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news/APA/Mittwoch, 23.11.22, 14:15:37

Luft­alarm in der gesam­ten Ukrai­ne – Ein Toter in Kiew

In der gesamten Ukraine ist am Mittwoch Luftalarm ausgelöst worden. Laut ukrainischer Nachrichtenagentur Interfax wurden Explosionen in den südlichen und östlichen Regionen des Landes gemeldet. In Kiew wurde laut Militärverwaltung bei einem Einschlag in ein zweistöckiges Wohnhaus ein Mensch getötet. Bereits in der Nacht wurde in der Region Saporischschja ein Krankenhaus getroffen worden. Ein Säugling soll dabei ums Leben gekommen sein. Auch in Donezk gab es einen Toten.
APA/APA/AFP/KATERINA KLOCHKO

In Kiew sei durch den russischen Beschuss auch ein Objekt der kritischen Infrastruktur beschädigt worden, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram. Um welches Gebäude es sich handelte, ist unklar. Kurzzeitig fiel das Antennenfernsehen aus und es gab stärkere Schwankungen im ohnehin angeschlagenen Stromnetz.

Über Explosionen - teils auch durch die Flugabwehr - wurde zudem aus den Gebieten Odessa, Mykolajiw, Poltawa und Dnipropetrowsk berichtet. Zu möglichen Opfern gibt es noch keine Angaben.

"Schmerz überflutet unsere Herzen - ein Säugling, der gerade erst auf die Welt gekommen ist, wurde getötet", hatte der Militärgouverneur von Saporischschja, Olexandr Staruch, nach den nächtlichen Angriffen auf Telegram geschrieben. Rettungskräfte seien in der Kleinstadt Wilnjansk im Einsatz. In der Region Dnipropetrowsk habe es keine Opfer gegeben. Es seien aber mehr als 30 Geschosse in Ortschaften eingeschlagen, sagte Militärgouverneur Walentyn Resnitschenko.

Unterdessen dürfte Russland bald Nachschub an iranischen Waffen brauchen. Das Kontingent sei nahezu aufgebraucht, teilt das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Geheimdienstbericht auf Twitter mit.

Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine verstärkt auf iranische Drohnen. Damit wolle Russland seinen Mangel an Marschflugkörpern ausgleichen, teilte London am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Seit September hätten russische Truppen Hunderte Flugkörper gegen die Ukraine eingesetzt, darunter auch sogenannte Kamikaze-Drohnen. "Aber der Ansatz hatte nur begrenzten Erfolg", hieß es. Die meisten Drohnen seien von der ukrainischen Flugabwehr ausgeschaltet worden.

Ziele der Drohnenangriffe seien vor allem taktische militärische Objekte sowie das ukrainische Stromnetz gewesen, teilte das britische Ministerium weiter mit. Zuletzt hätten die russischen Kommandeure aber verlangt, dass die iranischen Drohnen medizinische Einrichtungen ins Visier nehmen und mit Lenkmunition angreifen.

Seit einigen Tagen seien keine Angriffe von Kamikaze-Drohnen mehr berichtet worden, hieß es in London. "Russland hat wahrscheinlich seinen derzeitigen Bestand fast erschöpft, wird sich aber vermutlich um Nachschub bemühen." Für Russland sei es vermutlich einfacher, neue Drohnen aus dem Ausland zu beschaffen als neue Marschflugkörper herzustellen, so das Ministerium.