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news/APA/Montag, 22.02.21, 15:58:24

FPÖ sieht Van der Bel­len in Ibi­za-Video involviert

Die FPÖ sieht Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len in die Gescheh­nis­se rund um die Ver­öf­fent­li­chung des Ibi­za-Vide­os invol­viert. Als Indiz dafür sieht Chris­ti­an Hafen­ecker, Frak­ti­ons­füh­rer im Unter­su­chungs­aus­schuss, einen Kalen­der­ein­trag aus der Hof­burg. Dem­nach gibt es einen Tag vor dem Bekannt­wer­den des Mate­ri­als einen Ter­min mit dem Betreff „Gerücht” und den betrof­fe­nen Per­so­nen. Die Hof­burg woll­te die „absur­den” Vor­wür­fe auf APA-Anfra­ge nicht kommentieren.
APA/HELMUT FOHRIN­GER

Bereits in einem Inter­view hat­te der mut­maß­li­che Draht­zie­her des Vide­os, der Detek­tiv Juli­an H., berich­tet, die Hof­burg von der Akti­on unter­rich­tet zu haben. Man habe der E‑Mail mit dem Betreff „Tes­ta­ment” kei­ne Bedeu­tung bei­gemes­sen, hieß es damals aus der Prä­si­dent­schafts­kanz­lei. Der angeb­li­che Kalen­der­ein­trag Van der Bel­lens erzählt für die FPÖ aller­dings Ande­res: Ein für zwei Stun­den anbe­raum­tes Team­mee­ting am 16. Mai 2019 mit dem Prä­si­den­ten und zwei Mit­ar­bei­tern ent­hält den Betreff „Gerücht Sp./Süddt. zu Strache/Gud”.

Die Aus­zü­ge aus dem ver­meint­li­chen Kalen­der Van der Bel­lens hat Hafen­ecker laut eige­nem Bekun­den schon vor län­ge­rer Zeit zuge­spielt bekom­men. Auch wei­te­re angeb­li­che Ter­mi­ne dar­auf machen den Frei­heit­li­chen, der glaubt, der Bun­des­prä­si­dent woll­te womög­lich den Weg für eine tür­kis-grü­ne Regie­rung ebe­nen, stut­zig. Denn offen­bar habe das Staats­ober­haupt einen Tag nach der Ver­öf­fent­li­chung des Vide­os Kanz­ler Sebas­ti­an Kurz (ÖVP) sowie des­sen engs­te Bera­ter Bern­hard Bonel­li und Ste­fan Stei­ner emp­fan­gen oder besucht.

„Es wer­den Fra­gen auf den Bun­des­prä­si­den­ten zukom­men”, kün­digt Hafen­ecker nun auf­grund der neu­en Erkennt­nis­se an. So wol­len die Frei­heit­li­chen Van der Bel­len nun in den Ibi­za-Unter­su­chungs­aus­schuss laden, da die­ser beim Ibza-Video offen­bar „mit­ten­drin statt nur dabei” gewe­sen sei. Und auch Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz (ÖVP) soll ein wei­te­res Mal befragt wer­den. Zusätz­lich will der FPÖ-Frak­ti­ons­füh­rer auch Anzei­gen wegen Beweis­mit­tel­un­ter­drü­ckung und vor­sätz­li­cher Falsch­in­for­ma­ti­on durch die Hof­burg gegen­über den Ermitt­lern einbringen.

Prä­sen­tiert hat­te die FPÖ ihre „Bom­be” in einer Pres­se­kon­fe­renz, die zeit­gleich mit dem Launch einer neu­en – per Count­down ange­kün­dig­ten – „Ent­hül­lungs­platt­form” Web­site statt­fand. Unter dem Domain sol­len auch wei­ter­hin Erkennt­nis­se, zu wel­chen die Frak­ti­on in Bezug auf den U‑Ausschuss kommt, ver­öf­fent­licht wer­den. Auf­grund des geschür­ten Inter­es­ses war die Web­site zur Zeit des Laun­ches vor­über­ge­hend nicht erreich­bar. Hafen­ecker ver­nu­te­te mög­li­cher­wei­se auch absicht­li­che Atta­cken auf die Adresse.

Unbe­ein­druckt von der zuvor groß ange­kün­dig­ten „poli­ti­schen Bom­be” der FPÖ zeig­te sich die ÖVP. Die­se habe sich als „Hau­fen absur­der Ver­schwö­rungs­theo­rien” ent­puppt, befand Gene­ral­se­kre­tä­rin Gabrie­la Schwarz in einer Aus­sendung und wei­ter: „Die pein­li­che Insze­nie­rung inklu­si­ve tage­lan­gem Count­down gip­fel­te ledig­lich in abstru­sen Anschul­di­gun­gen und der Ankün­di­gung sub­stanz­lo­ser Anzeigen.”