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news/APA/Mittwoch, 21.07.21, 22:34:40

MAN in Steyr wird zu „Steyr Automotive”

Der öster­rei­chi­sche Inves­tor Sieg­fried Wolf hat am Mitt­woch in einer Betriebs­ver­samm­lung im MAN-Werk in Steyr der Beleg­schaft sein künf­ti­ges Team und wei­te­re Details zu sei­nen Plä­nen prä­sen­tiert. Kurz zuvor hat­te die Bun­des­wett­be­werbs­be­hör­de (BWB) den Kauf der MAN Truck & Bus GesmbH durch Wolfs WSA Betei­li­gungs GmbH geneh­migt. Die neue Fir­ma soll eine GmbH sein und den Namen „Steyr Auto­mo­ti­ve” tra­gen, wie ein Spre­cher Wolfs am Mitt­woch mitteilte.
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Wolf prä­sen­tier­te den rund 1.700 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, die an der inter­nen Ver­samm­lung teil­nah­men, auch das neue Logo, unter dem künf­tig als eigen­stän­di­ge Mar­ke leich­te Nutz­fahr­zeu­ge, Bus­se und leich­te Lkw bis 12 Ton­nen für den euro­päi­schen und den Welt­markt pro­du­ziert wer­den sol­len. Die wich­tigs­ten Ziel­märk­te sol­len in der ers­ten Pha­se Öster­reich, Polen, Rumä­ni­en, Spa­ni­en und Por­tu­gal sein.

Von der rund 1.900 Mit­ar­bei­ter umfas­sen­den Stamm­be­leg­schaft müs­sen vor­aus­sicht­lich etwa 500 gehen. Bis jeder Beschäf­tig­te genau weiß, was ihn erwar­tet, wird aber noch eini­ge Zeit ver­ge­hen. Die­se Woche sol­len die Mit­ar­bei­ter die am Mitt­woch prä­sen­tier­ten Infos noch schrift­lich in Form eines Fol­ders erhal­ten. Nach dem bis 22. August dau­ern­den Betriebs­ur­laub wer­den sie zu Gesprä­chen mit der Per­so­nal­ab­tei­lung ein­ge­la­den, in denen die Details für jeden Ein­zel­nen geklärt werden.

Die Beleg­schaft muss trotz eini­ger Nach­bes­se­run­gen Abstri­che hin­neh­men: Arbei­ter ver­die­nen bis zu 15 Pro­zent net­to weni­ger, Ange­stell­te erhal­ten bis zu 10 Pro­zent weni­ger vom Brut­to und die Über­stun­den­pau­scha­len ent­fal­len. Ein Trost­pflas­ter ist die Über­tritts­prä­mie von bis zu 10.000 Euro pro Mit­ar­bei­ter. Für alle, die nicht über­nom­men wer­den oder über­tre­ten wol­len, wur­de ein Sozi­al­plan erar­bei­tet. Zudem ste­hen ein Alters­teil­zeit­mo­dell und eine Arbeits­stif­tung zur Verfügung.

Steyr müs­se als eigen­stän­di­ges Unter­neh­men künf­ti­ge Auf­trä­ge gewin­nen und eige­ne Fahr­zeu­ge pro­fi­ta­bel pro­du­zie­ren, hieß es in einer Aus­sendung Wolfs nach der Ver­samm­lung. Der Umsatz soll aus dem Bau von Fahr­zeu­gen, der Kom­po­nen­ten­fer­ti­gung und einem erwei­ter­ten Engi­nee­ring gene­riert wer­den, auch ein eige­ner Ver­trieb und ein Ver­kaufs­netz sol­len auf­ge­baut werden.

Bis Mit­te 2023 wer­den am Stand­ort noch Lkw und Kom­po­nen­ten für MAN gefer­tigt. Ab dann zieht MAN die Pro­duk­ti­on ab und ver­la­gert sie in ein Werk in Kra­kau in Polen. Zuvor sol­len in Steyr par­al­lel neue Fer­ti­gun­gen auf­ge­baut wer­den. Die Kunst­stoff­la­ckie­re­rei wird unbe­fris­tet wei­ter­ge­führt. Ab 2022 soll die ers­te Klein­se­rie unter der Mar­ke Steyr vom Band rol­len. Ins­ge­samt plant Wolf eine Pro­dukt­pa­let­te aus sie­ben Fahr­zeu­gen. Die Pro­duk­ti­on soll schritt­wei­se auf ein Volu­men von 16.000 Fahr­zeu­gen hoch­ge­fah­ren werden.

Kurz vor der Betriebs­ver­samm­lung gab die Bun­des­wett­be­werbs­be­hör­de (BWB) grü­nes Licht für den Kauf der MAN Truck & Bus GesmbH durch die WSA Betei­li­gungs GmbH von Sieg­fried Wolf. Der Zusam­men­schluss war am 22. Juni bei der Behör­de ange­mel­det wor­den, bin­nen der bis 20. Juli lau­fen­den Frist stell­te nie­mand einen Antrag auf Prü­fung, damit erteil­te die Kar­tell­be­hör­de die Nicht­un­ter­sa­gung. Das Durch­füh­rungs­ver­bot sei mit Wir­kung vom 21. Juli weg­ge­fal­len, heißt es auf der Home­page der BWB.