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news/APA/Sonntag, 22.11.20, 05:23:31

Not­zu­las­sung für Anti­kör­per­the­ra­pie zur Covid-Behandlung

Die US-Arz­nei­mit­tel­be­hör­de FDA hat dem Bio­tech-Unter­neh­men Regene­ron für sei­nen Anti­kör­per-Cock­tail zur Behand­lung von Covid-19 in den USA am Sams­tag eine Not­fall­zu­las­sung erteilt. Damit kann der Cock­tail mit zwei Anti­kör­pern zur Behand­lung von Pati­en­ten ab zwölf Jah­ren ein­ge­setzt wer­den, bei denen das Risi­ko besteht, dass sie schwe­re Covid-19-Sym­pto­me ent­wi­ckeln. Pati­en­ten, die sich im Kran­ken­haus befin­den oder Sauer­stoff benö­ti­gen, dür­fen das Medi­ka­ment nicht bekommen.
APA/APA (AFP/GETTY)/SARAH SILBIGER

Die FDA erteil­te die Zulas­sung nach einer kli­ni­schen Stu­die mit 799 Erwach­se­nen mit leich­ten bis mit­tel­schwe­ren Covid-19-Sym­pto­men, die nicht im Kran­ken­haus waren. Nach Anga­ben der „New York Times” erhielt Regene­ron von der US-Regie­rung mehr als 500 Mil­lio­nen Dol­lar (rund 421,5 Mio. Euro) für die Ent­wick­lung des Medi­ka­ments. Die ers­ten 300.000 Dosen wer­den von der Regie­rung kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Die Pati­en­ten müs­sen jedoch mög­li­cher­wei­se Kos­ten an Gesund­heits­ein­rich­tun­gen zah­len, um das Medi­ka­ment ver­ab­reicht zu bekom­men, teil­te der Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler in einer Erklä­rung mit.

Der Anti­kör­per-Cock­tail soll ver­hin­dern, dass das Virus in die Zel­le ein­tre­ten kann. Die Behand­lung führt dem Unter­neh­men zufol­ge zu einer Redu­zie­rung der Virus­last, also der Men­ge an nach­weis­ba­ren Viren, und zu einem rasche­ren Abklin­gen der Sym­pto­me. Am stärks­ten pro­fi­tier­ten dem­nach die­je­ni­gen Pro­ban­den, deren Immun­sys­tem noch kei­ne eige­nen Anti­kör­per gegen das Virus gebil­det hat­te. Die Anti­kör­per rich­ten sich gegen zwei Regio­nen des Spike-Pro­te­ins auf der Ober­flä­che des Sars-CoV-2-Virus.

Nach sei­ner Gene­sung von Covid-19 hat­te US-Prä­si­dent Donald Trump im Okto­ber für die Behand­lung der Krank­heit mit dem Anti­kör­per-Cock­tail von Regene­ron gewor­ben. Das Medi­ka­ment sei kei­ne Behand­lungs­me­tho­de, son­dern ein „Heil­mit­tel” und ein „Wun­der”, das bald allen zur Ver­fü­gung ste­hen sol­le, hat­te er versprochen.