news/APA/Montag, 27.07.20, 22:58:34

Coro­na­vi­rus-Clus­ter in St. Wolf­gang wächst auf 62 Infi­zier­te

Die Zahl der Infi­zier­ten im Salz­kam­mer­gut-Tou­ris­mus­ort St. Wolf­gang (Bezirk Gmun­den) ist bis zum spä­ten Mon­tag­abend auf 62 ange­stie­gen. Das teil­te der Kri­sen­stab des Lan­des Ober­ös­ter­reich mit. 38 von ins­ge­samt 1.183 Test­ergeb­nis­se waren noch aus­stän­dig. LHStv. Chris­ti­ne Haber­lan­der (ÖVP) und Mit­glie­der des Kri­sen­stabs des Lan­des ver­tei­dig­ten das bis­he­ri­ge Vor­ge­hen der Behör­den in der Cau­sa.
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Betrof­fen waren dem­nach 17 Hotels bzw. Loka­le und ein Geschäft in St. Wolf­gang, ein Gast­haus und ein Bade­platz in der Ort­schaft Ried/St. Gil­gen im Bun­des­land Salz­burg sowie ein Gast­hof in Stobl (eben­falls Bun­des­land Salz­burg).

Am Diens­tag hat­te eine Hotel­mit­ar­bei­te­rin in St. Wolf­gang Coro­na-Sym­pto­me gezeigt. Sie wur­de noch am sel­ben Tag getes­tet. Mitt­woch­früh wur­de der Kri­sen­stab des Lan­des über das posi­ti­ve Ergeb­nis infor­miert. Man habe sofort mit groß ange­leg­ten Tes­tun­gen und dem Kon­takt­per­so­nen­ma­nage­ment begon­nen, hieß es dort. Die Öffent­lich­keit wur­de aller­dings erst am Frei­tag unter­rich­tet, damals waren acht Fäl­le bekannt.

Wenn Infi­zier­te in ihre Hei­mat­be­zir­ke zurück­keh­ren, wer­den die zustän­di­gen Bezirks­haupt­mann­schaf­ten infor­miert, erklär­te Car­men Breit­wie­ser, Bezirks­haupt­frau von Steyr-Land und Mit­glied des Kri­sen­stabs. Ob im Kreis der Kon­takt­per­so­nen auch Leu­te aus dem Aus­land dabei sei­en, blieb unklar. Sie gehe aber davon aus, dass es so sei. Ins­ge­samt sei man zuver­sicht­lich, die Grup­pe „ein­clus­tern” zu kön­nen, beim Con­ta­ct-Tra­cing sto­ße man immer wie­der auf Per­so­nen, die man bereits erfasst habe. Seit Mon­tag müs­sen Abrei­sen­de zudem ihre Daten ver­pflich­tend hin­ter­las­sen.

Wei­te­re Maß­nah­men, wie etwa eine Qua­ran­tä­ne für den Ort oder Betriebs­schlie­ßun­gen hal­ten Haber­lan­der und der Kri­sen­stab daher der­zeit nicht für nötig. Man habe zwar eine Schlie­ßung von Nacht­lo­ka­len über­legt, aber die bei­den, die es im Ort gibt, hät­ten ohne­hin frei­wil­lig geschlos­sen, so die Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin.

Sie habe mit Gesund­heits­mi­nis­ter Rudolf Anscho­ber (Grü­ne) aber ver­ein­bart, dass die Mit­ar­bei­ter der betrof­fe­nen Betrie­be in sie­ben bis acht Tagen erneut durch die AGES getes­tet wer­den, so Haber­lan­der. Zudem wer­den erneut alle Gäs­te ersucht sich zu mel­den, die Loka­le „13er Haus” und „W3”, wo infi­zier­te Prak­ti­kan­ten gefei­ert hat­ten, seit dem 15. Juli besucht haben.

Til­man Königs­wie­ser, Ärzt­li­cher Direk­tor des Salz­kam­mer­gut Kli­ni­kums und eben­falls Mit­glied im Kri­sen­stab, ver­wies zudem dar­auf, dass Ober­ös­ter­reich der­zeit eine Inten­siv­pa­ti­en­ten­ra­te von 0,5 bis 0,6 Pro­zent habe. Er führt das dar­auf zurück, dass man viel tes­te und, dass sich „die Rich­ti­gen” ange­steckt hät­ten – jun­ge Leu­te, die weni­ger zu schwe­ren Ver­läu­fen nei­gen.

Dage­gen, dass vor allem aus­län­di­sche Medi­en ein zwei­tes Ischgl in den Raum stel­len, ver­wehr­te man sich: Einer­seits habe Ober­ös­ter­reich bereits vor­her Maß­nah­men gesetzt wie die Mas­ken­pflicht, ande­rer­seits habe man rasch mit dem Tes­ten und dem Kon­takt­per­so­nen-Manage­ment begon­nen. Königs­wie­ser wies zudem dar­auf hin, dass St. Wolf­gang knapp 3.000 Ein­woh­ner und 1.000 Tou­ris­ten zäh­le, in Ischgl sei­en es 25.000 Gäs­te gewe­sen – da hät­te man „gar kei­ne Chan­ce” gehabt, alle rasch durch­zu­tes­ten.

Was eine künf­ti­ge Ampel betrifft, so zei­ge St. Wolf­gang einen „wun­den Punkt” auf, sag­te Haber­lan­der. Denn der Bezirk Gmun­den weist der­zeit weni­ger Infi­zier­te aus als St. Wolf­gang, da die Betrof­fe­nen ihren Hei­mat­be­zir­ken zuge­rech­net wer­den. Hier müs­se man sich über­le­gen, wel­che Kenn­zah­len man ver­wen­den wol­le, so Haber­lan­der.

Bei der Inter­na­tio­na­len Atom­ener­gie-Orga­ni­sa­ti­on (IAEO/IAEA) gab es indes einen wei­te­ren Fall einer Infi­zie­rung mit Covid-19. Der Mit­ar­bei­ter habe Sym­pto­me ver­spürt und sei am Wochen­en­de getes­tet wor­den, das Ergeb­nis sei am Mon­tag bekannt­ge­wor­den, teil­ten die Ver­ein­ten Natio­nen am Mon­tag­abend in Wien mit. Alle Kon­takt­per­so­nen der infi­zier­ten Per­son sei­en kon­tak­tiert wor­den und wür­den über­prüft.

In Gesamt­ös­ter­reich war die Zahl der neu mit dem Coro­na­vi­rus infi­zier­ten Per­so­nen bin­nen 24 Stun­den wie­der zwei­stel­lig. Am Sonn­tag gab es in Öster­reich 86 neue SARS-CoV-2-posi­ti­ve Befun­de – der nied­ri­ge­re Wert könn­te aber auch damit zusam­men­hän­gen, dass am Wochen­en­de weni­ger getes­tet wird. Damit lag bis­her ein posi­ti­ver Test bei 20.558 Per­so­nen vor. Mit Stand von Mon­tag (27. Juli), 9.30 Uhr, waren laut Innen­mi­nis­te­ri­um 713 Per­so­nen an den Fol­gen des Coro­na-Virus ver­stor­ben und 18.246 sind wie­der gene­sen.