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news/APA/Donnerstag, 22.09.22, 23:37:26

ÖFB-Elf bei 0:2 in Frank­reich chan­cen­los – nun gegen Abstieg

Öster­reichs Fuß­ball-Natio­nal­mann­schaft spielt in der Nati­ons League gegen den Abstieg aus Top­li­ga A. Im vor­letz­ten Grup­pen­spiel ver­lor die klar unter­le­ge­ne ÖFB-Aus­wahl am Don­ners­tag in Paris gegen den ersatz­ge­schwäch­ten, aber blen­dend auf­ge­leg­ten Welt­meis­ter Frank­reich mit 0:2 (0:0). Damit muss zum Abschluss am Sonn­tag (20.45) in Wien gegen Kroa­ti­en ein Sieg her, gleich­zei­tig benö­tigt man einen Punkt­ge­winn von Däne­mark gegen die Franzosen.
APA/APA (AFP)/FRANCK FIFE

Kyli­an Mbap­pe (56.) und Oli­vi­er Giroud (65.) tra­fen für „Les Bleus”, die zwar die NL-Titel­ver­tei­di­gung schon vor der Par­tie abschrei­ben hat­ten müs­sen, zumin­dest aber den Klas­sen­er­halt jetzt wie­der in eige­ner Hand hal­ten. Frank­reich ver­dräng­te Öster­reich mit dem ers­ten Sieg in Grup­pe A auf den letz­ten Platz, hat fünf Punk­te und einen mehr als Rot-Weiß-Rot auf dem Kon­to. Lea­der Kroa­ti­en, der Däne­mark 2:1 besieg­te, hält bei zehn, die Dänen bei neun Punkten.

Im 103. Län­der­spiel von Mar­ko Arn­au­to­vic, der damit den bis­he­ri­gen Rekord­hal­ter Andre­as Her­zog ein­hol­te, ließ Rang­nick vor 70.188 Zuschau­ern wie schon in den jüngs­ten drei Par­tien mit einer Vie­rer­ket­te spie­len, deren Herz­stück Kapi­tän David Ala­ba und Phil­ipp Lien­hart bil­de­ten – flan­kiert von Chris­to­pher Trim­mel und Maxi­mi­li­an Wöber. Das defen­si­ve Mit­tel­feld form­ten Xaver Schla­ger und Nico­las Sei­wald, an den Sei­ten agier­ten Andre­as Wei­mann und Mar­cel Sabit­zer. An der Sei­te Arn­au­to­vics stürm­te – eine klei­ne Über­ra­schung – Karim Onisiwo.

Bei den Gast­ge­bern war von einer Schwä­chung durch zwölf pro­mi­nen­te Aus­fäl­le, dar­un­ter Kapi­tän Hugo Lloris, Karim Ben­ze­ma, Paul Pog­ba, King­s­ley Coman und Lucas Her­nan­dez, nichts zu mer­ken. Auch wenn das ver­meint­li­che 1:0 durch Mbap­pe 90 Sekun­den nach Anpfiff wegen Abseits nicht zähl­te: Frank­reich zog gegen die bei­den Vie­rer­ket­ten ein regel­rech­tes Power­play auf und schuf dank viel Bewe­gung, guten Pass­spiels und auch Pres­sing­freu­de zahl­rei­che gefähr­li­che Situationen.

Immer wie­der beein­druck­te Stür­mer­star Kyli­an Mbap­pe, der allei­ne für drei der 15 fran­zö­si­schen Abschlüs­se (vier davon aufs Tor) vor der Pau­se ver­ant­wort­lich zeich­ne­te (24., 26., 43.) und von der Ver­tei­di­gung kaum in Zaum zu hal­ten war. Aber nicht nur die Vie­rer­ket­te, eigent­lich alle Öster­rei­cher waren im Defen­siv­mo­dus – ein schwie­ri­ges Spiel für Jubi­lar Arn­au­to­vic. Frank­reich dik­tier­te das Gesche­hen nach Belieben.

Im Gegen­satz zum 1:1 im Juni in Wien fand Öster­reich vor der Pau­se nur sel­ten den Ball, Pres­sing- und Kon­ter­chan­cen eröff­ne­ten sich kaum. Die meis­ten ende­ten vor­zei­tig, ein­mal kam Sabit­zer nach ener­gi­scher wie über­leg­ter Vor­ar­beit von Xaver Schla­ger zum Schuss – ver­fehl­te aus der Distanz aber (24.). Bes­ter Mann war mit Abstand Goa­lie Patrick Pentz, der vor allem in der 35. Minu­te glänz­te: Erst lenk­te er einen Fall­rück­zie­her von Aure­li­en Tchoua­meni an die Lat­te und war beim eben­so beim Nach­schuss Antoi­ne Griez­manns aus Kurz­di­stanz zur Stelle.

Der Wie­der­an­pfiff brach­te wenig Neu­es, auch wenn der sicht­lich über­rasch­te Schla­ger nach Sabit­zers Prä­zi­si­ons­flan­ke sogar die rot-weiß-rote Füh­rung am Fuß hat­te (51.). Mit einem Fehl­pass lei­te­te Sabit­zer aller­dings auch das 0:1 ein – just einer Pha­se, in der man erst­mals in die fran­zö­si­sche Hälf­te zu schnup­pern schien. Giroud bedien­te Mbap­pe, der auf 30 Metern auf­dreh­te, drei Ver­tei­di­ger aus­tanz­te und schließ­lich sou­ve­rän abschloss.

Nach etwas mehr als einer Stun­de kom­bi­nier­te sich Frank­reich dann schnell durch die Lini­en, der 35-jäh­ri­ge Giroud ver­wer­te­te Griez­manns Her­ein­ga­be schließ­lich pro­blem­los gegen Lien­hart per Köpf­ler. In den fina­len 20 Minu­ten kamen mit Micha­el Gre­go­ritsch, Chris­toph Baum­gart­ner und Roma­no Schmid fri­sche Offen­siv­kräf­te, Ala­ba durf­te durch­schnau­fen. Am Bild wie am Ergeb­nis änder­te sich nichts mehr. Frank­reich spiel­te den Sieg kon­trol­liert nach Hause.

Das ÖFB-Team muss nun nicht nur die kla­re Nie­der­la­ge ver­dau­en, son­dern hat auch Per­so­nal­pro­ble­me. Wie Rang­nick nach der Par­tie mit­teil­te, sind Ala­ba, Arn­au­to­vic und Wei­mann ange­schla­gen und für das Kroa­ti­en-Match fraglich.