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news/APA/Mittwoch, 24.11.21, 14:47:12

Mück­stein beharrt auf Lock­down-Ende nach 20 Tagen

Gesund­heits­mi­nis­ter Wolf­gang Mück­stein (Grü­ne) beharrt dar­auf, dass der Coro­na-Lock­down für Geimpf­te am 13. Dezem­ber endet. Mit einem Ziel­wert bei der Infek­ti­ons­ent­wick­lung woll­te er dies am Mitt­woch nach Minis­ter­rat nicht ver­knüp­fen. Auch an den offe­nen Schu­len will die tür­kis-grü­ne Bun­des­re­gie­rung nicht rüt­teln. Beschlos­sen wur­de in der Regie­rungs­sit­zung die Bestel­lung neu­er Coro­na-Medi­ka­men­te von Pfi­zer und Merck, die Anfang kom­men­den Jah­res ein­tref­fen sollen.
APA/APA/HERBERT NEUBAUER/HERBERT NEUBAUER

Mück­stein unter­strich, dass der Lock­down für alle als „Ulti­ma Ratio” not­wen­dig gewor­den sei, um die Spi­tä­ler – spe­zi­ell die Inten­siv­sta­tio­nen – und das Gesund­heits­per­so­nal zu ent­las­ten. Die neu­es­te Pro­gno­se der Exper­ten „lässt ein klei­nes biss­chen Hoff­nung zu, mein­te er: „Die Maß­nah­men der letz­ten Tage zei­gen Wir­kung, die Dyna­mik der Infek­tio­nen dürf­te sich leicht einbremsen.”

Einen Ziel­wert bei den Neu­in­fek­tio­nen, den man zur Auf­he­bung des Lock­downs errei­chen müs­se, woll­te er aller­dings nicht nen­nen. Er ver­wies ledig­lich dar­auf, dass laut Exper­ten eine Kon­takt­re­duk­ti­on um drei­ßig Pro­zent erreicht wer­den müs­se, damit die Posi­tiv­tes­tun­gen zurück­ge­hen. Klar sei, dass für Unge­impf­te die Ein­schrän­kun­gen auch nach den 20 Tagen wei­ter­ge­hen wür­den. „Mei­ne Auf­ga­be als Gesund­heits­mi­nis­ter ist es, dass die inten­siv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung aller Men­schen in Öster­reich gesi­chert ist”, wie­der­hol­te er mehr­mals wäh­rend der Pressekonferenz.

Zuver­sicht ver­ström­te er, was die Behe­bung der Män­gel bei den Test­ka­pa­zi­tä­ten betrifft. Dies sei zwar Lan­des­sa­che, man unter­stüt­ze die Bun­des­län­der aber sei­tens des Gesund­heits­res­sorts. Bes­se­rung ver­sprach er für die kom­men­den Wochen.

Zudem habe man nun Medi­ka­men­te bestellt, die sich der­zeit in Zulas­sung befin­den und die „sehr hoff­nungs­froh stim­men”. Von Molnu­pi­ra­vir von Merck & Co (MSD) will man ins­ge­samt 80.000 The­ra­pie­zy­klen zu je 612 Euro beschaf­fen, von Paxlo­vid von Pfi­zer 270.000 Zyklen (hier gibt es noch kei­nen Preis). Ins­ge­samt sind im Bud­get 50 Mio. Euro für die­se Beschaf­fun­gen vor­ge­se­hen. Sie wer­den über den ent­spre­chen­den EU-Mecha­nis­mus, zum grö­ße­ren Teil aber bila­te­ral abge­wi­ckelt. Soll­te es teu­rer wer­den, kann auf den Covid-19-Kri­sen­fonds des Finanz­mi­nis­te­ri­ums zuge­grif­fen wer­den, geht aus dem Minis­ter­rats­vor­trag hervor.

Die Imp­fung könn­ten die­se Medi­ka­men­te nicht erset­zen, für chro­nisch Kran­ke und Risi­ko­pa­ti­en­ten sei­en sie aber sehr wich­tig. Was man dafür noch fin­den müs­se, sei­en ent­spre­chen­de ambu­lan­te Set­tings, so Mück­stein. Die Prä­pa­ra­te müs­sen näm­lich zwi­schen dem drit­ten und fünf­ten Tag ein­ge­nom­men wer­den. Ins Spi­tal kämen die Pati­en­ten aber meist erst am sechs­ten Tag.

Fami­li­en­mi­nis­te­rin Susan­ne Raab (ÖVP) ver­tei­dig­te in der Pres­se­kon­fe­renz das Offen­hal­ten der Schu­len als den „rich­ti­gen Weg”. Man müs­se lang­fris­tig auch auf die Psy­che und das Wohl­be­fin­den der Kin­der ach­ten. „Ich bin da auch zu 100 Pro­zent im Ein­klang mit dem Bil­dungs­mi­nis­ter”, stell­te sie sich hin­ter ihren Par­tei­kol­le­gen Heinz Faß­mann. Zudem gebe es Sicher­heits­vor­keh­run­gen, und man habe in den Schu­len ein groß­ar­ti­ges Test­sys­tem auf­ge­baut und leis­te damit einen Bei­trag, das Infek­ti­ons­ge­sche­hen zu erkennen.

Raab und Mück­stein rie­fen auch erneut zum Imp­fen auf. Am Diens­tag sei­en es 99.966 gewe­sen, davon rund 11.000 Erst­sti­che. Dies sei „gut, aber nicht gut genug”, des­halb den­ke man in Rich­tung Impf­pflicht wei­ter. Mück­stein ver­wies auf die nun star­ten­den umfas­sen­den Bera­tun­gen. Wich­tig sei, „dass wir das in einem gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Pro­zess besprechen”.

Das Pres­se­foy­er fand unter nun wie­der erhöh­ten Sicher­heits­vor­keh­run­gen statt. Wäh­rend Jour­na­lis­ten zuletzt mit gül­ti­gem 2G-Nach­weis ein­ge­las­sen wur­den, gilt seit Mon­tag nun im Kanz­ler­amt eine 2G-plus-Pflicht: Man benö­tigt also zusätz­lich einen nega­ti­ven PCR-Test. Außer­dem muss wie­der FFP2-Mas­ke getra­gen wer­den. Zusätz­lich wur­den wie­der die schon bekann­ten Steh­pul­te mit Ple­xi­glas­schei­ben aufgestellt.