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news/APA/Freitag, 14.01.22, 15:40:20

Kil­de-Tri­umph in ver­kürz­ter Wengen-Abfahrt

Alek­san­der Aamodt Kil­de hat sei­nen fünf­ten Sai­son­sieg in tro­cke­ne Tücher gebracht. Der Nor­we­ger ver­wies am Frei­tag in der ers­ten von zwei Wen­gen-Abfahr­ten den Schwei­zer Mar­co Oder­matt (+0,19) und den drei­fa­chen Lau­er­horn­sie­ger Beat Feuz (+0,30) auf die wei­te­ren Podest­plät­ze. Der Öster­rei­cher Dani­el Hemets­ber­ger (+0,46) kam in dem Ren­nen auf ver­kürz­ter Stre­cke auf Platz vier, Max Franz auf fünf (+0,66), Mat­thi­as May­er auf sechs (+0,78) und Vin­cent Kriech­mayr auf zwölf (+1,26).
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Otmar Strie­din­ger hat­te schon kurz nach dem Start rela­tiv gro­ßen Rück­stand und kam nicht über Rang 21 (+1,74) hin­aus. Dani­el Danklmai­er war 26. (+1,95) und Ste­fan Babin­sky 29. (+2,07). Chris­ti­an Wal­der blieb als 36. (+2,44) ohne Punk­te. 13.500 Zuschau­er wohn­ten der Abfahrt laut Anga­ben des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees ent­lang der Stre­cke und im Ziel­ge­län­de bei.

Hemets­ber­ger ega­li­sier­te sein bis­her bes­tes Abfahrts­er­geb­nis, das er im Dezem­ber in Bor­mio erreicht hat­te. Damit wird er wohl auch ein Ticket für das Olym­pia-Speed­team gelöst haben. „Es ist mir ganz gut gegan­gen. Für das ers­te Ren­nen da run­ter bin ich es genau­so gefah­ren, wie ich es woll­te. Als ich sah, dass ich nur 16 Hun­derts­tel hin­ter Feuz bin, habe ich mir gedacht, dass das ein gutes Ergeb­nis wer­den kann.” Es sei „voll super”, dass er mit einem May­er mit­fah­ren kön­ne. Wenn er an das Ren­nen am Sams­tag über die vol­le Distanz den­ke, wer­de ihm „schon etwas schwarz vor Augen”, denn mit dem Atem­rhyth­mus sei es nicht so leicht. „Es ist mit dem Schnau­fen bru­tal zähl. Aber ich wer­de alles reinhauen.”

Franz kam nicht ganz feh­ler­frei durch und ärger­te sich ent­spre­chend. „Ich habe beim S zu wenig raus­ge­nom­men und dann den Ski nicht auf Zug bekom­men. Es hat mich ver­schla­gelt. Danach ist mir trotz­dem alles gut gelun­gen. Es funk­tio­niert, ich brin­ge die Ski gleich auf Zug, so macht Ski­fah­ren Spaß. Ich bin schnell, es ist läs­sig. Aber heu­te habe ich beim Fah­ren zwei fal­sche Ent­schei­dun­gen getrof­fen, die ein biss­chen was aus­ma­chen. Über den fünf­ten Platz freue ich mich aber schon.”

Auch May­er wuss­te, wo er die Zeit ver­lo­ren hat. „Im Ziel‑S, da habe ich ange­stellt und noch einen Schlag bekom­men, das war nicht opti­mal. Oben war es okay, es war nicht so, wie es Kil­de gefah­ren ist, das war rich­tig per­fekt, aber zwei Zehn­tel fin­de ich oben sicher auch noch”, sag­te der Kärnt­ner. Auf die Fahrt wer­de er für die klas­si­sche Abfahrt am Sams­tag aufbauen.

Das Antre­ten von Vin­cent Kriech­mayr, der wegen sei­ner Coro­na­in­fek­ti­on nicht an den Trai­nings teil­nahm und sich am Frei­tag vor dem Ren­nen für die Regel­er­fül­lung ein­mal aus dem Start­haus abstieß, hat­te eini­ge Dis­kus­sio­nen mit sich gebracht, Pro­test war aber von kei­ner Nati­on ein­ge­bracht wor­den. „Ich habe enga­giert ange­fan­gen. Ich habe einen Pflug gemacht im Kernen‑S, da wäre viel­leicht ein Trai­ning ganz gut gewe­sen”, sag­te der Ober­ös­ter­rei­cher, der dank­bar war, dass er fah­ren durf­te. „Ich hof­fe, dass das dann bei ande­ren Ath­le­ten auch der Fall ist, das wäre nur fair.”

Für Kil­de war es der elf­te Welt­cup­sieg, der ers­te in Wen­gen. „Ich habe am Start ver­sucht, Voll­gas zu geben. Es war rich­tig geil zu fah­ren. In Wen­gen zu gewin­nen, ist immer ein Ziel gewe­sen. Es ist schon Wen­gen, auch wenn es nicht von ganz oben ist.” Für Oder­matt, dem Mann der Stun­de im Män­ner-Welt­cup, kam sein Ergeb­nis „etwas über­ra­schend”. Feuz sieht sei­nen Land­mann auch bald ganz oben. „Wenn am zwei­mal aufs Podest kommt, ist ein Sieg auch mög­lich. Aber ich ver­su­che, ihm das Leben schwer zu machen.” Sei­ne Fahrt sel­ber sei gut, aber nicht per­fekt gewesen.