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news/APA/Dienstag, 23.02.21, 11:36:39

Face­book hebt Sper­re von Medi­en in Aus­tra­li­en wie­der auf

Face­book und Aus­tra­li­en haben ihren erbit­ter­ten Streit über ein neu­es Medi­en­ge­setz bei­gelegt und sich wie­der die gegen­sei­ti­ge Freund­schaft erklärt. Das welt­größ­te Inter­net­netz­werk will sei­ne Blo­cka­de von Nach­rich­ten­por­ta­len nach der Ankün­di­gung von Ände­run­gen am geplan­ten Medi­en­ge­setz in Aus­tra­li­en in den kom­men­den Tagen auf­he­ben, erklär­te es am Dienstag.
APA/APA (AFP)/OLIVIER DOULIERY

Die Regie­rung habe Anpas­sun­gen im Geset­zes­text ange­bo­ten, sag­te Aus­tra­li­ens Schatz­kanz­ler Josh Fry­den­berg nach inten­si­ven Ver­hand­lun­gen mit Face­book-Chef Mark Zucker­berg. Bis­her hat­ten Ver­tre­ter der Regie­rung stets erklärt, kei­ne Ände­run­gen an der von den US-Techrie­sen Face­book und Goog­le scharf kri­ti­sier­ten Reform mehr vor­zu­neh­men, die welt­weit mit gro­ßer Auf­merk­sam­keit ver­folgt wird. Die kurz vor der Ver­ab­schie­dung ste­hen­de Reform wird die Online-Platt­for­men dazu zwin­gen, ihre mit Nach­rich­ten­in­hal­ten gene­rier­ten Wer­be­ein­nah­men mit Medi­en­häu­sern zu teilen.

Der Streit war in der ver­gan­ge­nen Woche eska­liert, als Face­boook sämt­li­che Medi­en­links sowie meh­re­re Behör­den- und Kata­stro­phen­sei­ten sperr­te. Dies sorg­te welt­weit für Kri­tik und meh­re­re Län­der erklär­ten, Schrit­te nach dem Bei­spiel Aus­tra­li­ens ein­zu­lei­ten. Dazu gehör­ten Kana­da wie auch Groß­bri­tan­ni­en. Rund um den Glo­bus suchen Regie­run­gen seit Jah­ren nach Wegen, um den Ein­fluss der US-Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne auf den Nach­rich­ten­fluss einzudämmen.

„Face­book hat Aus­tra­li­en „refrien­ded” ”, sag­te Fry­den­berg zu Jour­na­lis­ten in Can­ber­ra mit Ver­weis auf die Freund­schafts­an­fra­gen bei Face­book. Dafür nahm die Regie­rung ins­ge­samt vier Anpas­sun­gen an dem Ent­wurf vor. Es ist wei­ter­hin vor­ge­se­hen, dass sich die Tech-Kon­zer­ne zunächst mit den Medi­en­häu­sern zusam­men­set­zen, um Ver­ein­ba­run­gen über Zah­lun­gen zu tref­fen. Neu ist unter ande­rem, dass sie für die Gesprä­che zwei Mona­te Zeit haben. Kommt es zu kei­nem Deal, ent­schei­det ein von der Regie­rung beru­fe­ner Vermittler.

„Wir sind erfreut dar­über, dass wir eine Ver­ein­ba­rung mit der aus­tra­li­schen Regie­rung errei­chen konn­ten, und wis­sen die kon­struk­ti­ven Dis­kus­sio­nen zu schät­zen”, erklär­te der Aus­tra­li­en-Chef von Face­book, Will Eas­ton. Man sei „zufrie­den” mit den Ände­run­gen. Der neue Text erken­ne den Wert an, den die Platt­form für Medi­en­häu­ser dar­stel­le ver­gli­chen mit dem Wert, den Face­book durch sie gewin­ne. So hät­te man jetzt Kon­trol­le dar­über, wel­che Medi­en­links ange­zeigt wür­den. Die genau­en Ände­run­gen müs­sen nun erst­mal noch aus­ge­ar­bei­tet wer­den, bevor das Medi­en­ge­setz vom Par­la­ment ver­ab­schie­det wer­den kann – was noch die­se Woche pas­sie­ren könn­te. Ein Spre­cher des aus­tra­li­schen Ver­lags Nine Enter­tain­ment begrüß­te den Kom­pro­miss, der Face­book zurück an den Ver­hand­lungs­tisch mit aus­tra­li­schen Medi­en­häu­sern bringe.

Jah­re­lang hat­ten Face­book und Goog­le gemein­sam gegen das geplan­te Medi­en­ge­setz oppo­niert. Erst jüngst schlug der welt­größ­te Such­ma­schi­nen­kon­zern eine ande­re Rich­tung ein und han­del­te mit ver­schie­de­nen Medi­en­häu­sern Vor­ver­trä­ge für sei­ne Platt­form News Show­ca­se aus. Unter ande­rem auch mit Rupert Mur­dochs News Corp. Goog­le hat­te im Okto­ber ange­kün­digt, Ver­la­gen welt­weit in den nächs­ten drei Jah­ren mehr als eine Mil­li­ar­de Dol­lar (824,20 Mio. Euro) für jour­na­lis­ti­sche Inhal­te zu zah­len. Laut Fry­den­berg begrüßt Goog­le die ange­kün­dig­ten Ände­run­gen am Mediengesetz.