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news/APA/Donnerstag, 14.10.21, 18:29:29

Flucht­we­ge ver­sperrt – 46 Tote bei Hoch­haus­brand in Taiwan

Bei einem Brand in einem Hoch­haus in der süd­tai­wa­ni­schen Hafen­stadt Kao­h­si­ung sind min­des­tens 46 Men­schen ums Leben gekom­men. Mehr als 40 Men­schen wur­den ver­letzt, wie die Feu­er­wehr am Don­ners­tag berich­te­te. Vie­le der meist älte­ren Bewoh­ner sei­en durch die Flam­men und den Rauch in den obe­ren Stock­wer­ken ein­ge­schlos­sen gewe­sen. Auch sei­en Flucht­we­ge ver­sperrt gewe­sen – unter ande­rem durch Müll und Gerüm­pel, hieß es.
APA/APA/AFP/HANDOUT

Das 13-stö­cki­ge Wohn- und Geschäfts­haus, das wegen leer ste­hen­der gewerb­li­cher Räu­me in den unte­ren Stock­wer­ken auch „Geis­ter­haus” genannt wur­de, brann­te über mehr als fünf Stun­den. Mehr als 100 Men­schen, die meis­ten von ihnen Senio­ren mit kör­per­li­chen Behin­de­run­gen oder Demenz, hät­ten in den obe­ren Stock­wer­ke des her­ab­ge­wirt­schaf­te­ten Gebäu­des gelebt, sag­te der städ­ti­sche Feu­er­wehr­chef Lee Ching-hsiu der Nach­rich­ten­agen­tur CNA.

Vie­le hät­ten es nicht schaf­fen kön­nen, das bren­nen­de Haus zu ver­las­sen, sag­te ein loka­ler Beam­ter. Er berich­te­te, dass er mit­ten in der Nacht durch eine lau­te Explo­si­on auf­ge­wacht sei. Da habe er die Flam­men in dem Gebäu­de gese­hen. In dem bewohn­ten Teil des Hoch­hau­ses zwi­schen dem sie­ben­ten und elf­ten Stock soll es rund 120 Haus­hal­te gege­ben haben. In den unte­ren sechs Stock­wer­ken waren leer ste­hen­de Restau­rants, Karao­ke-Clubs und ein Kino.

Der Brand war aus bis­her unbe­kann­ter Ursa­che im ers­ten Stock des 40 Jah­re alten Hau­ses aus­ge­bro­chen. Bis zum Mor­gen hat­ten rund 150 Feu­er­wehr­leu­te das Feu­er unter Kon­trol­le gebracht. Danach begann die Suche nach den Opfern. Die Zahl der bestä­tig­ten Toten klet­ter­te stünd­lich. Die meis­ten sei­en Rauch­gas­ver­gif­tun­gen erle­gen, berich­te­te die Feuerwehr.

Ein Koch, der im neun­ten Stock leb­te, berich­te­te der Zei­tung „Apple Dai­ly”, er habe geschla­fen, als gegen drei Uhr jemand laut „Feu­er, Feu­er, rennt!” geru­fen habe. Rauch sei in sei­ne Woh­nung ein­ge­drun­gen. Er sei mit einem ande­ren Bewoh­ner noch mit dem Auf­zug nach unten gefah­ren. Aber als die Fahr­stuhl­tür im Erd­ge­schoß auf­ge­gan­gen sei, habe ihnen dich­ter Rauch ent­ge­gen­ge­schla­gen. Dar­auf­hin sei­en sie wie­der nach oben gefah­ren und hät­ten dann eine Not­trep­pe nach unten genom­men, sag­te er dem Blatt.

Städ­ti­sche Beam­te spra­chen von einem schlech­ten Zustand des Gebäu­des. Die Blo­cka­de der Flucht­we­ge wer­fe Fra­gen nach der Haus­ver­wal­tung und der Instand­hal­tung auf. Das Gebäu­de hat­te nach Berich­ten auch kein Hau­ver­wal­tungs­ko­mi­tee. Der Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te Chao Tien-lin von der regie­ren­den Fort­schritts­par­tei DPP sag­te Jour­na­lis­ten, dass als Kon­se­quenz aus dem Unglück die Vor­schrif­ten für Haus­ver­wal­tun­gen über­ar­bei­tet wer­den müss­ten, um die Sicher­heit älte­rer Häu­ser in Tai­wan künf­tig bes­ser zu gewährleisten.