news/APA/Samstag, 01.08.20, 12:06:13

Neu­er Beschul­dig­ter soll Stra­che in Spe­sen­af­fä­re belas­ten

In der „Spe­sen­af­fä­re” rund um Heinz-Chris­ti­an Stra­che und die FPÖ ermit­telt die Staats­an­walt­schaft Wien mitt­ler­wei­le gegen fünf Ver­däch­ti­ge. Der neue Beschul­dig­te, ein Ex-Leib­wäch­ter Stra­ches, soll mit sei­nem Geständ­nis vor zwei Wochen den Ex-FPÖ-Chef schwer belas­tet haben, berich­tet die „Kro­nen Zei­tung”. Für alle gilt die Unschulds­ver­mu­tung – die Cau­sa ist eigent­lich eine Ver­schluss­sa­che.
APA/GEORG HOCH­MUTH

Wegen des Ver­dachts der Untreue ermit­telt wird gegen Stra­che, sei­ne Frau Phil­lip­pa, nun­mehr zwei ehe­ma­li­ge Leib­wäch­ter und eine lang­jäh­ri­ge per­sön­li­che Mit­ar­bei­te­rin Stra­ches. Stra­che und sei­ne Frau wei­sen die Vor­wür­fe zurück, die ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ter des Ex-FPÖ-Chefs – der bei der Wien-Wahl mit sei­ner neu­en Par­tei antre­ten will – bestä­tig­ten hin­ge­gen laut „Kro­ne” die Vor­wür­fe. Kon­kret geht es dar­um, dass Stra­che über sei­nen Leib­wäch­ter angeb­lich mit­tels Schein­be­le­gen Pri­vat­aus­ga­ben (für Ein­käu­fe, Restau­rant­be­su­che, Beschat­tun­gen, Han­dy­spie­le, Nach­hil­fe für die Kin­der etc.) an die FPÖ ver­rech­net haben soll.

Der neue Beschul­dig­te war laut „Kro­ne” ein Leib­wäch­ter Stra­ches, aber auch zwei­mal FPÖ-Kan­di­dat für die Euro­pa­wahl. Bei sei­ner Zeu­gen­ein­ver­nah­me am 13. Juli soll er ein Geständ­nis abge­legt und „dem Ver­neh­men nach” bestä­tigt haben, dass er im Auf­trag von Stra­che Schein­be­le­ge gesam­melt habe.

Für ihn habe dies bereits beruf­li­che Kon­se­quen­zen gehabt. Der zuletzt im Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung täti­ge Poli­zei­be­am­te sei in ein Poli­zei­an­hal­te­zen­trum ver­setzt und ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren gegen ihn ein­ge­lei­tet wor­den, berich­tet die Zei­tung. Stel­lung neh­men woll­te er gegen­über der „Kro­ne” nicht, weil er als Beschul­dig­ter geführt wird. Stra­ches Anwalt Johann Pau­er erklär­te, dass sein Man­dant „als Par­tei­ob­mann natur­ge­mäß nichts mit der Abrech­nung ein­zel­ner Spe­sen oder dem Rech­nungs­we­sen an sich zu tun” gehabt habe.