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news/APA/Mittwoch, 16.09.20, 19:50:57

Deutsch­land und Bel­gi­en stu­fen Wien als Risi­ko­ge­biet ein

Ange­sichts der hohen Anzahl an Neu­in­fek­tio­nen gilt Wien in Deutsch­land und Bel­gi­en jetzt offi­zi­ell als Coro­na-Risi­ko­ge­biet. Als Risi­ko­ge­biet defi­niert Deutsch­land aktu­ell auch Regio­nen in Frank­reich, Spa­ni­en, Bel­gi­en, Kroa­ti­en, Bul­ga­ri­en, Rumä­ni­en, Tsche­chi­en und der Schweiz. Für Brüs­sel gilt Wien ab Frei­tag 16.00 Uhr als „rote Zone”.
APA/APA (Archiv)/HELMUT FOHRIN­GER

Ein­rei­sen­de aus Risi­ko­ge­bie­ten müs­sen sich in Deutsch­land ver­pflich­tend auf das Coro­na­vi­rus tes­ten las­sen, sofern sie kein nega­ti­ves Test­ergeb­nis vor­wei­sen kön­nen, das höchs­tens 48 Stun­den alt ist. Solan­ge kein nega­ti­ves Ergeb­nis vor­liegt, müs­sen sie sich für zwei Wochen in häus­li­che Qua­ran­tä­ne bege­ben. In Wien liegt der Wert laut Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um aktu­ell bei 113 neu­en Fäl­len bei 100.000 Ein­woh­nern in den ver­gan­ge­nen sie­ben Tagen.

Neu dazu­ge­kom­men sind neben Wien auch die unga­ri­sche Haupt­stadt Buda­pest, die fran­zö­si­sche Regi­on Hauts-de-Fran­ce und das Über­see­ge­biet La Réuni­on, die kroa­ti­schen die Gespan­schaf­ten Brod-Posa­vina und Viro­vi­ti­ca-Podra­vina, die nie­der­län­di­schen Pro­vin­zen Nord­hol­land und Süd­hol­land, die rumä­ni­schen Krei­se Neamt und Caras Seve­rin, der Schwei­zer Kan­ton Frei­burg sowie die tsche­chi­sche Regi­on Stre­do­ces­ky (Mit­tel­böh­men). Die Krei­se Arges und Dam­bo­vi­ta in Rumä­ni­en gel­ten dage­gen nicht mehr als Risi­ko­ge­bie­te.

Die Ein­stu­fung als Risi­ko­ge­biet erfolgt nach gemein­sa­mer Ana­ly­se und Ent­schei­dung durch das deut­sche Gesundheits‑, Außen- und Innen­mi­nis­te­ri­um. Aus dem deut­schen Außen­mi­nis­te­ri­um hieß es, bei Rei­se­war­nun­gen hand­le es sich dem Cha­rak­ter nach um einen drin­gen­den Appell, nicht um ein Rei­se­ver­bot. Das Bestehen einer Rei­se­war­nung kön­ne jedoch wei­ter­ge­hen­de Aus­wir­kun­gen haben, bei­spiels­wei­se für die Gül­tig­keit einer Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung.

Für den Wie­ner Bür­ger­meis­ter Micha­el Lud­wig (SPÖ) ist der Schritt „kei­ne Beson­der­heit”. „Es ist eine Ent­wick­lung, die ganz Euro­pa, vor allem die urba­nen Räu­me, trifft. Das gilt ja schon für ande­re euro­päi­sche Groß­städ­te wie Brüs­sel, Paris, Prag, Genf – über­all dort, wo es natür­lich auch grö­ße­re Men­schen­an­samm­lun­gen gibt”, sag­te er im Vor­feld der Ent­schei­dung.

„Eine Rei­se­war­nung für Wien ist ein Alarm­si­gnal für den Stand­ort Wien”, sag­te Finanz­mi­nis­ter Ger­not Blü­mel, auch Spit­zen­kan­di­dat der ÖVP bei der nahen­den Wien-Wahl, in einer Stel­lung­nah­me gegen­über der APA im Vor­feld der deut­schen Ent­schei­dung.