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news/APA/Dienstag, 15.09.20, 11:53:34

Nes­troy-Prei­se für Martha­ler und Jeli­nek

Der Schwei­zer Thea­ter­ma­cher Chris­toph Martha­ler erhält den Lebens­werk-Nes­troy 2020, Elfrie­de Jeli­nek für ihr „Schwarz­was­ser” den Autoren­preis. Für die 21. Nes­troy-Ver­lei­hung, die coro­nabe­dingt am 4. Okto­ber nicht als Live-Gala, son­dern als vor­ab auf­ge­zeich­ne­te TV-Sen­dung in ORF III über die Büh­ne geht, wur­den am Diens­tag zudem 35 Nomi­nie­run­gen in wei­te­ren elf Kate­go­rien bekannt gege­ben.
APA/APA (Archiv)/ROLAND SCHLA­GER

So sind die Tän­ze­rin Bea­tri­ce Cor­dua („TANZ”), The­re­sa Pal­fi vom Lan­des­thea­ter Linz (Eliza­beth in „Maria Stuart”) und Burg­thea­ter-Star Caro­li­ne Peters („Schwarz­was­ser”) für die Bes­te Schau­spie­le­rin nomi­niert. Bei den Schau­spie­lern haben der am Schau­spiel­haus Graz enga­gier­te Flo­ri­an Köh­ler (Frau Zit­tel in „Hel­den­platz”), der vom Burg­thea­ter an die Josef­stadt gewech­sel­te Johan­nes Krisch (Wein­berl in „Einen Jux will er sich machen”) und Burg­thea­ter-Neu­zu­gang Franz Pät­zold (Dio­ny­sos in „Die Bak­chen”) Preis­chan­cen.

Flo­ren­ti­na Holz­in­ger, deren Stück „TANZ. Eine syl­phi­di­sche Träu­me­rei in Stunts” (Pre­mie­re im Tanz­quar­tier Wien) kürz­lich in der Kri­ti­ker-Umfra­ge des Fach­blatts „Thea­ter heu­te” zur Insze­nie­rung des Jah­res gewählt wur­de, hat neben Vik­tor Bodó („Peer Gynt” im Volks­thea­ter) und Amé­lie Nier­mey­er („Der Kirsch­gar­ten” im Thea­ter in der Josef­stadt) Chan­cen auf den Nes­troy in der Kate­go­rie „Bes­te Regie”. Die „Bes­te Auf­füh­rung im deutsch­spra­chi­gen Raum” kommt ent­we­der vom Schau­spiel­haus Zürich („Der Mensch erscheint im Holo­zän”), von den Münch­ner Kam­mer­spie­len („Die Räu­be­rin­nen”) oder vom Ber­li­ner Fried­rich­stadt-Palast („Glau­ben an die Mög­lich­keit der völ­li­gen Erneue­rung der Welt”).

Der sonst übli­che Spe­zi­al­preis wur­de heu­er in einen „Coro­na-Spe­zi­al­preis” umge­wan­delt, mit dem laut der neu­en Jury­vor­sit­zen­den Ulli Ste­pan ver­sucht wur­de, „der außer­ge­wöhn­li­chen Situa­ti­on die­ses Jah­res gerecht zu wer­den”. „Die ver­kürz­te Spiel­zeit 2019/20 hat auch die Jury des Nes­troy-Thea­ter­prei­ses vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen gestellt”, so Ste­pan. 544 Thea­ter­auf­füh­run­gen habe die Jury in der vor­zei­tig abge­bro­che­nen Sai­son gesich­tet.

Erst­mals soll es einen nicht von der Jury bestimm­ten „Bühne”-Sonderpreis geben. Die­ser soll laut Andre­as Korn­ho­fer, Her­aus­ge­ber & Geschäfts­füh­rer der Red Bull Media House Publi­shing, „vor allem ein Dan­ke­schön” sein, „das letzt­lich all jenen gilt, die gera­de in außer­ge­wöhn­li­chen Zei­ten wie die­sen für mehr Kul­tur und mehr Her­zens­bil­dung in der Gesell­schaft kämp­fen”. Für den ORF-III-Publi­kums­preis hat die Jury zehn Künst­le­rin­nen und Künst­ler nomi­niert: Bibia­na Beglau, Ruth Brau­er-Kvam, Mavie Hör­bi­ger, Maria Köst­lin­ger, Clau­dia Sabit­zer, Tobi­as Moret­ti, Micha­el Nia­va­ra­ni, Der Nino aus Wien, Otto Schenk und Mar­tin Wutt­ke. Für sie kann bis 25. Sep­tem­ber, 23.59 Uhr, abge­stimmt wer­den.