräuterpfarrers kann laut einem am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) nicht erfolg­reich nach der Pro­dukt­haf­tungs­richt­li­nie geklagt wer­den. Hin­ter­grund ist die Beschwer­de einer Lese­rin des Klein­for­mats: Sie hat­te wegen eines Feh­lers in der bekann­ten Kolum­ne stun­den­lang gerie­be­nen Kren auf­ge­tra­gen und dadurch eine „toxi­sche Kon­takt­re­ak­ti­on” erlitten.
APA/APA/dpa/Patrick Pleul

Die Klä­ge­rin hat­te rheu­ma­ti­sche Schmer­zen im Sprung­ge­lenk und hielt sich an den Rat von Kräu­ter­pfar­rer Bene­dikt aus dem Jahr 2016, die­se mit gerie­be­nem Kren zu bekämp­fen. Aller­dings war dem Kräu­ter­pfar­rer ein Tipp­feh­ler unter­lau­fen – in dem der Redak­ti­on über­mit­tel­ten Ori­gi­nal­ma­nu­skript, wie „Krone”-Anwalt Gott­fried Korn gegen­über der APA sag­te -, und die Ein­wirk­zeit war nicht in Minu­ten, son­dern in Stun­den ange­ge­ben. Und daher habe sie eine „toxi­sche Kon­takt­re­ak­ti­on” erlit­ten, erklär­te die Klä­ge­rin. Sie ver­trat die Ansicht, dass der Ver­lag der „Kro­nen Zei­tung” dafür haf­te, und zwar gemäß der Pro­dukt­haf­tungs­richt­li­nie. Sie klag­te unter ande­rem auf Schmerzensgeld.

Der Obers­te Gerichts­hof hat­te dar­auf­hin den EuGH um Klar­stel­lung gebe­ten: Zu klä­ren war, ob auch ein Druck­ex­em­plar einer Tages­zei­tung als feh­ler­haf­tes Pro­dukt nach der Richt­li­nie anzu­se­hen ist.

Der EuGH kam nun zu dem Schluss, „dass ein Exem­plar einer gedruck­ten Zei­tung, die im Zuge der Behand­lung eines The­mas aus dem Umfeld der Medi­zin einen unrich­ti­gen Gesund­heits­tipp zur Ver­wen­dung einer Pflan­ze erteilt, durch des­sen Befol­gung eine Lese­rin die­ser Zei­tung an der Gesund­heit geschä­digt wur­de, kein „feh­ler­haf­tes Pro­dukt” im Sin­ne der Richt­li­nie über die Haf­tung für feh­ler­haf­te Pro­duk­te ist.”