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news/APA/Freitag, 14.01.22, 17:40:50

Öster­reich erneut auf deut­scher Corona-Hochrisikoliste

Deutsch­land hat Öster­reich erneut auf die Lis­te der Coro­na-Hoch­ri­si­ko­ge­bie­te gesetzt, ange­sichts der stark stei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len durch die Virus­va­ri­an­te Omi­kron. Wie das Robert-Koch-Insti­tut (RKI) am Frei­tag auf sei­ner Home­page bekannt gab, gilt Öster­reich damit ab kom­men­dem Sonn­tag als Hoch­ri­si­ko­ge­biet, was bedeu­tet, dass eine Ein­rei­se­re­gis­trie­rung sowie eine Qua­ran­tä­ne für Nicht-Immu­ni­sier­te vor­ge­schrie­ben sind.
APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL

Von der Maß­nah­me erneut aus­ge­nom­men sind die Gemein­den Mit­tel­berg (Vor­arl­berg) und Jung­holz sowie das Riß­tal (bei­de Tirol). Die­se Gebie­te sind nur von Deutsch­land aus zugänglich.

Tou­ris­mus­mi­nis­te­rin Eli­sa­beth Kös­tin­ger (ÖVP) wies in einer Aus­sendung zu der Ent­schei­dung am Frei­tag dar­auf hin, dass die Ein­schrän­kung durch die Neu­ein­stu­fung geimpf­te Per­so­nen nicht betrifft: „Wer geimpft ist, kann jeder­zeit einen siche­ren und erhol­sa­men Urlaub in Öster­reich ver­brin­gen.” Per­so­nen, die weder geimpft noch gene­sen sind, müs­sen aller­dings eine zehn­tä­gi­ge Qua­ran­tä­ne antre­ten, von der frü­hes­tens nach fünf Tagen frei­ge­tes­tet wer­den darf. Die Abson­de­rungs­pflicht gilt auch für Kin­der, wobei bei Klein­kin­dern unter sechs Jah­ren die Qua­ran­tä­ne nach fünf Tagen auch ohne Frei­tes­tung auto­ma­tisch endet.

Kös­tin­ger zeig­te sich besorgt für den Win­ter­tou­ris­mus wegen der nun vor­ge­schrie­be­nen Qua­ran­tä­ne­pflicht für unge­impf­te Kin­der unter zwölf Jah­ren bei der Rück­kehr nach Deutsch­land: „Auch wenn Fami­li­en mit Kin­dern unter 12 Jah­ren nur rund ein Fünf­tel unser aus­län­di­schen Gäs­te aus­ma­chen, ist die­se Rege­lung für Öster­reich pro­ble­ma­tisch, da alle Kin­der, die noch nicht voll immu­ni­siert sind, eine min­des­tens fünf­tä­gi­ge Qua­ran­tä­ne antre­ten müs­sen, auch wenn deren Eltern voll immu­ni­siert sind.” Die ÖVP-Minis­te­rin wol­le sich des­halb „wei­ter­hin dafür ein­set­zen, dass die Emp­feh­lun­gen der Euro­päi­schen Uni­on umge­setzt wer­den” – näm­lich dass Deutsch­land Unter-12-jäh­ri­ge, die unter Auf­sicht eines Erwach­se­nen rei­sen, von der Nach­weis­pflicht befreit.

Kös­tin­ger ver­wies zudem auf die hohe Test­ra­te in Öster­reich, die die Ent­schei­dung Deutsch­lands eben­falls beein­flusst haben könn­te: „Die­se Ent­wick­lung ist ent­täu­schend, war aber erwart­bar und eine logi­sche Kon­se­quenz. Denn die deut­schen Kri­te­ri­en für die Risi­ko-Ein­stu­fung basie­ren neben der Aus­brei­tungs­ge­schwin­dig­keit und Hos­pi­ta­li­sie­rungs­ra­te auch auf der 7‑Ta­ges-Inzi­denz sowie der Test­po­si­tiv­ra­te. Hier muss man dazu sagen, dass in Öster­reich 32-mal so viel getes­tet wird, als in Deutschland.”

Tirols Lan­des­haupt­mann Gün­ther Plat­ter (ÖVP) mein­te indes auf APA-Anfra­ge, die deut­sche Bewer­tung als Hoch­ri­si­ko­ge­biet kom­me „auf­grund der Infek­ti­ons­la­ge nicht über­ra­schend und betrifft mitt­ler­wei­le zahl­rei­che euro­päi­sche Län­der”: „Omi­kron ist in Euro­pa längst ange­kom­men, dar­an wird auch die Bewer­tung als Hoch­ri­si­ko­ge­biet nichts ändern”. Einem siche­rem Urlaub für geimpf­te Per­so­nen ste­he in Tirol aber nach wie vor „nichts im Weg”, so der Lan­des­haupt­mann. Die­se Rege­lung deckt sich näm­lich mit der öster­rei­chi­schen 2G-Regel in Beher­ber­gungs­be­trie­ben. Gleich­zei­tig mahn­te Plat­ter von Deutsch­land ein, sich „schleu­nigst” an einer Lösung für Kin­der zu betei­li­gen. „Für unter 12-Jäh­ri­ge gibt es kla­re Emp­feh­lun­gen der Euro­päi­schen Uni­on, die eine Befrei­ung von der Qua­ran­tä­ne­pflicht für Kin­der vor­se­hen”, erin­ner­te der Landeschef.

Öster­reich war zuvor vom 14. Novem­ber bis zum Christ­tag (25. Dezem­ber) auf der deut­schen Lis­te der Hoch­ri­si­ko­län­der gestan­den. Davon aus­ge­nom­men waren ledig­lich die Gemein­den Mit­tel­berg und Jung­holz sowie das Riß­tal, die nur von Deutsch­land aus zugäng­lich sind. Zuletzt stan­den bereits alle Nach­bar­län­der Deutsch­lands bis auf Öster­reich auf der Lis­te der Hochrisikogebiete.

Neben Öster­reich kamen laut dpa mehr als 30 ande­re Län­der neu auf die Lis­te, vie­le davon in Afri­ka und in der Kari­bik. Bei dem schon bis­her als Hoch­ri­si­ko­ge­biet gel­ten­den Frank­reich kommt das Über­see-Depar­te­ment Saint-Pierre und Mique­lon zur Lis­te der Hoch­ri­si­ko­ge­bie­te hin­zu – wie auch das nie­der­län­di­schen Über­see­ge­biet Sint Maar­ten. Eben­falls als Hoch­ri­si­ko­ge­bie­te gel­ten künf­tig Bul­ga­ri­en, Lett­land, Nord­ma­ze­do­ni­en, Alba­ni­en, Ser­bi­en, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na, Dschi­bu­ti, Bur­ki­na Faso, Gam­bia, Libe­ria, der Sene­gal und Niger, Äqua­to­ri­al­gui­nea, São Tomé und Prín­ci­pe, Gui­nea-Bissau, die Zen­tral­afri­ka­ni­sche Repu­blik, Eri­trea, Mada­gas­kar, Soma­lia, Kolum­bi­en, Peru, Guya­na, Suri­na­me, St. Kitts und Nevis, St. Vin­cent und die Gre­na­dinen, Benin, Cos­ta Rica, Domi­ni­ka­ni­sche Repu­blik, St. Lucia, Anti­gua und Bar­bu­da, die Phil­ip­pi­nen und der Tschad.

( S E R V I C E:

Lis­te der Hoch­ri­si­ko­län­der auf der Home­page des Robert-Koch-Instituts: 

Infor­ma­tio­nen über die Ein­rei­se nach Deutsch­land auf der Home­page des deut­schen Gesundheitsministeriums: 

Por­tal zur Einreiseregistrierung: )