news/APA/Donnerstag, 02.07.20, 14:10:40

Muti diri­giert am Sonn­tag Frie­dens­kon­zert für Syri­en

Ric­car­do Muti baut eine Frie­dens­brü­cke zu Syri­en. Der Maes­tro diri­giert am kom­men­den Sonn­tag zwi­schen den Tem­peln des archäo­lo­gi­schen Gelän­des von Paes­tum in der süd­ita­lie­ni­schen Regi­on Kam­pa­ni­en ein Frie­dens­kon­zert für Syri­en. Mutis Jugend­or­ches­ter „Lui­gi Che­ru­bi­ni” wird zusam­men mit Musi­kern des „Syri­an Expat Phil­har­mo­nic Orches­tra” Beet­ho­vens 3. Sin­fo­nie „Eroi­ca” auf­füh­ren.
APA/APA (Archiv)/HANS PUNZ

Dabei han­delt es sich um eines der ers­ten Kon­zer­te in der Regi­on Kam­pa­ni­en seit Ende des Lock­downs. Gewid­met ist das Kon­zert dem 2015 ermor­de­ten Kha­led Asaad, dem frü­he­ren Chef­ar­chäo­lo­gen der syri­schen Rui­nen­stadt Pal­my­ra, sowie der kur­di­schen Akti­vis­tin Hevrin Khal­af, die im Zuge der tür­ki­schen Mili­tär­of­fen­si­ve in Nord­sy­ri­en 2019 von tür­ken­treu­en Mili­zen getö­tet wur­de. Damit wird eine Brü­cke zwi­schen der als UNESCO-Welt­kul­tur­er­be aner­kann­ten Rui­nen­stät­te Paes­tum mit Bau­denk­mä­lern aus grie­chi­scher und römi­scher Zeit und Pal­my­ra geschaf­fen.

„Die­ses Kon­zert hat eine tie­fe Bedeu­tung und unter­streicht mei­ne Ver­bun­den­heit mit einem Land, das ich vor vie­len Jah­ren besucht habe. In Damas­kus habe ich mit jun­gen syri­schen Musi­kern gespielt. Wir sind stolz, dass wir in unse­rem Orches­ter Musi­ker der syri­schen Phil­har­mo­ni­ker zäh­len, Talen­te, die sich uns anschlie­ßen, um der Welt eine Bot­schaft der Hoff­nung und des Frie­dens zu ent­sen­den”, sag­te der Diri­gent bei der Vor­stel­lung des Kon­zerts, das von dem von Mutis Frau Cris­ti­na Maz­z­a­vil­lani ins Leben geru­fe­nen Raven­na Fes­ti­val unter­stützt wird. Die Ein­nah­men des Kon­zerts die­nen Wohl­tä­tig­keits­zwe­cken.

Die Auf­füh­rung in Paes­tum ist Teil der Kon­zert­rei­he „Le Vie del­l’A­mici­zia”, in deren Rah­men Muti jähr­lich Ver­bin­dun­gen zu einem kri­sen­be­trof­fe­nen Ort auf­baut. Sta­tio­nen der Kon­zert­rei­he waren seit 1997 unter ande­rem Sara­je­vo, Bei­rut, Jeru­sa­lem, Mos­kau, Istan­bul und Kai­ro. Die Kon­zer­te in Ver­bin­dung mit Kri­sen­or­ten bezeich­net Muti als „Brü­cken der Brü­der­lich­keit”.

Der Diri­gent ist bis zum 30. Juli mit der 31. Aus­ga­be des Raven­na-Fes­ti­vals beschäf­tigt. Am 22. Juni diri­gier­te Muti sein ers­tes Kon­zert nach Ende des Lock­downs in Ita­li­en. Damit fei­er­te Ita­li­ens Kul­tur die offi­zi­el­le Rück­kehr zu Live-Auf­füh­run­gen nach vier­mo­na­ti­ger Schlie­ßung der Thea­ter infol­ge der Coro­na Pan­de­mie. Das 1990 gegrün­de­te Fes­ti­val in Raven­na sieht 40 Frei­lich­te­vents vor. 2004 hat Muti das aus 60 Mit­glie­dern bestehen­de Jugend­or­ches­ter „Lui­gi Che­ru­bi­ni” ins Leben geru­fen, das meh­re­re Kon­zer­te im Rah­men des Fes­ti­vals auf­führt.