news/APA/Montag, 27.07.20, 16:20:22

Neham­mer kün­digt Repa­ra­tur der Coro­na-Ver­ord­nun­gen an

Innen­mi­nis­ter Karl Neham­mer (ÖVP) hat am Mon­tag am Ran­de einer Pres­se­kon­fe­renz in Salz­burg eine bal­di­ge Repa­ra­tur der nach dem jüngs­ten Spruch des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs (VfGH) noch gel­ten­den Coro­na-Ver­ord­nun­gen in Aus­sicht gestellt. „Das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um arbei­tet der­zeit an einer neu­en Richt­li­nie, die bun­des­weit gel­ten soll.” Wann die­se kom­men soll, konn­te er aber noch nicht sagen.
APA/BARBARA GINDL

Nach­dem die Höchst­rich­ter die bereits außer Kraft getre­te­nen Aus­gangs­be­schrän­kun­gen gekippt haben, hat die Poli­zei in eini­gen Bun­des­län­dern auch die Durch­set­zung der for­mal noch gül­ti­gen, von Juris­ten aber eben­falls ange­zwei­fel­ten, Abstands- und Mas­ken­re­geln ein­ge­stellt. Mit dem „Fle­ckerl­tep­pich” beim Umgang mit Coro­na-Regeln nach dem VfGH-Ent­scheid am ver­gan­ge­nen Mitt­woch – die Vor­ge­hens­wei­sen der Lan­des­po­li­zei­di­rek­tio­nen rei­chen von der Aus­set­zung von Stra­fen bis zum Wei­ter­ma­chen wie bis­her – hat­te Neham­mer augen­schein­lich kei­ne Freun­de. „Aber wenn die Rechts­rund­la­ge nicht mehr gege­ben ist, darf die Poli­zei nicht mehr ein­schrei­ten.”

Er sei für ein akkor­dier­tes Vor­ge­hen in ganz Öster­reich, sag­te der Innen­mi­nis­ter. Bis zum Vor­lie­gen einer neu­en Rege­lung soll­ten die Poli­zei­di­rek­tio­nen der Län­der mit den jewei­li­gen Gesund­heits­be­hör­den Rück­spra­che hal­ten und die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se in ihrem Wir­kungs­be­reich klä­ren.

Zum aktu­el­len Coro­na­vi­rus-Clus­ter in St. Wolf­gang erklär­te Neham­mer, die Poli­zei kön­ne die Rol­le, die ihr die Lan­des­ge­sund­heits­be­hör­den zuwei­se, jeder­zeit erfül­len – etwa die stich­pro­ben­ar­ti­ge oder stän­di­ge Kon­trol­le von Ver­ord­nun­gen. Das tref­fe etwa auf die seit Mon­tag gel­ten­de Rege­lung für abrei­sen­de Gäs­te im Tou­ris­mus­ort zu. Urlau­ber in St. Wolf­gang müs­sen bei der Abfahrt einen Zet­tel aus­fül­len, von wo sie kom­men, wohin sie rei­sen, und ob sie getes­tet wor­den sind und die­sen bei Nach­fra­ge auch vor­wei­sen kön­nen.

Eine Qua­ran­tä­ne für den Ort oder ein­zel­ne Orts­tei­le zeich­ne sich aber nicht ab. „Weil man in der Lage ist, die Clus­ter rasch zu iden­ti­fi­zie­ren und die Men­schen zu iso­lie­ren.” Auch Betriebs­schlie­ßun­gen sei­en nicht ange­dacht. Ziel sei es immer gewe­sen, flä­chen­de­cken­de Maß­nah­men zu ver­hin­dern. In wie weit der Clus­ter im Ort im ange­kün­dig­ten Ampel­sys­tem des Bun­des beur­teilt wor­den wäre, konn­te Neham­mer heu­te nicht sagen. Die ers­ten „Pflö­cke” der Ampel­re­ge­lung sol­len ihm zufol­ge beim Minis­ter­rat am Don­ners­tag prä­sen­tiert wer­den.

Detail am Ran­de: Ein Ter­min des Innen­mi­nis­ters in der neu­en Poli­zei­schu­le in der Stadt Salz­burg ist am Mon­tag kurz­fris­tig abge­sagt wor­den. Bei einem Poli­zei­schü­ler war ein Covid-19-Ver­dacht auf­ge­tre­ten. Wie eine Spre­che­rin der Poli­zei zur APA sag­te, wer­de die Klas­se abge­son­dert, bis das Test­ergeb­nis vor­lie­ge.