news/APA/Sonntag, 05.07.20, 15:06:33

Nach Blut­tat in NÖ: Zwei­te Fest­nah­me und Opfer­iden­ti­tät klar

Nach der Blut­tat in Geras­dorf am Sams­tag­abend ist nun die Iden­ti­tät des Opfers geklärt. Es han­delt sich um den gebür­ti­gen Tsche­tsche­nen Mar­tin B. (43). Außer­dem gab es am Sonn­tag eine zwei­te Fest­nah­me. Ob über den Mann, eben­falls gebür­ti­ger Tsche­tsche­ne, noch am Sonn­tag U‑Haft ver­hängt wird, sei noch unklar, teil­te der Spre­cher des Lan­des­ge­richts Kor­neu­burg, Wolf­gang Schus­ter-Kra­mer, der APA mit.
APA/HERBERT P. OCZE­RET

Über den mut­maß­li­chen Schüt­zen – ein 47 Jah­re alter Tsche­tsche­ne – wur­de unter­des­sen bereits die bei Mord­ver­dacht bedingt obli­ga­to­ri­sche U‑Haft ver­hängt. Der zwei­te Fest­ge­nom­me­ne befin­det sich eben­falls schon in der Jus­tiz­an­stalt (JA) Kor­neu­burg. Infor­ma­tio­nen der APA zufol­ge hat­te sich der Mann zum Tat­zeit­punkt am Tat­ort – ein Fir­men­ge­län­de auf einem gro­ßen Ein­kaufs­zen­trum in Geras­dorf (Bezirk Kor­neu­burg) – auf­ge­hal­ten und war zunächst als Zeu­ge geführt wor­den. Bei sei­ner poli­zei­li­chen Befra­gung ver­wi­ckel­te er sich dann aber in Wider­sprü­che, sodass schließ­lich wegen Ver­dachts auf eine mög­li­che Betei­li­gung an dem Ver­bre­chen die Hand­schel­len klick­ten.

Beim Opfer han­delt es sich gesi­cher­ten Infor­ma­tio­nen der APA zufol­ge um den Tsche­tsche­nen Mamik­han bzw. Anzor A., der seit 2007 als Kon­ven­ti­ons­flücht­ling in Öster­reich gemel­det war. Zuletzt hat­te er sei­nen Namen in Mar­tin B. geän­dert.

Medi­en­be­rich­ten vom Sonn­tag zufol­ge könn­te der Mann einem Auf­trags­mord zum Opfer gefal­len sein. Offi­zi­el­le Bestä­ti­gung für ent­spre­chen­de Ermitt­lungs­an­sät­ze gab es vor­erst nicht. Es dürf­te aller­dings ein kon­kre­tes Bedro­hungs­sze­na­rio vor­ge­le­gen haben. Mar­tin B. soll von den Sicher­heits­be­hör­den Per­so­nen­schutz ange­bo­ten wor­den sein, was – wie von der APA in Erfah­rung zu brin­gen war – die­ser aber abge­lehnt haben soll.

Der Schau­platz des Ver­bre­chens liegt laut Wal­ter Schwar­zen­ecker von der Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Nie­der­ös­ter­reich an der Brün­ner Stra­ße (B7) in der an Wien angren­zen­den nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Stadt­ge­mein­de. Der 43-Jäh­ri­ge wur­de am Sams­tag kurz nach 19.00 Uhr im Bereich der Ein­fahrt zu einer Bau­fir­ma erschos­sen.

Für den Haupt­ver­däch­ti­gen klick­ten noch in den Abend­stun­den in Linz die Hand­schel­len. Der 47-Jäh­ri­ge war nach einer Ver­fol­gung unter Betei­li­gung von Beam­ten des EKO-Cobra gegen 21.35 Uhr fest­ge­nom­men wor­den. Er leis­te­te kei­nen Wider­stand.

Der Ver­däch­ti­ge soll laut Schwar­zen­ecker am Sonn­tag ein­ver­nom­men wer­den. Unter­su­chun­gen wie etwa die Aus­wer­tung von Spu­ren und wei­te­re Ermitt­lun­gen der Kri­mi­na­lis­ten in dem Fall dau­er­ten an.