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news/APA/Samstag, 17.10.20, 15:57:24

Moody’s senkt Groß­bri­tan­ni­ens Kre­dit­wür­dig­keit

Die US-Rating­agen­tur Moody’s hat die Kre­dit­wür­dig­keit Groß­bri­tan­ni­ens wegen des Bre­x­it und der Coro­na­kri­se um eine Stu­fe gesenkt. Moody’s bewer­te die lang­fris­ti­gen Schul­den des Ver­ei­nig­ten König­reichs nun mit der Note „Aa3” (zuvor „Aa2”), teil­te die Rating­agen­tur am Frei­tag­abend in Paris mit.
APA/APA (AFP)/EMMANUEL DUN­AND

Als Haupt­grund nann­te die Agen­tur die nach­las­sen­de wirt­schaft­li­che Stär­ke, seit sie die Boni­täts­no­te ab August 2017 geprüft habe. Die Finanz­kraft des Staa­tes habe abge­nom­men und die staat­li­chen Insti­tu­tio­nen sowie die Füh­rung sei­en in den ver­gan­ge­nen Jah­ren geschwächt wor­den, begrün­de­te Moody’s die Abstu­fung.

Groß­bri­tan­ni­en droht nach dem Ende der Bre­x­it-Über­gangs­pha­se in etwa zehn Wochen ein har­ter Bruch mit der Euro­päi­schen Uni­on. Das wür­de zu Zöl­len und ande­ren Han­dels­hemm­nis­sen füh­ren. Die Aus­sich­ten, dass doch noch ein Han­dels­pakt mit der EU zustan­de kommt, ste­hen schlecht. Vie­le Unter­neh­men rech­nen mit hohen wirt­schaft­li­chen Ein­bu­ßen.

Das Ver­ei­nig­te König­reich ist zudem beson­ders stark von der Coro­na-Pan­de­mie betrof­fen. Dem bri­ti­schen Pre­mier Boris John­son wird vor­ge­wor­fen, ein schlech­ter Kri­sen­ma­na­ger zu sein. Durch sei­nen Schlenk­er­kurs habe er die Situa­ti­on noch ver­schlim­mert, heißt es.

Groß­bri­tan­ni­en befin­det sich nach der Abstu­fung mit der viert­höchs­ten Boni­täts­no­te von Moody’s aber jetzt noch im Bereich siche­rer Anla­gen. Den Aus­blick für das Rating schätzt die Agen­tur als sta­bil ein.